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Anstifter 2, 2018 der Stiftung Liebenau

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Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Bildung, Familie, Gesundheit, Lebensräume, Pflege, Service und Teilhabe.

Stiftung Liebenau Erfolg allein macht nicht glücklich von Prälat Michael H. F. Brock Das glaub ich jetzt nicht. Streben wir jetzt nicht mehr nach Erfolg? Wir? Ich meine Sie und mich – uns eben. Ich jedenfalls war immer auf Erfolg getrimmt. Die Fähigkeiten, die in mir schlummerten, bestmöglich zu entwickeln. Chancen wahrzunehmen. Durststrecken durchzustehen. Immer zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Mich anzubieten als Person. Die ganzen Sprüche eben. Wir lieben den Erfolg. Den, den wir messen können. Zahlen, Fakten, Daten. Gewinne sind messbar. Erfolg kann man vereinbaren. Zielvereinbarungen. Wir lieben das Messbare. Und ein bisschen lieben wir auch die Schadenfreude. Wenn der Erfolg ausbleibt bei anderen. Hoch und Tief. So einfach funktioniert die Welt. Zu einfach. Zu dumm. Mag sein, dass man Maschinen so messen darf. Nach Produktivität und Auslastung meinetwegen. Aber wir sind Menschen. Menschen beurteilt man nicht einfach nach Fakten, Daten und Zahlen. Und ich mag es mittlerweile nicht mehr, wenn mich Menschen nach Erfolgen fragen und eigentlich nur Bilanzen meinen. Ich liebe das Glück. Zufriedenheit im Herzen und im Miteinander. Das Erleben von Freude und das getragene Leid. Das Gefühl, zu einem Menschen zu gehören, zu einer Gemeinschaft, einer Stiftung, die den Menschen meint. Also auch Sie und mich. Ich möchte angenommen sein auch mit meinen Unzulänglichkeiten und Schwächen. In einem Schwarz- Weiß gesprochen: Ich kenne viele als erfolgreich bezeichnete Menschen, die äußerst unglücklich sind, weil sie nur noch im Erfolg „funktionieren“. Ruhelosigkeit zeichnet sie aus. Immer auf dem Sprung, immer noch mehr und über alles die Kontrolle. Mir sind die Glücklichen lieber. Menschen, die auch noch Zeit haben, von Herzen zu lachen und schmerzhaft zu weinen. Menschen mit Zeit – und wenn es nur Augenblicke sind – wahrzunehmen, dass es noch anderes gibt: ein Herz zum Beispiel oder eine Tasse Kaffee. Mitunter auch einfach mal ein Dankeschön. Mir fällt auf, dass kluge Menschen einem nie einfach nur Erfolg wünschen. Vielleicht: Glück und Erfolg und Gesundheit und einfach ein menschliches Leben. Viel Glück! Ihnen allen. Übrigens: Neulich ist mir ein äußerst erfolgreicher Mensch begegnet, von dem ich den Eindruck gewinnen durfte, dass er doch tatsächlich auch glücklich war. Ich hab ihn nach seinem Geheimnis gefragt, wie man das schafft. Er hat geantwortet: Nimm dich nicht so wichtig. So jetzt hab ich heftig schwarz-weiß gemalt und freue mich auf viel Zuspruch und Widerspruch: Will die Stiftung nicht mehr erfolgreich sein? Zählen Bilanzen jetzt nichts mehr? Und, und, und? Wissen Sie: Ich bin froh, wenn die Daten, Fakten und Zahlen erfolgreich sind. Und ich bin dankbar, wenn es uns darüber hinaus gelingt, dass Menschen, die es mit uns zu tun bekommen, glücklich sind. So einfach ist das. Und Danke an alle, die das täglich ermöglichen und leben. 6 anstifter 2 | 2018

kurz und knapp Stiftung Liebenau Müntefering startet „Stiftung Liebenau im Dialog“ Prominenter Gast beim Auftakt der Veranstaltungsreihe „Stiftung Liebenau im Dialog“: Franz Müntefering, ehemaliger Vizekanzler und früherer SPD-Parteichef, hat im Ravensburger Berufsbildungswerk vor zahlreichen Zuhörern über die Zukunft der Arbeit im Zeichen der Digitalisierung gesprochen. Das anschließende Podiumsgespräch widmete sich weiteren Aspekten rund ums „Arbeiten 4.0“: Fachkräftemangel, soziale Gerechtigkeit, demografischer Wandel und die gesellschaftspolitische Aufgabe, auch Menschen mit Benachteiligungen die Teilhabe am Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Beim Thema Digitalisierung spannte Müntefering einen launigen Bogen von der eigenen noch ganz analogen Kindheit auf den Straßen des Sauerlandes über den digitalen Fortschritt in Medizin und Industrie bis hin zu den „Schaltkonferenzen“ heutiger Jugendlicher bei der Kommunikation mit dem Smartphone – um sich dann zu fragen, wie das eigentlich sein wird mit dem Arbeitsmarkt der Zukunft: „Wird Arbeit fehlen, oder werden Arbeitskräfte fehlen?“ Für beide Szenarien gebe es Argumente. Auf jeden Fall aber komme es darauf an, „dass wir keinen ausschließen dürfen“. Jeder Mensch müsse seinen Platz in der Gesellschaft haben. Stiftung Liebenau Blutreiter aus Liebenau in Weingarten dabei Der Blutritt in Weingarten am Freitag nach Christi Himmelfahrt ist fester Bestandteil im Jahresablauf von Oberschwaben. Tradition hat auch die Beteiligung der Blutreitergruppe der Stiftung Liebenau. Mit 3000 anderen Reitern setzten sie so einen jahrhundertehalten Brauch fort und begleiteten die Heilig-Blut-Reliquie über zehn Kilometer durch die Straßen und angrenzenden Felder von Weingarten. Die Liebenauer Blutreitergruppe steht für Kameradschaft und die Verehrung des Hl. Bluts. Mit viel Leidenschaft und Liebe hält der Gruppenführer Karl Kurz diese lange Tradition am Leben. anstifter 2 | 2018 7

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