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Anstifter 3, 2015 der Stiftung Liebenau

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Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Altenhilfe, Behindertenhilfe, Bildung, Gesundheit, Familie und Dienstleistungen.

Wir sagen Danke!

Wir sagen Danke! Liebenau Weiterbildung „Case Manager (DGCC)“ Passgenaue Hilfen in einem vielschichtigen sozialen Netzwerk zu gestalten und zu organisieren wird immer wichtiger. Die Abteilung „fortbilden & entwickeln“ der Stiftung Liebenau reagierte auf diese Entwicklung und bildete elf Männer und Frauen innerhalb eines Jahres zu „Case Managern (DGCC)“ aus. Ältere Menschen wollen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden leben. Immer mehr Menschen mit Behinderungen ziehen im Sinne des Inklusionsgedankens von den Einrichtungen in die Gemeinden. Im Rahmen der Berufsausbildung brauchen junge Menschen mit Einschränkungen Unterstützung, um ihren Weg ins Arbeitsleben zu finden. Sie alle sind potenzielle Klienten eines Case Managers, der Menschen mit komplexen Problemlagen dabei unterstützt, in einer hochdifferenzierten Hilfelandschaft die passenden Angebote zu finden. Rund 220 Unterrichtseinheiten umfasste die Weiterbildung, die bereits zum zweiten Mal angeboten wurde. Die nächste Weiterbildung „Case Management“ beginnt im April 2016. Info-Veranstaltung hierzu am 9. März 2016 in Liebenau. www.fortbilden-entwickeln.de ê Unterstützung für Kinder Mit 5.000 Euro unterstützt das Familienunternehmen Marco GmbH & Co. KG aus Malterdingen die Sozialmedizinische Nachsorge vom Liebenauer Netzwerk Familie. Die Sozialmedizinische Nachsorge begleitet Familien mit früh- und risikogeborenen sowie chronisch und schwerstkranken Kindern vom Klinikaufenthalt ins häusliche Umfeld. Der Dienst wird nur zum Teil von den Krankenkassen finanziert und ist daher auf Spenden angewiesen. Auf dem Foto (v.l.): Kai Kruse, Geschäftsführer von Marco, Susanne Dietrich (Sozialmedizinische Nachsorge) und Christoph Gräf (Liebenauer Netzwerk Familie). ê Schwimmen für Familien Mehr als 600 Kilometer haben 353 Teilnehmer im Juli beim Zehn-Stunden-Schwimmen im Tettnanger Bädle zurückgelegt. Die Spendensumme: 2.494 Euro. Stellvertretend für die Spender übergab die Stadtverwaltung den Scheck an den Ambulanten Kinderhospizdienst Amalie. ê Für einen guten Start Mit 2.000 Euro unterstützt das Unternehmen Gisoton Wandsysteme aus Aichstetten das Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW). Gesammelt wurde beim alljährlichen Golfturnier des Unternehmens für einen guten Zweck. Startgebühr und Einzelspenden tragen dazu bei, die Möglichkeit einer Ausbildung von benachteiligten Jugendliche sicherzustellen. ê Schüler laufen für Kinder Lehrer und Schüler der Gemeinschaftsschule Horgenzell haben einen Spendenlauf organisiert und daran teilgenommen. Jeder Schüler hat pro gelaufener Runde einen Geldbetrag vom selbst gesuchten Sponsor erhalten. Von den gesamten Spenden gingen 1.000 Euro an den Ambulanten Kinderhospizdienst Amalie. 8 Stiftung Liebenau

Foto: fotolia Auf der Flucht von Prälat Michael H. F. Brock Das Matthäusevangelium beschreibt gleich zu Beginn, dass Maria, Josef und das Kind Jesus sich auf der Flucht befanden. Sie waren auf der Flucht aus Angst vor Terror und Willkür eines Herrschers, der seine Macht bedroht sah durch die Verheißung des Friedens. Kein Mensch verlässt gerne seine Heimat. Es muss schon existenzielle Not, Angst und Verzweiflung vorliegen, Bedrohung und Sorge um Leib und Seele. Dann aber brauchen wir Menschen, Länder und Kulturen, die die Flüchtenden aufnehmen, Schutz gewähren, Sicherheit, Obhut. Ich schreibe als Theologe, nicht als Politiker, wenn ich sage: Ich lasse mich auf die Diskussion um die einzelnen Beweggründe von Menschen auf der Flucht gar nicht erst ein. Wenn Angst und Verzweiflung Menschen dazu treibt, ihre Heimat zu verlassen, dann darf es keine Diskussion mehr geben. Über alle Grenzen und Länder und Kulturen, auch Religionen hinweg gilt: Menschen haben ein Recht auf ein angstfreies Leben, weil sie Menschen sind. Und diese Erde hat keine Besitzer. Wir haben ein Recht, diese Erde zu verwalten im Namen dessen, der sie uns geschenkt hat. Aber – unserem Glauben folgend gibt es keinen Gott der Deutschen, der Europäer, der Amerikaner, der Chinesen, der Syrer, der Afghanen… Es gibt nur einen Gott in unserem Glauben und er ist Gott der ganzen Erde. Es ist Menschenwerk, eine Götterwelt zu formen, die Menschen eingrenzt oder ausgrenzt. Es ist Fanatismus zu glauben, Gott erlaube es, dass Menschen gegen Menschen vorgehen. Es ist Terrorismus, wenn Menschen in Angst, Schrecken und Verzweiflung getrieben werden. Es ist eine Wahnvorstellung, wir Menschen müssten uns gegeneinander kriegerisch verhalten, weil ein Glaube es uns so vorgeben mag. Wir haben jedenfalls als Christen eine eindeutige Haltung (Gott sei Dank nach genügend Irrläufen auch in unserer eigenen Geschichte). Es gibt keinen Gott, der den Krieg erlaubt, Menschen gegen Menschen, Kultur gegen Kultur, Land gegen Land. Es gibt nur EINE Menschheitsgeschichte GOTT – MENSCH. Und also nur eine MENSCHHEIT mit viel Verwandtschaft und kultureller und religiöser Vielfalt. Maßstab ist für mich unser Verhalten in Religion, in Kultur und Gesellschaft. Auf Gott berufen mag sich ein jeder, der im Namen des Friedens unterwegs ist, Menschen entgegenzugehen, ihre Ängste zu umarmen. Weil Menschen frei sind, wird es immer Menschen geben, die andere Menschen unterdrücken wollen um ihres eigenen Vorteils willen. Weil wir Menschen frei sind, werden wir uns immer wehren (müssen) gegen jede Form der Ungerechtigkeit und des Missbrauchs von Macht. Und wir können biblisch lesen, dass Menschen auf der Flucht immer schon darauf angewiesen waren, dass Menschen Menschen beschützen. Stellen wir uns vor, Josef, Maria und Jesus hätten in Ägypten keine Zuflucht gefunden. Gottes Sohn wäre umgekommen auf der Flucht wie heute Tausende auf ihrem Weg aus Ländern der Unterdrückung und des Krieges nach Europa. Wir hätten von Gottes Botschaft in menschlichen Verhältnissen nie erfahren. Ich sage willkommen den Menschen, die auf der Flucht sind. Biblisch haben sie einen Anspruch auf Sicherheit und Auskommen, bis sich die Verhältnisse geändert haben und sie in Frieden heimkommen können. Wer heute Jesus folgen möchte, fragt nicht nach Herkunft, Kultur und Religion. Wer ihm folgen möchte, fragt nach Not und Linderung. Was brauchen Menschen, die sich in Angst und Verzweiflung an uns wenden? Sie brauchen Menschen, die sie als Menschen an- und aufnehmen. Hören Sie den Text an. www.stiftung-liebenau.de/impulse Sprecher: Prälat Michael H. F. Brock Stiftung Liebenau 9

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