Mediathek der Stiftung Liebenau
Aufrufe
vor 4 Jahren

Anstifter 3, 2017 der Stiftung Liebenau

  • Text
  • Liebenau
  • Stiftung
  • Menschen
  • Anstifter
  • Teilhabe
  • Arbeit
  • Bewohner
  • Mitarbeiter
  • Behinderung
  • Haus
Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Bildung, Familie, Gesundheit, Lebensräume, Pflege, Service und Teilhabe.

Stiftung Liebenau Teilhabe Kontaktaufnahme ohne Berührungsängste in Mühlhofen-Uhldingen. Neubürger willkommen Bewohner und Beschäftige nehmen nachbarschaftliche Kontakte in Uhldingen auf Kunterbuntes Treiben herrscht auf dem großen Platz: Menschen stellen sich gegenseitig vor, lachen miteinander, sind neugierig aufeinander. Die Beschäftigten und Mitarbeiter des Bildungs-, Begegnungs- und Förderzentrums (BBF) der Stiftung Liebenau statten den Feuerwehrleuten der Freiwilligen Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen einen Besuch ab. Beide Einrichtungen befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft in der Bodenseegemeinde. Grund sich näher kennenzulernen. Zu den Highlights des Treffens gehörte für einige der 30 BBF-Beschäftigten eine kurze Fahrt in einem 250-PS-starken Fahrzeug. Christian Behrendt etwa war sichtlich stolz und wusste nach dem Aussteigen gar nicht, wohin mit seiner Freude. Schließlich entlud sie sich in diversen freundschaftlichen Umarmungen mit den Feuerwehrleuten. Andere bestiegen gespannt den Fangkorb am Ende der Drehleiter. „Die Begegnung mit Menschen mit Behinderung ist für uns aufregend – im positiven Sinn“, sagt die aktive Feuerwehrfrau Katharina Koslowski zu der neuen Erfahrung. Einige Feuerwehrleute besuchten bereits zuvor das BBF, das seit April in Betrieb ist. Bis zu 24 Menschen mit geistiger Behinderung erhalten hier von Montag bis Freitag eine Tagesstruktur und Förderangebote, wie Matthias Grupp, der Leiter vor Ort, erklärt. Das helle, moderne Gebäude hat neben Büros und Betriebsräumen drei Gruppenräume, jeweils ausgestattet mit einer Küche und einem Zugang zur großen Terrasse. Hinzu kommt ein Multifunktionsraum, den alle nutzen können, etwa für gemeinsame Mahlzeiten oder Besprechungen. Auch ein Physiotherapieraum steht zur Verfügung. Von extern kommt ein Therapeut, um die Beschäftigten hier zu behandeln, ebenso eine Logopädin. Ganz nach den eigenen Fähigkeiten und Bedürfnissen widmen sich die Beschäftigten im BBF zum Beispiel kreativen Tätigkeiten, falten Windräder aus Papier oder flechten Geschenkekörbe aus gerollten Zeitungsseiten. Eine pädagogische Fachkraft bäckt einmal die Woche mit ihnen. Mittagessen wird in der Regel angeliefert. Im Rahmen der Tagesstruktur ist aber auch gelegentliches gemeinsames Kochen in der Küche im Multifunktionsraum geplant. Leben in der Gemeinde Die meisten der Beschäftigten leben nicht weit entfernt vom BBF in einem neuen Wohnhaus. Es bietet seit Jahresbeginn vier Wohnungen und vier Einzimmerappartements für insgesamt 24 Menschen mit Behinderung. In zwei der Wohnungen leben Menschen mit hohem Hilfebedarf. Erste Schritte für die angestrebte Vernetzung in die Gemeinde sind auch hier schon getan: Eine Mitarbeiterin begleitet Menschen sonntags in den Gottesdienst. Unterstützt wird sie hierbei von einem Ehrenamtlichen. „Derzeit befindet sich das Wohnhaus noch im Aufbau. Wir sind aber auf einem guten Weg, viele Anfangsschwierigkeiten sind aus dem Weg geräumt“, schildert Michael Metzger, Leiter des Hauses. In einer Gemeinde anzukommen, sich an die neue Umgebung und an die Menschen zu gewöhnen und sich zu orientieren, brauche Zeit. Langgelebte Gewohnheiten müssten aufgegeben, neue Eindrücke verarbeitet, Beziehungen neu gestaltet werden. Anzukommen braucht neben Zeit auch fachliche Begleitung. Damit es gut gelingt, sind die Mitarbeiter des Wohnhauses und des BBF in engem Austausch miteinander. Oft sind sie auch wichtiges Bindeglied und Multiplikatoren im öffentlichen Leben. Nicht selten ergeben sich Anknüpfungspunkte im privaten Gespräch mit Nachbarn und Vereinskollegen. Werden Ideen und Anregungen weiterverfolgt, dient dies der aktiven Teilhabe der neuen Gemeindemitglieder in ihrem Wohnort. Genauso wie der Besuch bei der Feuerwehr. (ao) 26 anstifter 3 | 2017

Stiftung Liebenau Teilhabe Leichte Sprache Leben in Uhldingen Uhldingen gehört zum Bodensee-Kreis. Die Gemeinde hat ungefähr 8000 Einwohner. In Uhldingen wurde ein neues Wohnhaus gebaut. 24 erwachsene Menschen mit Behinderung leben dort. Im Haus gibt es Wohn-Gemeinschaften. Jeder hat sein eigenes Zimmer. Auch Menschen mit schwerer Behinderung leben hier. Es sind immer Fachkräfte im Haus. Förderung in Uhldingen In Uhldingen gibt es 24 Plätze an denen Menschen mit Behinderungen gefördert werden. Dafür gibt es auch ein neues Haus. Es heißt Bildungs-, Begegnungs- und Förderstätte. Das kurze Wort ist BBF. Viele Bewohner vom neuen Wohnhaus arbeiten im BBF. Die Bewohner sind noch neu in Uhldingen. Sie lernen Nachbarn und andere Leute erst kennen. Wie zum Beispiel die Feuerwehrleute. Bewohner durften mit dem Feuerwehr-Auto fahren. Die Begegnung hat allen Spaß gemacht. Piktogramme von METACOM Symbole © Annette Kitzinger anstifter 3 | 2017 27

Stiftung Liebenau Österreich