Mediathek der Stiftung Liebenau
Aufrufe
vor 1 Jahr

Anstifter 3, 2020 der Stiftung Liebenau

  • Text
  • Mitarbeiter
  • Engelbrecht
  • Technik
  • Digitale
  • Pflege
  • Digitalisierung
  • Anstifter
  • Menschen
  • Stiftung
  • Liebenau
Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Bildung, Familie, Gesundheit, Pflege und Lebensräume, Service und Produkte sowie Teilhabe.

Aus der

Aus der Praxis Stiftung Liebenau Österreich Kein Lockdown für den Glauben Wenn es schon für den einen oder anderen von uns befremdlich war, ohne Gottesdienst durch die Krise zu müssen, wie haben dann erst die Ordensschwestern diese Einschränkung erlebt? Im St. Josefshaus in Gaißau leben und arbeiten derzeit zwölf Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf, die auch als „Gaißauer Schwestern“ bekannt sind. Rosaria Helfer, Wohnbereichsleiterin im St. Josefshaus, hat nachgefragt und von Schwester Maria folgende Antwort erhalten: „Ich bin ganz berührt, dass du mich fragst, wie es uns gegangen ist. Es war nicht für jede Mitschwester gleich. Schwester Hildegard hatte sehr viel Arbeit an der Pforte, weil sie immer wieder aufstehen musste, um die Eingangstür zu öffnen, die ja zugesperrt war. Wir anderen waren schon sehr froh, dass wir wenigstens untereinander beten durften. Wir waren in unserer Gemeinschaft gut aufgehoben und ja, wir haben viel gebetet.“ Bewohner wie Mitarbeiter schätzen die Anwesenheit der Ordensschwestern, deren liebevolle und fürsorgliche Art sehr. Die Bleibe der Schwestern – das Kloster St. Josefshaus – wird im kommenden Jahr abgerissen. An seine Stelle kommt ein Neubau, der ihnen ein neues Zuhause bietet. In diesem Zuge wird die Zahl der Plätze für die Betreuung und Pflege älterer Mitbürger durch die Stiftung Liebenau von derzeit 44 auf 60 erhöht. Grundlage für die Neuerungen war ein Ideen-Wettbewerb. Dies ist der erste Schritt für ein künftiges Wohnbetreuungsangebot in Gaißau. Stiftung Liebenau Pflege und Lebensräume Neues Pilotprojekt: Ambulante Pflegepraxis Es gibt Arztpraxen und es gibt Praxen für Physio- und Ergotherapie. Doch es gibt keine Praxis, die den Bedarf an Pflege abdeckt. Pflege hat bisher immer hauptsächlich ambulant oder vollstationär stattgefunden. Diese Lücke soll das neue Projekt der „Ambulanten Pflegepraxis“ nun schließen. Beteiligt sind die Stiftung Liebenau und die Gemeinde Oberteuringen, in der das Projekt im Frühjahr 2021 starten soll. Zunehmende Versorgungslücken der hausärztlichen Versorgung, vor allem im ländlichen Raum, sollen damit aufgefangen werden. So soll die Pflegepraxis zum Beispiel Monitoring (Blutdruck- und Blutzuckermessung), Blutentnahmen, Betreuung bei Diabetes und chronischen Wunden sowie Früh- erkennungsleistungen (Blut-, Stuhl-, Seh- und Hörtest) anbieten. Zudem soll sie die enge Kooperation mit den Haus- und Fachärzten, aber auch mit anderen medizinischen und/oder therapeutischen Berufsgruppen übernehmen. Die multiprofessionelle Arbeit kann einen längeren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit ermöglich. Carelutions, ein Telemedizinpartner, ergänzt das Angebot durch adäquate Beratung und Unterstützung durch verschiedene Fachärzte. Das Projekt wurde ins Förderprogramm „Innovationsprogramm Pflege 2020“ aufgenommen. Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg unterstützt es mit circa 170.000 Euro. 26 anstifter 3 | 2020

Aus der Praxis Stiftung Liebenau Teilhabe und Familie Neues Zuhause entsteht in Mengen Im Juli nahmen die Bagger auf dem Benedikt-Reiser-Areal ihre Arbeit auf: Hier errichtet die Stiftung Liebenau ein dreistöckiges Wohnhaus für 18 Menschen mit Behinderungen und hohem Unterstützungsbedarf. In drei Wohngruppen entstehen jeweils sechs Einzelzimmer, die den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern Rückzugsmöglichkeiten, Privatsphäre und Raum zur persönlichen Entfaltung bieten. Ihre personenzentrierte Begleitung unterstützt die Ziele der Inklusion. Seit 2007 betreut und begleitet die Stiftung Liebenau auf dem Benedikt-Reiser-Areal Menschen mit besonderen Herausforderungen. Das ehemalige Krankenhaus, wo bisher zwölf Menschen leben, konnte in seiner bestehenden Form jedoch nicht weiterbetrieben werden. Mit dem Neubau im gleichen Areal kann die enge Verbindung und die gute Zusammenarbeit mit dem Altenpflegeheim St. Ulrika, dem Förder- und Betreuungsbereich der OWB, der benachbarten Physiotherapie-Praxis, der Sozialstation der Liebenau Lebenswert Alter sowie den Lebensräumen für Jung und Alt weiterhin fortbestehen. Mengens Bürgermeister Stefan Bubeck sieht in dem Neubau „eine wichtige Ergänzung der sozialen Infrastruktur und einen weiteren Schritt zur Inklusion und Teilhabe“. Bereits Anfang 2022 sollen die ersten Bewohner in eine der drei Wohngemeinschaften des neuen Gebäudes einziehen können. Gebaut wird das Wohngebäude von Generalunternehmer F. K. Systembau aus Münsingen zusammen mit den freien Architekten Hartmaier & Partner. Der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) fördert das rund 2,7 Millionen Euro teure Wohnprojekt mit 730.000 Euro, die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit 285.000 Euro. Stiftung Liebenau Pflege und Lebensräume Baubeginn für 31. Mehrgenerationenhaus Zentral in der Ortsmitte Owingens baut die Stiftung Liebenau gemeinsam mit der Überlinger Investorengruppe „Kraus + Ruf Projekte“ und der Gemeinde Owingen ihre 31. Mehrgenerationenwohnanlage nach dem Konzept Lebensräume für Jung und Alt. Ende Mai war offizieller Spatenstich, wegen Corona nur im kleinen Kreis. Die Lebensräume für Jung und Alt sind eine generationenübergreifende Wohnform für Seniorinnen und Senioren, für Alleinstehende, Paare, Alleinerziehende oder junge Familien. „Dieses Konzept setzen wir inzwischen seit 30 Jahren in vielen Gemeinden erfolgreich um“, so Stefanie Locher, Geschäftsführerin der Unternehmen der Stiftung Liebenau Pflege und Lebensräume. Die Stiftung Liebenau sorgt mit einer Fachkraft für Gemeinwesenarbeit für die Organisation der Selbst- und Nachbarschaftshilfe. Das Bauprojekt soll bis zum Jahr 2022 fertig gestellt sein. Es umfasst 25 Wohnungen, eine Begegnungsstätte, den Quartierstreff und eine Tiefgarage mit 30 Stellplätzen. Die beiden Wohneinheiten nach Massivbauweise werden durch einen offenen Laubengang verbunden. Gebäudehülle und Gebäudetechnik entsprechen der neuesten Energieeinsparverordnung und KfW 55 Standard. Kraus + Ruf Projekte übernimmt die Planung und Finanzierung des 7,5 Millionen Euro teuren Bauprojekts, die Stiftung Liebenau realisiert das Wohn- und Lebenskonzept. anstifter 3 | 2020 27

Hier finden Sie Impulse für den Alltag

Anstifter

Stiftung Liebenau Österreich