Mediathek der Stiftung Liebenau
Aufrufe
vor 4 Jahren

Anstifter 2, 2017 der Stiftung Liebenau

  • Text
  • Liebenau
  • Stiftung
  • Anstifter
  • Menschen
  • Bewohner
  • Kinder
  • Arbeit
  • Pflege
  • Haus
Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Bildung, Familie, Gesundheit, Lebensräume, Pflege, Service und Teilhabe.

Stiftung Liebenau Teilhabe Ein Füllhorn voller Tätigkeiten Ihre Arbeit jeden Tag selbst auswählen, können die Beschäftigen in der Werkstatt der Liebenauer Arbeitswelten in Leutkirch. Mehrere Kooperationen vor Ort und die Offenheit der Mitarbeiter ermöglichen dies. Die Abwechslung und die Selbstbestimmung bei der Arbeit macht viele Beschäftigte ausgeglichener und zufriedener. Vielseitige Tätigkeiten in der Nadlerstraße (v.l.): Fahrradtaschen verpacken, Traktorknäufe zusammenschrauben, Paletten aufbereiten und Grünland pflegen. Der Arbeitstag beginnt in der Nadlerstraße in der Regel um kurz nach acht. Doch bevor sich jeder der 34 Beschäftigten an seine Arbeit macht, findet eine kurze Versammlung statt. Ein Beschäftigter liest die Namen und die Arbeitszuteilung für den jeweiligen Tag vor. Die Anwesenden horchen neugierig und konzentriert. Zuvor haben Fachkräfte die Beschäftigten eingeteilt. Allerdings nicht, ohne sie einzubeziehen. Fachkraft Doris Endreß brachte am vorigen Tag bei den Einzelnen in Erfahrung, was sie arbeiten wollen. Soweit wie möglich geht das Mitarbeiterteam auf Wünsche und Vorlieben ein und berücksichtigt auch die Tagesform. Die Vielzahl von Tätigkeiten schafft Flexibilität. Zum Beispiel kann jemand einen halben Tag bei der Grünlandgruppe arbeiten und einen halben Tag verpacken. „Manchmal muss man aber schon jonglieren oder jemanden auch mal überzeugen“, beschreibt Michael Ruf den Spagat. „Kein Tag ist wie der andere“, ergänzt er. 20 anstifter 2 | 2017

Stiftung Liebenau Teilhabe Für alle spannend: Vor Arbeitsbeginn liest ein Beschäftigter die Namen und die jeweiligen Tätigkeiten für den Tag vor. Arbeit nach Wunsch In der Werkstatt liegen auf den Tischen Fahrradtaschen. Sie müssen einen Bügel und Verstärkungsleisten bekommen, dann einen Produktanhänger und schließlich eine Manschette mit Beschreibung. Jeder in der Gruppe hat seine Aufgabe. An einem anderen Arbeitsplatz montiert eine Beschäftigte Lenkradknäufe für Traktoren. Ausgestattet ist sie mit Rätsche und Schraubstock. Sie freut sich, dass sie die Arbeit – wie gewünscht – wieder machen kann. In einem Teil des Gebäudes befindet sich auch ein Lager für Altkleider. Beschäftigte helfen bei der Abholung aus den Containern, bei der Sortierung und der Auslieferung in den Kleiderladen „Kreuz & Quer“, eine Kooperation zwischen der Liebenau Teilhabe und dem Deutschen Roten Kreuz. Einsatz in örtlichen Betrieben Neben Tätigkeiten im Innenbereich gibt es viele Beschäftigungen in externen Betrieben. Eng und vertrauensvoll ist die Kooperation mit der Firma Fackler. Zwei Mal die Woche arbeiten dort zwei Beschäftigte bei der Paletten-Herstellung mit. Die in die Nadlerstraße gelieferten, aussortierten und kostenlosen Paletten wiederum werden von Beschäftigten zerkleinert: zu Anfeuerholz für den Verkauf oder für Brennholz für den eigenen Werkstatt-Ofen. Das Nachbarunternehmen Myonic, Weltmarktführer in Sachen Kugellager, beauftragt immer wieder ein bis zwei Beschäftigte mit Bestückungsarbeiten. Aushängeschild ist die Grünlandgruppe: Unter Leitung von Robert Kloos ist sie mit mindestens 13 Leuten in Leutkirch immer präsent. Neben der Pflege von öffentlichen Grünflächen kommen viele Aufträge auch von privaten Gartenbesitzern, die einen Teil der Gartenarbeit abgeben möchten. Diese Jobs sind gefragt, nicht nur wegen der frischen Luft und Abwechslung, sondern auch wegen der direkten Wertschätzung der Kunden, die die Mitarbeiter unmittelbar erfahren. Ein Frühstück vom Gartenbesitzer ist oft inbegriffen. Teil der Produktion Dann wären da noch die Flaschen: Die ortsansässige Brauerei Härle beschäftigt regelmäßig einen Trupp von Mitarbeitern aus der Nadlerstraße. Bei der Bierabfüllung etwa müssen bis zu sechs Personen dann dafür sorgen, dass alle Flaschen offen sind. Hört sich einfach an, hat es aber in sich, denn der Arbeitsgang steht am Anfang der Abfüllkette. Alles muss also sitzen, das Band verzeiht nichts. Für die Beschäftigten der WfbM in Leutkirch kein Problem – genauso wenig wie die gemeinsame Arbeitseinteilung am Anfang eines jeden Arbeitstages. (ao) anstifter 2 | 2017 21

Stiftung Liebenau Österreich