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Anstifter 2, 2018 der Stiftung Liebenau

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Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Bildung, Familie, Gesundheit, Lebensräume, Pflege, Service und Teilhabe.

Stiftung Liebenau Wege des Glaubens Aufsichtsrat Sigmund Schänzle füllt seine seelsorgerischen Überzeugungen mit Leben Das erste Mal begegnen sich Sigmund Schänzle und Jorge Mario Bergoglio im Busch von Argentinien. Der eine, Schänzle, leitet damals im Rahmen des Priesteraustausches „Fidei donum“ einen argentinischen Wallfahrtsort. Der andere, Bergoglio, ist kürzlich zum Kardinal ernannt worden. Noch heute erinnert ein Foto im Ochsenhausener Pfarrhaus an die Begegnung. Hier sprach Sigmund Schänzle, der seit 2009 Mitglied des Aufsichtsrates der Stiftung Liebenau ist, mit dem Anstifter. Vor dem Pfarrhaus in Ochsenhausen steht ein Schild, das vor einem unbefestigten Weg warnt. „Dieser Trampelpfad verbindet unser Pfarrhaus mit dem des evangelischen Pfarrers. Unser Hausmeister hat dort dieses Schild aufgestellt, auf dem ‚Betreten auf eigene Gefahr‘ zu lesen ist.“ Der Dekan des Dekanats Biberach schmunzelt, als er diese Geschichte erzählt. Ist dieser Weg doch ein – der Rasenfläche abgerungenes – Sinnbild für den Willen zur Ökumene in Ochsenhausen. Ende März wurden die Gemeinden für ihre Bemühungen sogar mit dem Ökumene-Preis der Unità Dei Cristiani ausgezeichnet. „Auf eigene Gefahr“ scheint eine Warnung zu sein, von der sich Schänzle ohnehin nicht sonderlich beeindrucken lässt. Nicht wenn es darum geht, seine seelsorgerischen Überzeugungen mit Leben zu füllen. Im Jahr 1992 führt ihn sein Weg nach Santiago del Estero, eine Diözese in Argentinien. Über einen Priesteraustausch findet er Zugang zu Land, Leuten und ihren Lebenskonzepten. „Die Menschen sind dort sehr offen, vieles ist dynamischer. Und natürlich bringt man viele dieser Ideen mit zurück“, sagt Schänzle. „Die Rückkehr in das quadratisch denkende Europa war dann nach elf Jahren bedeutend schwieriger als das Ankommen in Argentinien.“ Er nimmt sich ein Jahr Zeit, seine Erlebnisse im Kloster von Benediktbeuren zu reflektieren und aufzuarbeiten, ehe er sich neuen Aufgaben widmet und schließlich zum Dekan gewählt wird. Zu diesen neuen Aufgaben zählt seit 2009 auch das Aufsichtsratsmandat bei der Stiftung Liebenau. Als ihn die Bitte des Bischofs erreicht, das Mandat zu bekleiden, hat er sich bereits mit der Stiftung und deren Konzepten für Menschen mit Behinderungen auseinandergesetzt. Ein Thema, das ihm seit seiner Zeit in Argentinien sehr am Herzen liegt. „Die Menschen nicht auszugrenzen und wegzusperren, sondern sie so weit wie möglich in einen normalen Lebensfluss zu integrieren, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagt er. In Argentinien gebe es sprachliche Stigmatisierungen wie „Behinderte“ übrigens nicht, dort nennt man sie übersetzt einfach: Menschen mit speziellen Begabungen. Diese Haltung findet Schänzle auch im Leitsatz der Stiftung wieder. „Die Stiftung Liebenau hat es seit ihrem Bestehen immer geschafft, die Nähe zum Menschen in den Mittelpunkt ihres Handelns zu stellen. Diese Nähe lässt sich auch bei Papst Franziskus nachspüren.“ Das zweite Mal begegnen sich Sigmund Schänzle und Jorge Mario Bergoglio übrigens auf dem Petersplatz. Der eine leitet zu dieser Zeit das Dekanat Biberach, dem anderen wurde gerade ein nicht unwichtiger Stellvertreterposten zugesprochen. „Eure Heiligkeit, ich bin…“, da fällt ihm, Schänzle, der Papst ins Wort: „Ja, ja. Ich habe dich gleich wiedererkannt und danke dir für alles, was du für uns getan hast. Apropos Eure Heiligkeit, ich bin Franziskus und wir bleiben beim Du.“ (dk) 4 anstifter 2 | 2018

Stiftung Liebenau „Wir hatten gleich ein Vertrauensverhältnis“ Die Zustifterrente – ein Wohnmodell für das Alter Betritt man die Dachterrasse von Karl und Ursula Volk, ahnt man gleich, warum das Rentnerpaar seinen Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen möchte. Ein Hochbeet mit sorgsam gestutzten Bäumchen säumt eine Fläche, auf der man problemlos eine Großfamilie bewirten könnte. Kinder haben die Volks jedoch nicht, es gibt lediglich Verwandtschaft in Hessen. 34 Jahre leben die beiden in der Eigentumswohnung in Friedrichshafen. Mit einer kleinen Einschränkung, denn seit zwei Jahren sind sie nicht mehr Eigentümer der Wohnung. „Was macht ihr denn mit eurer Wohnung, ihr habt ja keine Kinder?“ Ursula Volk erinnert sich noch gut an die Fragen aus dem Freundeskreis. Natürlich hatten sie und ihr Mann längst darüber nachgedacht, was mal aus alldem wird, wofür sie ein Leben lang gearbeitet hatten. „Für die Kinder der Verwandtschaft brauchen wir nicht zu sorgen“, war man sich einig. Das Ehepaar informiert sich – natürlich über das Internet. Ein Verkauf ihrer Wohnung kam damals aber nicht in Frage, schließlich fühlen sie sich in ihrem gewohnten Umfeld sehr wohl. Auch Modelle wie die Leibrente machen sie etwas misstrauisch. „Wir sind dann auf die Stiftung Liebenau gestoßen und das Angebot der Zustifterrente schien uns gleich sympathisch“, sagt Karl Volk. Noch zu Lebzeiten von dem Immobilienwert zu profitieren und gleichzeitig ein lebenslanges Wohnrecht zugesichert zu bekommen, das macht die Volks neugierig. „Meine Frau und ich waren uns schnell einig und haben bei der Stiftung angerufen“, erzählt Karl Volk. Es kommt zu einem Treffen mit Christoph Sedlmeier, dem Verantwortlichen der Zustifterrente (siehe auch S. 9). „Wir hatten gleich ein Vertrauensverhältnis, anders als wenn ein Makler vor uns gesessen hätte. Da ist die Distanz größer.“ Sedlmeier erläutert nicht nur Details des Vertrages, er begutachtet auch die Wohnung und lädt die Volks in die Stiftung Liebenau ein. Von den Einrichtungen und dem sozialen Handeln sind beide beeindruckt. Wenig später unterschreiben die Volks den Kaufvertrag. „Seitdem erhalten wir völlig unkompliziert unsere monatliche Rentenzahlung von der Stiftung und haben gleichzeitig ein gutes Gefühl, dass ein Teil des Wohnungswertes einem guten Zweck dient“, sagen die Volks. Dass die beiden jetzt – streng genommen – nicht mehr in den eigenen vier Wänden wohnen, belastet sie nicht. Außerdem zählen sie auf die Hilfe der Stiftung, wenn sich ihre Situation doch mal verschlechtern sollte. „Wir haben jederzeit die Möglichkeit, in ein betreutes Wohnen zu ziehen. Sicher wird man uns in Liebenau darin unterstützen, das passende Angebot zu finden“, sagt Ursula Volk. Außerdem sei es ein gutes Gefühl, ihre Wohnung in den Händen einer sozialen Einrichtung zu wissen. „Wir hatten, seit wir 1967 in die Region gezogen sind, immer Glück gehabt. Warum soll man davon nicht etwas zurückgeben.“ (dk) anstifter 2 | 2018 5

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