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Anstifter 2, 2019 der Stiftung Liebenau Österreich

Schwerpunkt Leichte

Schwerpunkt Leichte Sprache Im Pflegeheim ist das Miteinander wichtig Bartholomäberg ist ein Ort im Montafon. Das gehört zu Österreich. Das neue Pflegeheim dort heißt Sankt Anna. Es gehört zur Stiftung Liebenau. Sie hat es anstelle vom früheren Pflegeheim gebaut. Rundum das Pflegeheim sieht man die Berge. Hier leben jetzt 33 ältere Menschen. Sie leben in Haus-Gemeinschaften zusammen. Das ist für sie sehr familiär. Die meisten benötigen Unterstützung. Den Einwohnern von Bartholomäberg ist das Haus wichtig. Viele besuchen die Bewohner und Bewohnerinnen. Sie helfen auch bei Aktivitäten und Festen mit. Viele haben zusammen gefeiert. Es hat eine Feier zu der Eröffnung gegeben. Sehr viele Menschen haben das neue Haus angeschaut. Sie waren alle sehr interessiert. Der Hausleiter Florian Seher hat gesagt: Das ist gut. Er hat auch gesagt: Pflege von Menschen geht uns alle an. Der Bürgermeister von Bartholomäberg Martin Vallaster hat gemeint: Die Zusammenarbeit mit der Stiftung Liebenau ist gut. Doktor Berthold Broll ist Vorstand von der Stiftung Liebenau. Er hat die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gelobt. Nur mit ihnen ist gute Pflege möglich. 14 anstifter ÖSTERREICH 2 | 2019

Spiritueller Impuls Heute schon gelacht? von Prälat Michael H. F. Brock Es gibt viele Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen. Erwachsene sind selbstständig, oder können es zumindest sein. Kinder sind angewiesen auf Menschen, die es gut mit ihnen meinen. Erwachsene auch, erwiderst du. Stimmt. Aber viele kommen auch ohne Angewiesenheit aus. Leider. Manche meinen, das mache das Erwachsensein aus. Natürlich ein Irrtum, aber manche meinen es. Kinder können nicht sprechen, nicht, wenn sie auf die Welt kommen. Eine große Herausforderung für uns Erwachsene. Welche Worte werden wir ihnen beibringen? Und in welchem Tonfall werden wir mit ihnen sprechen, den Kindern. Hoffentlich glauben sie uns nicht jedes Wort. Hoffentlich finden sie ihre eigene Sprache, eine liebevolle, verantwortungsvolle zärtliche Sprache. Unsere Kinder werden verhungern, wenn wir Erwachsenen ihnen nichts zu essen geben. Das ist keine Binsenweisheit, das ist bittere Realität jeden Tag. Jeden Tag sterben Kinder des Hungers wegen, und der dummen Worte wegen, mit denen wir uns dafür rechtfertigen, dass es uns bis heute nicht gelungen ist, Menschen wenigstens satt zu bekommen. Es gibt keine Entschuldigung dafür, aber so ist die Welt der Erwachsenen. Wir finden immer wieder Ausflüchte dafür, dass wir es nicht hinbekommen. Ich sage dazu: nicht hinbekommen wollen. Kinder können sich auch nicht selbst beschützen. Nur zu dumm, dass die meisten Erwachsenen das auch nicht können oder wollen: Menschen beschützen. Vielen genügt der Selbstschutz. Nur geht der meist auf Kosten anderer. So, jetzt ist Schluss mit trüben Gedanken. Kinder lachen. Erwachsene lachen auch. Kinder ungefähr 100 Mal am Tag. Erwachsene bringen es gerade einmal auf 10 Mal. Merken sie was? Je älter wir werden, desto mehr vergeht uns das Lachen. Weil ich es aber wiederhaben will, das Lachen, forsche ich nach. Kinder lachen spontan, sie lachen, weil sie lachen wollen. Kinder wollen glücklich sein, instinktiv. Das soll jetzt nicht heißen, dass Erwachsene nicht glücklich sein wollen. Aber augenscheinlich stellen sie sich weit ungeschickter dabei an. Lachen öffnet, befreit, ist spontan, macht aber auch angreifbar. Und genau das scheint mir ein wesentlicher Punkt. Erwachsene lassen sich nicht gern in die Karten schauen, oder ins Herz, schon gar nicht in ihre Gedanken. Da sind Kinder freigiebiger: Sie lachen spontan, herzlich, unverkrampft. Irgendwie immer mit dem Vertrauen, dass ihre Offenheit nicht benutzt wird, oder ausgenutzt. Lachen ist eine Frage des Vertrauens. Kaum ein Kind, das die Mundwinkel nach unten hängen lässt. Bei meinen ist es noch nicht entschieden, der rechte hängt ein wenig tiefer als der linke. Kein Wunder, die linke Seite ist ja auch die Herzseite. Und Lachen kommt vom Herzen. Ich gebe es noch nicht auf. An manchen Tagen komme ich schon auf über zwanzig Mal Lachen. Immerhin. Und wie steht es bei Ihnen? Werdet wie die Kinder, heißt es. Nun denn: ein paar Mal mehr Vertrauen, einige Worte der Zuneigung, und das jeden Tag. Das wäre was. Wir würden das Lachen wieder lernen und das Vertrauen. anstifter ÖSTERREICH 2 | 2019 15

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