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Anstifter 2, 2020 der Stiftung Liebenau Österreich

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Schwerpunkt Welche neuen

Schwerpunkt Welche neuen Erkenntnisse ziehen Sie aus der Krise? Zum einen lagern wir nun ausreichend Schutzausrüstung, wissen, wie kontaktvermeidende Dienstpläne geschrieben werden, und stärken die einzelnen Häuser weiter in ihrer Autonomie, damit sie sich im Falle eines Falles schnell isolieren können. Im Grunde haben wir unser Unternehmensprofil nur geschärft und festgestellt, dass wir mit unserer dezentralen Struktur gut aufgestellt sind. So war es möglich, dass die einzelnen Führungskräfte eigene Entscheidungen zum Wohl ihrer Bewohner und Mitarbeiter treffen konnten. Orientierung brachte nicht zuletzt unser Leitsatz „In unserer Mitte – Der Mensch“. Was zuerst zählt, sind nicht Finanzen, Behörden oder Politik, sondern nur der Mensch. Was ist Ihr Fazit? Zum einen: Angst ist kein guter Ratgeber. Auch in der Krise gilt es, Ruhe zu bewahren und mit Herz und Verstand nach Lösungen zu suchen. Zum anderen: Die Krise hat Veränderungen gebracht, die vorher so nicht vorstellbar waren. Das macht Mut, selbst zum Gestalter zu werden – ganz nach dem Motto von Adolf Aich, dem Gründervater der Stiftung Liebenau: ,Da sollte doch Wandel geschaffen werden.‘ Vielen Dank für das Gespräch, Herr Grath! Gegen Ende der Konferenz entspannte Gesichter (v.l.n.r.): Klaus Müller (Geschäftsführer), Winfried Grath (Verwaltungsleiter und Wirtschaftlicher Leiter), Thomas Adler (Hausleiter), Doris-Kollar Plasser (Regionalleiterin), Elisabeth Holzinger (Hotelleitung), Markus Schrott (Gesamtleitung Bregenz), Bernadette Peitler (Hausleiterin), Philipp Graninger (Hausleiter), Elke Benicke und Sabrina Nuber (Dachcom) sowie Dennis Roth (Leiter Qualitätsentwicklung) mit ausgeschalteter Kamera. 6 anstifter ÖSTERREICH 2 | 2020

Schwerpunkt Wer konnte das ahnen? Corona-Tagebuch aus dem Haus St. Josef Keine Feiern, keine Besuche, möglichst wenig Kontakte: Wer hätte im Februar gedacht, wie sehr unsere Freiheit im März und April eingeschränkt werden würde. Alles, was das Leben bunter macht und die Herzen wärmt, musste abgesagt oder minimiert werden. Im Rückblick wiederum können wir uns kaum mehr vorstellen, dass es diesen Lockdown tatsächlich gegeben hat. Wie war das nochmal, wie haben wir das bloß gemeistert? Gut, dass Christina Plasser, Mitarbeiterin in der Verwaltung des Hauses St. Josef in Gmunden, mitgeschrieben hat. Februar – Geselliges Faschingfeiern Gemeinsam mit den Mitarbeitern, Angehörigen und weiteren Gästen feiern unsere Bewohner den Fasching. Bei Faschingskrapfen, Bier und Bingo geht es gesellig zu. Die Kostüme und kreativen Accessoires haben einige Seniorinnen und Senioren in der hauseigenen Kunstwerkstatt selbst gestaltet. Über eine anonyme Stimmabgabe wird das schönste Kostüm gewählt. Gewonnen hat ein Ensemble mit Blumenhut, das Hausleiter Thomas Adler mit einer Medaille prämiert. Die glückliche Faschingskönigin, Ernestine Varga, erhält außerdem eine Urkunde sowie einen Gutschein für das Kaffeehaus Reingruber. März – Lockdown bringt ungewöhnliche Aufgaben Alle Medien berichten nun laufend über den neuartigen Corona-Virus, der sich rasend schnell auf dem gesamten Erdball ausbreitet. Mitte März heißt es aufgrund der Pandemie dann auch bei uns: „Türen schließen – absolutes Besuchsverbot“. Oder im Wortlaut des Landes Oberösterreich: „Zur Risikominimierung und zum Schutz von besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen gilt ab Freitag, den 13. März 2020, in den oberösterreichischen Krankenanstalten, Alten- und Pflegeheimen, in den Wohneinrichtungen nach dem oberösterreichischen Chancengleichheitsgesetz und den Reha-Einrichtungen ein absolutes Besuchsverbot.“ Plötzlich beschäftigen wir uns mit Dingen, die zuvor kein Thema waren, schreiben Maßnahmenpläne, verschärfen Hygie nevorkehrungen, beschränken soziale Kontakte, versenden Informationsbriefe an Angehörige und Mitarbeiter, bestellen Schutzausrüstung und wundern uns, dass manche Masken wie Kaffeefilter aussehen, aber unglaublich viel kosten. Nach wie vor arbeiten wir aber hauptsächlich daran, das alltägliche Leben der Bewohner in unserem Haus so normal wie möglich zu gestalten. Dazu gehört auch das gemeinsame FEBRUAR MÄRZ Ein Highlight auf der Faschingsfeier im Haus St. Josef in Gmunden war das Bingo-Spiel. Bewohnerin Maria Köck genießt die Faschingsfeier im Haus St. Josef, Gmunden. „Danke fürs Zuhausebleiben“, schreibt eine Bewohnerin in altdeutscher Schrift. anstifter ÖSTERREICH 2 | 2020 7

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