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Anstifter 3, 2021 der Stiftung Liebenau

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Schwerpunkt Altbekanntes

Schwerpunkt Altbekanntes neu entdecken „Mit der Rikscha komme ich wieder an den See und andere Plätze, wo ich früher gerne war. Es ist jedes Mal ein schöner Ausflug“, sagt Silvia Jarnek, Bewohnerin des Seniorenheims Tschermakgarten. Genau darum geht es den ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins „Radeln ohne Alter – Bregenz“, die Seniorinnen und Senioren mit eingeschränkter Mobilität per Rikscha zu ihren Wunschzielen wie den Bodensee oder die Bregenzer Ache fahren. Das Angebot gilt von Montag bis Freitag und ist kostenlos, denn für die 16 geprüften Rikschafahrer steht der gute Zweck im Mittelpunkt. Gegründet im Sommer 2017 verfügt der Verein mittlerweile über drei Rikschas, die in der Tiefgarage des Sozialzentrums Mariahilf sicher und unentgeltlich parken. Markus Schrott, Gesamtleiter der Bregenzer Einrichtungen der Stiftung Liebenau, ist begeistert von der Aktion und froh, dass die Ausfahrten seit Ende Mai wieder in vollem Umfang möglich sind: „Das ist eine tolle Sache: Man sieht den älteren Menschen die Freude richtig an“, sagt er. „Sie spüren den Fahrtwind und können mit den Rikschas auch Orte erreichen, die für sie zu Fuß zu weit weg oder mit dem Auto unzugänglich sind.“ Auch im Haus St. Josef im oberösterreichischen Gmunden gibt es ein ähnliches Angebot. (eb) Ehrenamt kann jeder Ein Event wie die Landesgartenschau Überlingen (LGS) lockte viele Menschen (s. auch S. 23). Solch eine große Veranstaltung braucht viele freiwillige Helferinnen und Helfer. Einer von ihnen ist Jonny Jäger. Der 37-Jährige wird von Fachkräften der Stiftung Liebenau begleitet. Alle zwei Wochen führte er im Tandem im Rahmen der Inklusiven Landesgartenschau mit anderen Gästeführern Besucherinnen und Besucher übers Gelände. Die Touren waren in Leichter Sprache, also für alle gut verständlich. Nicht nur das Thema passte für den gelernten Landschaftsgärtner, er wollte mit seinem Einsatz auch die Begegnungen nutzen, um für mehr Verständnis füreinander zu sorgen. Er resümiert: „Der Austausch von Jung und Alt hat gut geklappt.“ Für einen bestimmten Zeitraum hat er außerdem im Zweierteam an einem Einlass geholfen: Eintrittskarten scannen, Impfungen und Tests prüfen sowie Stempel geben. „Wenn du ein LGS-T-Shirt anhast, kommst du nicht weit. Die Leute fragen dich.“ Nicht ganz ohne Stolz deutet er dies auch als Interesse. Auch die oft positiven Rückmeldungen zur Landesgartenschau freuten ihn. „Für uns von der Stiftung Liebenau war es eine Bereicherung.“ Und: „Ich würde es wieder machen." 16 anstifter 3 | 2021

Schwerpunkt Keine Angst vor Anträgen Ehrenamtliche übernehmen gesetzliche Betreuungen für Menschen mit Einschränkungen „Ich habe keine Angst vor Anträgen,“ sagt Hermann Bührer. Unmittelbar ergänzt er: „Ich möchte die Menschen aber auch kennenlernen und möchte sie besuchen.“ Hermann Bührer ist einer der 274 ehrenamtlichen Betreuer und Betreuerinnen des Betreuungsvereins St. Martin im Landkreis Ravensburg. Seine beiden Aussagen enthalten bereits wichtige Kernaufgaben der Engagierten. Dem Bankangestellten Bührer sind bürokratische Vorgänge nicht nur geläufig, sie fallen ihm auch leicht. Auch war er zehn Jahre lang Bevollmächtigter seiner Tante. Heute ist er Betreuer von zwei Bewohnern des Fachzentrums Rosenharz der Stiftung Liebenau, die er regelmäßig besucht. Mit Hans-Jürgen Lorenz etwa macht er nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken auch Spaziergänge über das parkähnliche Gelände. Oft gesellt sich dann die Freundin des Betreuten dazu: „Dann sind wir zu dritt“, schmunzelt Bührer. Sein nahendes Rentenalter ist ihm Motivation für sein Engagement. „Ich möchte nicht nur zu Hause sitzen“, sagt er. Monika Bettinger, Geschäftsführerin des Betreuungsvereins St. Martin, konnte Herrmann Bührer für das Ehrenamt gewinnen. Das obligatorische Kennenlerngespräch begleitet sie immer. Lorenz und Bührer hätten sich auf Anhieb verstanden, sagt sie. Und: „Es ist mehr als ein Besuchsdienst.“ Administrative Aufgaben, Kommunikation mit dem Kostenträger oder Betreuungsgericht etwa stehen in der Regel an. Die Geschäftsführerin steht den Ehrenamtlichen zusammen mit zwei Mitarbeiterinnen aber jederzeit zur Seite: mit Einführungskursen und auch beratend bei komplexeren Fragen. Durch Mehrfachbetreuungen kommen die Engagierten auf fast 400 Betreuungen. Sie betreuen Menschen mit Behinderungen, aber auch erkrankte Senioren und Menschen mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen, ganz unabhängig, in welcher Einrichtung sie leben. Etwa die Hälfte der Betreuer sind männlich, was beim Engagement im sozialen Bereich eher ungewöhnlich ist und Monika Bettinger freut. Weitere Informationen zum Freiwilligen Engagement: Freiwilliges Engagement in Deutschland – Fünfter Deutscher Freiwilligensurvey (FWS 2019): www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/freiwilliges-engagement-in-deutschland-176834 Ehrenamtlich arbeiten bei der Stiftung Liebenau: www.stiftung-liebenau.de/karriere/ehrenamt Schulungen für Ehrenamtliche: www.akademie.stiftung-liebenau.de/fort-und-weiterbildungen/freiwillig-engagierte Patin oder Pate werden beim Kinderhospizdienst AMALIE: www.kinderhospizdienst-amalie.org/amalie/paten; www. kinderhospizdienst-amalie.org/amalie/je Betreuungsverein St. Martin im Landkreis Ravensburg: www.betreuungsverein-st-martin.de anstifter 3 | 2021 17

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