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Anstifter 1, 2020 der Stiftung Liebenau

Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Bildung, Familie, Gesundheit, Pflege und Lebensräume, Service und Produkte sowie Teilhabe.

Aus der

Aus der Praxis Stiftung Liebenau Teilhabe und Familie Special Olympics 2020: Spannung steigt Zwölf Sportlerinnen und Sportler aus dem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum Don- Bosco-Schule nehmen an den diesjährigen Nationalen Winterspielen Special Olympics in Berchtesgaden für Menschen mit geistigen Behinderungen statt. Vom 2. bis 6. März messen sie sich mit rund 800 anderen jungen Sportlern. Medaillen sind zwar erwünscht, aber nicht alles. Unter dem Motto „Gemeinsam stark“ geht es neben dem Sportsgeist um große Emotionen, unbändige Lebensfreude und den Gemeinschaftssinn. Dass die Jugendlichen teilnehmen können, ermöglichen nicht nur ihre Trainerinnen und Trainer, sondern auch die Ravensburger Sponsoren WGV-Versicherungen, Uli Schuh Büro- und Kommunikationszentrum, Autohaus Zwerger, Sport Reischmann sowie eine Spende der Radio7 Drachenkinder. Erfahren Sie auch mehr unter www.stiftung-liebenau.de/ special-olympics Stiftung Liebenau Gemeinsame Sache für inklusives Quartier Das Haus am Teuringer ist das Herzstück des inklusiven Quartiers im Neubaugebiet Bachäcker in Oberteuringen. Es ist ein Ort der Begegnung für Jung und Alt, für Menschen mit und ohne Behinderungen, für Familien, Paare und Singles. „Wir freuen uns, dass die Stiftung Liebenau den inklusiven Weg der Gemeinde begleitet und in Oberteuringen mit einer Vielzahl von Einrichtungen präsent ist“, freut sich Bürgermeister Ralf Meßmer. Um die gemeinsame Arbeit im Quartier bestmöglich zu koordinieren, haben die Gemeinde und die Stiftung Liebenau eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Sie definiert die Zuständigkeiten und Ziele aller Aktivitäten im Quartier. „Die Vereinbarung schafft Orientierung und optimiert somit nicht nur die Zusammenarbeit der zahlreichen Akteure, sondern auch das vielfältige Angebot im Quartier“, so Dr. Alexander Lahl, Geschäftsführer der Unternehmen der Stiftung Liebenau Pflege und Lebensräume. Neben dem örtlichen Familientreff, einer Kindertagesstätte, einer Mediathek und einem Tagescafé umfasst das Haus am Teuringer das Bildungs-, Begegnungs- und Förderzentrum sowie die „Lebensräume für Jung und Alt“ der Stiftung Liebenau. In unmittelbarer Nachbarschaft betreibt die Stiftung Liebenau außerdem ein Wohnangebot für Menschen mit Behinderungen und für Seniorinnen und Senioren das Haus der Pflege St. Raphael. 22 anstifter 1 | 2020

Aus der Praxis Stiftung Liebenau Bildung Computer-Freak entdeckt Sicherheitslücke Normalerweise sitzt der 22-jährige Leon Nilges an irgendeiner Programmieraufgabe oder drückt die Berufsschulbank. Doch auch nach Feierabend lässt den angehenden Fachinformatiker im Berufsbildungszentrum Adolf Aich (BBW) sein Hobby, das er gerade zum Beruf macht, nicht los. Software in ihre Einzelteile zerlegen und schauen, was dahintersteckt – das fasziniert ihn. Schon mit 14 Jahren fing er an zu programmieren. Seine Motivation: Mit dem PC „mehr machen als Videos im Internet zu schauen und zu spielen“. Und diese Neugier, auch bis in die Tiefen eines Computer-Systems vorzudringen, ließ ihn nun auf ein Problem bei einem Treiber stoßen. Das sind kleine Programme, die als Schnittstelle zwischen Rechner-Teilen und dem Betriebssystem dienen. Und einer dieser Treiber des Marktführers Intel machte ihn stutzig. „Ich habe ihn dann Stück für Stück auseinandergenommen.“ Seine Erkenntnis nach stundenlangem Tüfteln: Die Software ist nicht richtig geschützt vor Missbrauch und ermöglicht einem potenziellen Angreifer einen weitreichenden Zugriff auf den PC. „Ein einfacher Nutzer hätte sich so Systemrechte verschaffen können“, erklärt Leon Nilges. Der BBW-Azubi meldete den Fehler bei Intel und belegte seine Recherchen mit einem kleinen selbstgeschriebenen Programm, das die Lücke offenbarte. Relativ schnell kam die Bestätigung aus den USA: Ja, wir haben da wirklich ein Problem mit dem Treiber. Und zwar ein großes. So stufte Intel die Schwere der Sicherheitslücke auf einer bis 10,0 reichenden Skala mit 8,2 ein – also als „hoch“. Über eine geschützte Online-Plattform lief dann die weitere Kommunikation zwischen dem Sicherheitsteam von Intel und dem Ravensburger Azubi weiter. Im November war schließlich das umfassende Sicherheitsupdate fertiggestellt, das noch ein paar andere Fehlerbehebungen beinhaltete, und wurde vom US-Konzern veröffentlicht – zusammen mit der namentlichen Nennung von Leon Nilges als den maßgeblichen Entdecker. Auch finanziell hat sich das Engagement für den jungen Mann gelohnt. Intel vergütet derartige Mitarbeit nach einem festen Schlüssel. Ausgezahlt wurde aber zunächst nur die Hälfte. Den Rest erhielt Nilges erst, als Intel das Problem öffentlich gemacht und behoben hatte. „So lange musste ich die Klappe halten“, schmunzelt der Azubi. Was Leon Nilges mit der willkommenen Finanzspritze macht? Einen Teil legt er für seinen Führerschein zurück, den er jetzt machen will. Und dann hat er sich endlich einen neuen Computer geleistet – einen mit Intel-Prozessor übrigens. anstifter 1 | 2020 23

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