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Anstifter 2, 2020 der Stiftung Liebenau Österreich

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Schwerpunkt

Schwerpunkt Neuorganisation mit Frische-Effekt Hohe Nachfrage nach Essen auf Rädern der Not eine Tugend gemacht und konnten die Qualität insgesamt noch verbessern. Denn aufgeteilt in zwei Runden reduziert sich die Menge pro Tour und damit auch die Transportzeit – das Essen kommt frischer an“, erklärt Markus Schrott, Leiter der gesamten Bregenzer Einrichtungen der Stiftung Liebenau. Für die neue Praxis wurden zusätzliche Boxen angeschafft, um Boxenrücktransportrunden und Extraspülgänge zu vermeiden. „Gerade in dieser herausfordernden Zeit hat Frau Hartmann zusammen mit ihrem Team in der Küche des Sozialzentrums Mariahilf wirklich Großartiges geleistet. Trotz verdoppelter Küchenleistung konnten die Mitbürgerinnen und Mitbürger durchgehend mit hochwertigen Menüs versorgt werden“, resümiert Elisabeth Mathis, Stadträtin für Seniorinnen und Senioren. „Mehr als eine warme Mahlzeit“ „Bei der Auslieferung der Mahlzeiten unterstützte die Stadt den Rollenden Essenstisch mit Backup-Teams. Da sich der Bedarf auf einem höheren Niveau als vor der Krise eingependelt hat, wurde in der Stadtratssitzung Mitte Mai außerdem der Ankauf eines neuen Lieferfahrzeuges beschlossen“, so der Bürgermeister DI Markus Linhart. „Schon vor der Corona-Krise war der Rollende Essenstisch eine der beliebtesten Einrichtungen im Sozialsystem der Stadt Bregenz“, berichtet StR Dr. Annette Fritsch, Stadträtin für Soziales und Gesundheit, und betont, dass es dabei nicht nur um die warme Mahlzeit, sondern den damit verbundenen Kontakt zur Außenwelt und ein unverzichtbares Element der Tagesstruktur gehe. Mit Beginn des Lockdowns Mitte März musste die öffentliche Cafeteria im Sozialzentrum Mariahilf in Bregenz schließen und somit auch der Offene Mittagstisch. Gleichzeitig ist die Nachfrage beim Rollenden Essenstisch stark angestiegen. Neu organisiert und unterstützt von städtischen Backup-Teams konnte das Küchenteam von einem Tag auf den anderen doppelt so viele Essen ausliefern – und diese noch frischer. Einige der Maßnahmen, die aus der Not heraus entstanden, sind inzwischen Standard. Vor dem Lockdown hat das Küchenteam im Bregenzer Sozialzentrum Mariahilf täglich rund 90 Mahlzeiten zubereitet. Von Mitte März bis Mitte Mai stieg die Zahl auf 185 Essen an und hat sich seit den Lockerungsmaßnahmen auf 130 eingependelt. „Durch die seit Jahren bewährte und eingespielte Zusammenarbeit der Stiftung Liebenau mit der Stadt Bregenz konnte der massiv gestiegene Bedarf an Essen auf Rädern schnell sichergestellt werden“, erinnert sich Klaus Müller, Geschäftsführer der Liebenau Österreich. Gemeinsam wurde beschlossen, die doppelte Anzahl an Essen nicht mehr auf einmal, sondern in zwei Runden zu portionieren und zuzustellen. „Wir haben aus „Noch mehr zusammengewachsen“ „Trotz Maskenpflicht, getrennten Teams, Symptomchecks, Abstandsregeln und Begegnungsverboten haben wir die Situation gemeinsam gut gemeistert“, berichtet Markus Schrott erleichtert. Die Küchenleiterin, Bernadette Hartmann, bestätigt: „Die Teams sind in der Coronazeit noch mehr zusammengewachsen und die einzelnen Mitarbeitenden noch bewusster und respektvoller miteinander umgegangen.“ Seit Anfang Juni ist die Cafeteria wieder geöffnet. „Darauf haben viele Stammgäste sehnlichst gewartet und sind froh, sich nun wieder begegnen zu können – auch wenn Hygienemaßnahmen und Sicherheitsauflagen weiterhin eingehalten werden müssen“, sagt Markus Schrott. Der Rollende Essenstisch Der Rollende Essenstisch (Essen auf Rädern) versorgt ältere, kranke und alleinstehende Bregenzer Bürgerinnen und Bürger zuhause mit einer warmen Mittagsmahlzeit. Das Essen wird im Sozial zentrum Mariahilf zubereitet und in Warmhalteboxen von städtischen Mitarbeitenden zugestellt. Es kann täglich zwischen zwei Menüs gewählt werden, bei Bedarf wird auch Diätessen angeboten. Weitere Infos und Anmeldung unter: Amt der Landeshauptstadt Bregenz, Dienststelle Soziales und Senioren, Tel. +43 5574 410-1630, soziales@bregenz.at 22 anstifter ÖSTERREICH 2 | 2020

Schwerpunkt | Glossar Plötzlich ist alles anders in der Lebenswelt St. Antonius „Während das neuartige Corona-Virus im Großteil Österreichs für Aufregung sorgte, hatten wir hier in Kärnten niedrige Fallzahlen“, berichtet Bernadette Peitler, Leiterin der Lebenswelt St. Antonius. „Aufgrund des ungewissen Verlaufs dieser Pandemie sahen wir uns gezwungen, den alljährlichen Osterbasar ebenso wie geplante Fortbildungen und weitere Veranstaltungen abzusagen.“ Mitte März wurden von offizieller Seite alle Angehörigen gebeten, Bewohner und Beschäftigte der Lebenswelt St. Antonius nach Hause zu nehmen und wenn möglich dort zu betreuen. So lebten während des Lockdowns von Mitte März bis Anfang Mai nur elf Bewohner in der Lebenswelt. „In dieser Zeit waren wir gefordert, die verschärften Hygienemaßnahmen umzusetzen, neue Formulare zu entwerfen und die Umstrukturierung aufgrund sich täglich verändernder Vorgaben für alle Beteiligten zu arrangieren“, erinnert sich die Hausleiterin. „Gleichzeitig versuchten wir trotz geänderter Tagesstruktur und reduzierten Kontaktmöglichkeiten einen möglichst normalen Alltag zu leben, wobei die Videotelefonie, vor allem zu Ostern und am Muttertag, sehr hilfreich war.“ Wie jedes Jahr wurden auch in diesem selbst gestaltete Muttertags- und Ostergrüße mit der Post verschickt. Von Ende Mai bis Mitte Juni kehrten die Klienten nach und nach in die Lebenswelt St. Antonius zurück, die Arbeitswelt ist wieder geöffnet und angemeldete Besuche sind wieder erlaubt – selbstverständlich unter Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen, denn die Corona-Krise dauert an. (be) Hannes Gaugelhofer, Bewohner der Lebenswelt St. Antonius, zeigt einen Frühlingsboten, den er während des Lockdowns gefertigt hat. Regionale Varianten einer Sprache „Die ganze Kunst der Sprache besteht darin, verstanden zu werden“, sagt Konfuzius. Und wenn sich die Gesprächs ­ partner trotz guten Willens und der Zuhilfe nahme des Glossars nicht verständigen können? „Dann hilft ein Lächeln“, rät Hausleiterin Bernadette Peitler. schriftdeutsch vorarlbergisch kärntnerisch oberösterreichisch Zeit haben drwiel ho daweil hobn Zeit hobn jammern benza jamman, jomman, sempan sudan weinen brälla blärn, tschentschn trenzn das hat mir gerade noch gefehlt des isch mr öbrig des is ma heaz grod noch obgongen des hot ma grod no gföht vorsichtig sein obacht geh aufpassn vorsichtig sein Angst haben Fädera ho Ongst hobn, Schiss hobn Angst hobn husten hülpa huastn husten schwer atmen pfufa schwa schnaufn schnaufn nicht ins Freie können net verussi könna nit ause kennen net aussi kina vermissen verdrüßa obgehn vermissn Thema : Corona-Krise anstifter ÖSTERREICH 2 | 2020 23

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