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Anstifter 3, 2016 der Stiftung Liebenau

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Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Pflege, Teilhabe, Bildung, Gesundheit, Familie und Service.

Schönheitstipps, die

Schönheitstipps, die tiefer wirken Foto: © GTeam - fotolia.com Attraktives Erscheinungsbild verleiht auch älteren und eingeschränkten Menschen Würde Die Fragen stellte Elke Benicke ÖSTERREICH – Das Bedürfnis, sich als Frau oder Mann attraktiv zu fühlen, hält ein Leben lang an. Wer es schafft, die inneren Werte durch das Äußere, durch die Frisur, Kleidung und das Auftreten zu spiegeln, wirkt schön auf andere. Dies gilt auch für ältere sowie körperlich und geistig eingeschränkte Menschen. Stilexpertin Elisabeth Motsch hat in Einrichtungen der St. Anna-Hilfe Österreich beraten. Im folgenden Interview erklärt sie den Zusammenhang zwischen Innerem und Äußerem und gibt Schönheitstipps, die tiefer wirken. Frau Motsch, Sie kennen sich aus mit dem Schönsein, bezeichnen sich selbst als Stilexpertin, geben Seminare, halten Vorträge und schreiben Bücher. Wie definieren Sie Schönsein? Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Ich persönlich bevorzuge deshalb ja den Begriff Attraktivität. Die wichtigste Betrachterin meiner Person bin ich selbst. Dann kommen die Menschen, die mir wichtig sind und dann jene, bei denen ich ankommen will oder muss. Einige Menschen machen gerade das Nicht-Schön-Sein-Wollen zu einer Lebenseinstellung, sagen: „Für mich zählen mehr die inneren Werte, ich brauche diesen ganzen Schnickschnack nicht“. Wie reagieren Sie auf solche Statements? Elisabeth Motsch, Stilberaterin aus Michael- gesehen, die inneren Werte?“ Üblicherweise spiegeln Darauf antworte ich: „Haben Sie die bei mir schon beuern bei Salzburg. wir unsere Seele durch unser Äußeres, die Kleidung, Foto: privat das Auftreten und Benehmen. Wie entdecken Sie die Persönlichkeit eines Menschen im Rahmen Ihrer Arbeit? Wie kehren Sie sein Inneres nach außen? Zunächst beobachte ich, wie sich die Person bewegt, wie sie geht, wie sie steht und sitzt. Dann die Augen. Wenn jemand sehr offen ist, sehr neugierig, sieht man das an den Augen. Auch das Gesicht und die Stimme lassen Rückschlüsse auf den Charakter zu. Das Äußere sollte nie auffälliger sein als die Person selbst. Dann spreche ich mit ihr oder ihm darüber. Was will dieser Mensch ausdrücken? Wie sieht er sich selbst? Beraten Sie auch Menschen über 70 oder 80 Jahre? Ja, sie kommen meist auf Stil-Seminare. Einige haben von ihren Kindern oder ihrem Mann einen Gutschein für Stilberatung bekommen. Oder sie kommen, weil sie sich so etwas immer gewünscht und doch bisher nicht gegönnt haben. Niemand ist zu alt dafür. Kommen auch Menschen mit Behinderung zu Ihnen? Ja, natürlich haben auch Menschen mit Behinderung das Bedürfnis, für sich und andere attraktiv zu sein. Ein Beispiel: Da war diese Dame mit Multipler Sklerose. Sie saß im Rollstuhl und wünschte sich eine Stilund Farbberatung. Jeden Tag ließ sie sich von ihrer Pflegerin ankleiden und schminken. Sie hat sich die Liebe für ihr Äußeres erhalten. Warum sind Sie Stilexpertin geworden? Ich bin Stilexpertin geworden, weil ich selbst unter meinem fehlenden Kleiderstil gelitten habe. Dann habe ich mich mit mir beschäftigt und festgestellt, dass es mir Spaß macht, einen Stil zu finden, dass ich ein Gespür dafür habe. Diese Freude am Finden eines eigenen Stils möchte ich an andere weitergeben. 22 Altenhilfe

Innovative Senioren-Rikschas „bewegen“ WIEN – Eine Kooperation zwischen der Caritas der Erzdiözese Wien und Casa Leben im Alter macht es möglich: Rikschas für Senioren. Das Pflegewohnhaus Casa Kagran und das Caritas Seniorenhaus Baden holen den Trend Rikscha-Radeln für ihre Bewohnerinnen und Bewohner nach Wien und Niederösterreich. Auf Fahrrad-Rikschas mit Elektromotor nehmen Seniorinnen und Senioren in der ersten Reihe Platz und schwirren gemeinsam mit Freiwilligen in die Umgebung aus. Seit Mitte Mai sind drei Senioren-Rikschas in beiden Häusern regelmäßig im Einsatz. Im Pflegewohnhaus Casa Kagran konnten bereits 50 Ausfahrten im ersten Monat verzeichnet werden. Die Fahrrad-Rikschas sind eine Win-win-Situation für alle Beteiligten: Für die Senioren bedeutet es ein Stück der verloren gegangenen Mobilität und somit Lebensqualität zurückzugewinnen. Sie wählen selbstbestimmt Ausflugsziele und genießen den Wind in den Haaren. Die fünf freiwilligen Piloten, etwa Angehörige und Zivildienstleistende, können durch die sportliche und sinnstiftende Aktivität ihr Wohlbefinden steigern. Generationsübergreifend genießen die Beteiligten die Freude an der Bewegung, Geschichten über aktuelle und alte Zeiten und neue Ausflugsziele. Nicht zuletzt profitiert auch die Umwelt von dem klimafreundlichen Fortbewegungsmittel. Gelebtes Miteinander mit Flüchtlingen BRUNNADERN/OBERHELFENSCHWIL – Die Bewohner der Asylunterkunft Chrüzweg in Brunnadern bekommen ihr Essen aus dem Pflege- und Kurzentrum DORFPLATZ in Oberhelfenschwil. Rund 100 Mittagund Abendmenüs für die Flüchtlinge werden dort täglich zubereitet. Zur Unterstützung wurde eine „Rüstgruppe“ ins Leben gerufen, der neben Angestellten auch einige Bewohnerinnen und Bewohner des DORFPLATZES sowie zwei Asylsuchende angehören. Um zu erfahren, wo ihre Menüs genossen werden, besuchten sie gemeinsam mit Geschäftsführerin Renate Klein die Asylunterkunft. Kuchen und Punsch dienten als Brückenschlag zwischen den Kulturen. In der Unterkunft leben zurzeit rund 100 Asylsuchende aus 14 Nationen – und diese hatten viel zu erzählen. Sprachkundige unter den Heimbewohnern halfen, Sprachbarrieren zu überwinden. Die Freude über den Besuch war spürbar und bereichernd für beide Seiten. Vor allem die älteren Heimbewohner wissen aus ihren eigenen Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg, was es heißt, vertrieben zu werden. Altenhilfe 23

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