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Auf Kurs 01/2015

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Bildungsgeschichten

Bildungsgeschichten Individuelle Förderung an der Josef-Wilhelm-Schule Mit Unterstützung zum Ziel Kleine Klassen, Stütz- und Förderunterricht und optimale Vorbereitung auf den Beruf: In der Josef-Wilhelm-Schule bekommen Schülerinnen und Schüler genau die Unterstützung, die sie auf ihrem Weg in die Arbeitswelt brauchen. Foto: Klaus Kleine Klassen, Stütz- und Förderunterricht sowie die Zusammenarbeit von Lehrern, Bildungsbegleitern und Psychologen ermöglichen eine intensive Betreuung von Schülern mit erhöhtem Förderbedarf an der Sonderberufs- und Sonderberufsfachschule des BBW, der Josef-Wilhelm-Schule. Vorab können sie im Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf (VAB) Defizite aufarbeiten und sich beruflich orientieren. Wie eine Betreuung und Begleitung im Einzelfall aussehen kann, zeigen die zwei folgenden Beispiele. Zusätzlicher Förderunterricht, zum Beispiel bei einer Lese-Rechtschreiboder Rechenschwäche, ist Standard im BBW. Der Stütz- und Förderunter- richt wird individuell an die Bedürfnisse des jeweiligen Schülers angepasst. So berichtet Stützlehrerin Christiane Fischer von einer Schülerin, die Schwierigkeiten beim Verstehen von Texten hatte: „Recht bald wurde mir klar, dass diese Schülerin nicht richtig lesen konnte. Ich recherchierte und fand heraus, dass das Vorlesen sowohl das Lese- als auch das Textverständnis fördere, und fing an, ihr Texte, insbesondere Märchen, vorzulesen – jedoch nicht am Stück, sondern Satz für Satz. Die Schülerin wiederholte die von mir vorgelesenen Sätze. Im Anschluss erörterte sie, um was es ging. Schritt für Schritt wurde sie besser und dadurch motivierter. Auf diese Weise haben wir gemeinsam ein Jugendbuch gelesen, wodurch sie sich weiter verbesserte. Sie war so motiviert, dass sie sich für die Sommerferien zwei Bücher ausgeliehen und auch beide gelesen hat. Mittlerweile hat sie Spaß am Lesen. Sie traut sich sogar, in der Klasse laut vorzulesen. In den nachfolgenden Klassenarbeiten und der Zwischenprüfung haben wir ihr die Aufgaben vorgelesen. Sie hat sie so besser verstanden und gut gemeistert. Das war für uns alle und insbesondere für unsere Schülerin ein großer Erfolg.“ Zweite Chance genutzt Während des berufsvorbereitenden VAB an der Sonderberufsfachschule der Josef-Wilhelm-Schule sollen die Jugendlichen – nach einem ersten Kennenlernen unterschiedlicher Beru- fe und mehrwöchigen Praktika in Betrieben – eigene Projekte erarbeiten. „Dabei legen wir großen Wert auf das gemeinschaftliche Lernen im Team“, betont Lutz Nischelwetzer, Leiter des VAB, und berichtet von einem Schüler, der zu Beginn seines VAB unzuverlässig war und oft in der Schule fehlte: „In konfliktträchtigen Alltagssituationen war er meist überfordert, hatte sich dann nicht mehr unter Kontrolle. Wir schlugen ihm vor, am Coolness-Training® teilzunehmen; er war einverstanden. In mehreren Trainingseinheiten spielte und reflektierte er nicht nur die Rolle des Täters, sondern auch die des Opfers oder Zuschauers, lernte so mit Aggressionen und Gewalt umzugehen. Nach und nach änderte sich sein Verhalten: Er hatte sich besser unter Kontrolle und wurde immer zuverlässiger. Er sah ein, dass er etwas tun musste, um einen Hauptschulabschluss zu machen und einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Nach dem ersten VAB-Jahr war dieser Schüler noch nicht so weit, dass er erfolgreich an den Hauptschulprüfungen teilnehmen konnte, hatte auch noch keinen konkreten Berufswunsch. Da er jedoch auf einem guten Weg war, bekam er die Chance, ein zweites Jahr an einem VAB teilzunehmen – und wurde während dieser Zeit noch zuverlässiger. Er nahm an einem Austausch mit korsischen Schülern teil, absolvierte die Hauptschulprüfung und ist seit September 2014 im ersten Lehrjahr bei den Malern und Lackierern im BBW.“ Elke Benicke 12 | Auf Kurs 1-2015

BBW im Überblick Inklusionsschlüssel BBW – eine Positionsbestimmung Berufsbildungswerke sind regelrechte Inklusionsschlüssel, die Teilhabe ermöglichen und Ausgrenzung nicht praktizieren, sondern dauer- haft verhindern. Eine Tatsache, die bei der Inklusionsdebatte oft ignoriert wird. Deshalb hat Herbert Lüdtke (Geschäftsführer des Berufsbildungswerks Adolf Aich Ravensburg) zusammen mit Willi- bald Hafner-Laux (Leiter der Abteilung fortbilden & entwickeln bei der Stiftung Liebenau) und dem Sozialwissenschaftler Heiko Kleve eine Positionsbestimmung veröffentlicht: „Berufsbildungswerke als Institutionen stellvertretender Inklusion“. Der Text steht als freier Download auf der Internetseite des BBW zur Verfügung: www.bbw-rv.de/aktuell/downloads Herbert Lüdtke Willibald Hafner-Laux Heiko Kleve Berufsbildungswerke als Institutionen stellvertretender Inklusion – Eine Positionsbestimmung BBW Open – ein voller Erfolg Laufen für einen guten Zweck: Auch BBW-Geschäftsführer Herbert Lüdtke (links) und der frühere BBW-Ausbilder und Hobby-Triathlet Thomas Maurer drehten beim BBW-Open-Spendenlauf zahlreiche Runden für die Renovierung der BBW-Turnhalle. Foto: Spinnenhirn Herrliches Wetter, zahlreiche Besucher, viele spannende Mitmachaktionen und ein gelungener Spendenlauf beim „BBW Open“ 2014: Mit einem kunterbunten Programm für Jung und Alt lockte das BBW wieder weit über tausend Besucher zu seinem Tag der offenen Tür. Und tatsächlich gab es dort quasi an jeder Ecke etwas zu entdecken und zu erleben. Besonderer Höhepunkt beim diesjährigen BBW Open war neben dem traditionellen Grillwettbewerb ein Spendenlauf zugunsten der dringend nötigen Renovierung der BBW-Turnhalle. Fast 100 Teilnehmer schnürten für den guten Zweck die Laufschuhe, darunter viele Lehrer und Ausbilder mit ihren Schülern und Azubis, mehrere Abteilungsleiter sowie auch BBW-Geschäftsführer Herbert Lüdtke. Über 900 Runden kamen insgesamt zusammen. Dank der Unterstützung zahlreicher Firmen wurden damit rund 4.500 Euro erlaufen. Während draußen fleißig die Runden gedreht wurden, konnten die Besucher drinnen in den Werkstätten Ausbildung live erleben und zum Beispiel mit Hilfe der Metall-Azubis kleine Wasserwaagen herstellen oder sich von den Lehrlingen aus dem Bereich Farbe ein T-Shirt kunstvoll besprühen lassen. Spannendes Mitbringsel vom BBW Open: In der Metallwerkstatt konnten Besucher Schritt für Schritt die Herstellung einer Wasserwaage miterleben. In dieser Maschine werden zunächst die Rohlinge in Form gebracht. Foto: Klaus Auf Kurs 1-2015 | 13

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