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Anstifter 1, 2020 der Stiftung Liebenau

Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Bildung, Familie, Gesundheit, Pflege und Lebensräume, Service und Produkte sowie Teilhabe.

Schwerpunkt nen Platz?

Schwerpunkt nen Platz? Welchen Stellenwert – Stichwort Work-Life-Balance – soll meine Arbeit in meinem Lebensplan haben? Bei unseren jungen Teilnehmenden hier im BBW ist es übrigens oft so, dass diese Perspektive zunächst fehlt und man sie erst zusammen mit den Jugendlichen erarbeiten muss. Und dann kommen wieder die Grundbedürfnisse ins Spiel. Nämlich? Auch im Berufsleben geht es vielen Menschen um Sicherheit und Bindung, aber natürlich auch um Autonomie, Kontrolle über meinen Wirkungsbereich, um Lustgewinnung – also dass einem die Tätigkeit Freude macht – und Unlustvermeidung – also dass ich mich nicht ständig in Konflikten befinde. Und um das Erleben von Sinnhaftigkeit sowie die Steigerung des Selbstwertes. Eine wichtige Grundannahme der Psychotherapieforschung besagt, dass die Erfüllung dieser Grundbedürfnisse ausbalanciert sein muss, um psychisch gesund zu bleiben. Natürlich spielen bei der Berufswahl – im positiven wie auch im negativen Sinne – auch Modelle wie zum Beispiel die Eltern oder Freunde eine Rolle, entweder um sich mit ihnen zu identifizieren oder sich auch von ihnen abzugrenzen. Von welchen Kriterien sollte man sich bei der Berufsentscheidung leiten lassen? Man sollte vor allem seine persönlichen Interessen, Neigungen und Stärken kennen. Zum Beispiel die eigenen sogenannten Signaturstärken, die Martin Seligman in seinem Buch „Der Glücks-Faktor“ beschreibt. Signaturstärken? Damit bezeichnet man jene Stärken, die besonders typisch für eine Person sind und häufig zum Tragen kommen. Davon hat jeder von uns in der Regel drei bis sieben. Wir sprechen dann von einer Signaturstärke, wenn der Betroffene die Stärke als authentisch wahrnimmt und diese auch gerne ausübt. Ich glaube, dass es besser ist, auf die eigenen Stärken aufzubauen als an den Schwächen herumzudoktern. Und man sollte bei der Berufswahl auf sein Bauchgefühl hören. Dazu gehört auch, seine Werte und Ziele zu kennen. Wobei man ja direkt nach der Schule schon noch sehr jung ist, um diese klar zu umreißen. Aber da gibt es aus der Psychotherapie eine schöne Übung… Welche? Die „Rede zum 60. Geburtstag“. Man soll sich fragen: Was möchte ich in so einer Rede über mich selbst hören? Für welche Dinge möchte ich also von anderen später einmal wertgeschätzt werden? Auf diese Weise kriegt man ganz gut heraus, wie das eigene Wertenetz aussieht. Und dann kann ich überprüfen, ob meine berufliche Ausrichtung mit diesen Werten und Zielen tatsächlich vereinbar ist. Manfred König, Psychologe am Berufsbildungswerk Ravensburg sagt: „Ich bin Psychotherapeut, weil ich gerne mit Menschen arbeite, die sich weiterentwickeln und wachsen möchten. Sie auf diesem Weg zu begleiten, ist häufig eine sehr tiefe und berührende Erfahrung.ˮ Was ist denn wichtig am Arbeitsplatz? Verantwortung übernehmen zu dürfen, akzeptiert zu werden, Selbstwirksamkeit zu erfahren, den Sinn und Nutzen der eigenen Arbeit zu erleben, aber auch Unterstützung und Hilfestellungen zu bekommen. Das fängt bei einer guten und achtsamen Einarbeitung an. Und der Faktor Geld? Das Gehalt sollte natürlich auch stimmen und den Wert meiner Arbeit angemessen repräsentieren. Was muss man als Unternehmen den Mitarbeitenden außerdem bieten? Auch hier gilt: Die beruflichen Rahmenbedingungen sollten es den Menschen erlauben, die genannten Grundbedürfnisse balanciert befriedigen zu können. Zum Beispiel das Bedürfnis nach Bindung und Sicherheit: Also dass ich mich auf meine Kolleginnen und Kollegen sowie Vorgesetzten verlassen kann. Dass sie mir vertrauen, dass ich die nötige Unterstützung und Anerkennung für meine Arbeit bekomme. Oder das Bedürfnis nach Autonomie: Dass ich auch eigenständig Entscheidungen treffen kann, dass man mir vertraut und mich mit meiner Fachlichkeit braucht. (ck) 12 anstifter 1 | 2020

Stiftung Liebenau Berufe in der Stiftung Liebenau Für Arbeitsplätze im sozialen Bereich ist die Stiftung Liebenau bekannt. Doch auch Menschen mit ganz anderen Qualifikationen braucht die Stiftung Liebenau, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Hier eine Auswahl: Hauswirtschafter/-in Architekt/-in Altenpfleger/-in Altenpflegehelfer/-in Jurist/-in Erzieher/-in Betriebswirtschaftler/-in Anlagenmechaniker/-in Betriebswirt/-in Arzt/Ärztin Buchhändler/-in Fachinformatiker/-in für Systemintegration Content-Manager/-in Buchhalter/-in Pädagoge/Pädagogin Elektrotechniker/-in Controller/-in Psychologe/Psychologin Physiotherapeut/-in Elektroinstallateur/-in Elektroniker/-in für Betriebstechnik Kaufmann/-frau für Büromanagement Fachmann/-frau für Systemgastronomie Ergotherapeut/-in Lehrer/-in Verkäufer/-in Landwirt/-in Forstwirt/-in Fundraiser/-in Medizinische/-r Fachangestellte/-r Haustechniker/-in Textilreiniger/-in Facharbeiter/-in Heizung-Lüftung-Sanitär Gärtner/-in Gebäudereiniger/-in Psychiater/in Gesundheits- und Krankenpfleger/-in Technische/-r Zeichner/-in Jugend- und Heimerzieher/-in Heilerziehungspfleger/-in Personalfachkaufmann/-frau Koch/Köchin Landschaftsgärtner/-in Mechaniker/-in Volkswirtschaftler/-in Musiktherapeut/-in Pflege- und Erziehungshelfer/-in Pflegefachkraft Systemgastronom/-in Redakteur/-in Reinigungskraft Schreiner/-in Sozialpädagoge/-pädagogin anstifter 1 | 2020 13

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