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Anstifter 3, 2019 der Stiftung Liebenau

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Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Bildung, Familie, Gesundheit, Pflege und Lebensräume, Service und Produkte sowie Teilhabe.

Stiftung Liebenau Beete und Arbeit Dekan Ekkehard Schmid ist seit zehn Jahren Mitglied im Aufsichtsrat der Stiftung Liebenau Um abschalten zu können, muss Ekkehard Schmid nicht weit reisen. Es sind nur ein paar Schritte durch das verwinkelte Pfarrhaus in Weingarten, die ihn über eine Hintertür in sein kleines Gartenparadies führen. Inmitten massiver Mauern, die von der einstigen Pracht des Benediktiner Klosters zeugen, fühlt man sich – unversehens – in eine Gartenschau versetzt, so groß ist die botanische Vielfalt hier. „Überall, wo ich seelsorgerisch tätig war, habe ich die Gärten bearbeitet. Oder sie überhaupt erst in einen gartenähnlichen Zustand versetzt. Das gehört für mich zum Leitsatz Ora et Labora dazu“, sagt Schmid. „Ohne, dass ich jetzt ein Spießer wäre“, schiebt er noch hinterher, als müsse er sich dieses Vorurteils erwehren. Und spießbürgerlich, laut Duden also kleingeistig oder eng stirnig, gibt sich Ekkehard Schmid nun wirklich nicht. „Ich bin zwar ein bodenständiger Typ, aber Regionalität muss man ja nicht mit Provinzialität gleichsetzen“, sagt er. Dafür wäre Weingarten auch ein denkbar schlechter Ort, weil es – so Schmid – dem „Genius Loci“, wie der Lateiner sagt, also dem Geiste des Ortes widerspräche. In der Pfarrei St. Martin sieht man sich mit der größten Barockkirche nördlich der Alpen der Weltoffenheit quasi verpflichtet: Hier finden Wallfahrten, Führungen und Konzerte statt, zudem wird mit dem Blutritt – als wäre nicht genug zu organisieren – noch die größte Reiterprozession Europas veranstaltet. „Wir sind mit gut 5000 Mitgliedern eine ganz gewöhnliche Gemeinde, die sich dieser kulturhistorischen Herausforderung stellt. Die Offenheit, Beweglichkeit und ein gewisses Improvisationsvermögen gehören für mich aber auch zum Wesen des Katholischen“, sagt Schmid. In dieser Haltung ist er übrigens sehr konsequent, auch wenn es um Themen wie Frauen und Verheiratete im Priesteramt geht. „Die Gesellschaft wartet nicht auf die Kirche und in vielen Fragen stehen wir uns derzeit selber im Weg. Da fällt es mir schwer zu sagen, es gibt hier ein Tabu, über das können wir nicht reden. Gerade, wenn man die Menschen kennt und sich in ihre Sichtweise hineinversetzt“, sagt Schmid. Land und Leuten in der Region fühlt sich Schmid von Hause aus sehr verbunden. Er wächst in Ochsenhausen auf, wo er Kirche, Glauben und die Klosterlandschaft schon im Kindesalter als allgegenwärtig erlebt. Seine Laufbahn als Theologe verläuft aber keineswegs linear. Sie beginnt sogar eher aus der Verlegenheit, um den Wehrdienst herumzukommen. Nach dem Abitur besucht Schmid zunächst das Ambrosianum, eine Sprachschule der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die auf das Theologiestudium vorbereitet. Mit dem anschließenden Studium in Tübingen geht er dann den nächsten logischen Schritt. Restzweifel bleiben jedoch. „Tübingen war ein sehr trockenes, kirchlich-katholisches Pflaster. Da gab es Phasen, in denen mich die Gemeinschaft der Studienkollegen vielleicht sogar vor dem Kapitulieren bewahrt hat“, erinnert sich Schmid. Eine Gemeinschaft im Übrigen, die die Jahre überdauert hat, denn einige der damaligen Kollegen sind heute Pfarrer in seinem Dekanat. Dass er auch außerhalb kirchlicher Strukturen ein guter Netzwerker ist, beweist er vor gut zehn Jahren. Auf Wunsch des Bischofs übernimmt Schmid ein Aufsichtsmandat in der Stiftung Liebenau. „Als ich ins Boot kam, war es eine schwierige Zeit, in der die Kirchlichkeit der Stiftung in Frage gestellt wurde. Es ging also erstmal darum, zu entkrampfen und eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens aufzubauen. Das hat sich sehr gut entwickelt“, sagt Schmid. Gerade beim Thema Sozialpolitik eröffnen sich ihm neue Perspektiven, er sieht aber auch Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Institutionen, für die er tätig ist. „Wenn man einen hohen Anspruch an sich selbst formuliert, macht man sich automatisch angreifbar. Das ist in der Kirche genauso wie in der Stiftung. Man kann dir da ständig was aufs Brot schmieren und du genügst nie. Typisch Liebenau, heißt es dann, oder eben typisch Kirche.“ Typisch Kirche! Auch wieder so ein Ausdruck von Vorurteilen, mit denen sich Dekan Ekkehard Schmid nicht anfreunden kann. Aber Vorurteile sind ja auch etwas für Spießer. (dk) 4 anstifter 3 | 2019

Stiftung Liebenau Berufsstart: Aber mit Vergnügen Das Line-Up des Social´n´Fun-Festivals sorgte nicht nur unter den 170 neuen Azubis, Studenten, Bufdis und FSJler für Begeisterung: Gut 500 Gäste, darunter viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Familienangehörige und Menschen mit Behinderungen, feierten im Schlosspark der Stiftung Liebenau bis in den späten Abend. Den Anfang machten DLIA mit deutschem Hip-Hop. Die sechs Ravensburger begeisterten mit klugen Texten, grooviger Musik und einer Extraportion Soul. Die Brass- Combo Fättes Blech bewies, dass sich aktuelle Chart-Hits und Hip-Hop-Klassiker auch hervorragend auf Trompete, Posaune und Tuba performen lassen. Nach einer atemberaubenden Show der Tanz-Crew CWAIN vom Tanzcenter Geiger wartete das Highlight des Abends: Topic. Der Solinger DJ kam gerade erst vom Videodreh aus Spanien und verwandelte den Schlosspark mit seinen Hits vollends zur Open-Air-Disco. Bereits am Vormittag wurden die Auszubildenden von Vorstand Prälat Michael H. F. Brock begrüßt. Dieser gab zunächst eine Einführung in die Handlungsfelder der Stiftung Liebenau und verdeutlichte die Grundlage der Stiftung anhand der Geschichte vom barmherzigen Samariter. In verschiedenen Workshops konnten „die Neuen“ bei Outdoor-Aktivitäten und Kennenlern-Spielen gleich ihre Teamfähigkeit beweisen. anstifter 3 | 2019 5

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