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Anstifter 1, 2020 der Stiftung Liebenau Österreich

Schwerpunkt Wir suchen:

Schwerpunkt Wir suchen: Geschichten aus der Geschichte Im Jahr 2020 feiert die Stiftung Liebenau ihr 150-jähriges Bestehen. Diese 150 Jahre stecken voller Geschichten. Geschichten vom Leben, von unterschiedlichen Menschen, großen Ereignissen und alltäglichen Begegnungen. Oft sind das Geschichten, die nirgends aufgezeichnet wurden, die nur mündlich weitergegeben wurden. Damit sie nicht verlorengehen, sucht die Stiftung Zeitzeugen, Erzählerinnen und Erzähler, die ihre ganz persönliche Erinnerung weitergeben möchten. 150 dieser Geschichten sollen im Laufe des Jahres auf der Website zum Jubiläum veröffentlicht werden. Wer eine Geschichte erzählen möchte und dazu vielleicht sogar ein Foto hat, kann sich telefonisch melden bei Anne Oschwald, Telefon +49 751 3644994, eine E-Mail schicken an: 150jahre@stiftung-liebenau.com oder einen Brief schreiben: Stiftung Liebenau 150 Geschichten Siggenweilerstraße 11 D-88074 Meckenbeuren. Hier beispielhaft zwei der bereits zugesandten Geschichten aus der Geschichte: Liebenau – ein Familienbetrieb Josef Wilhelm (mit Hut im 2. Bild v.l.) war Direktor der Stiftung Liebenau von 1910 bis 1953. Ein ehemaliger Mitarbeiter erinnert sich an ihn. Der alte Direktor habe täglich seinen Rundgang gemacht. Für ein Schwätzle sei da immer Zeit gewesen. „I seh‘ ihn heut‘ no vor mir, wie er mit Sandalen an den breiten Füßen losgestapft ist.“ Damals sei die Heil- und Pfleganstalt ein „Familienbetrieb“ gewesen, mit den Schwestern und dem Direktor Wilhelm. „Der hot no Zeit für seine Leut g’het.“ Tanzen als Therapie Eine ganz besondere Tanzvorführung erlebte 1988 der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker in Liebenau. In seiner Weihnachtsansprache beschreibt er, er habe „eine bewegende Tanztherapie eines ganz schwer Behinderten im Rollstuhl mit einer Betreuerin erlebt. Der Tanz stellte dar, wie schwierig es ist, aus der Isolierung herauszutreten. Aber es kann gelingen, wenn beide daran arbeiten. Einsamkeit verwandelte sich in Zuneigung.“ 8 anstifter ÖSTERREICH 1 | 2020

Schwerpunkt Über die Montforts geschichtlich verbunden Vom Schloss Liebenau zum Wappen Vorarlbergs Die Arbeit der Stiftung Liebenau geht zurück auf Kaplan Adolf Aich und zwölf sozial engagierte Tettnanger Bürger. Sie hatten sich im St. Johann-Verein zusammengeschlossen, um eine Zufluchtsstätte für Menschen mit unheilbaren Krankheiten und Behinderung zu schaffen. Auf der Suche nach einem Standort erwarb Adolf Aich das Schloss Liebenau. Dort eröffnete er 1870 die „Pfleg- und Bewahranstalt für Unheilbare“, aus der später die Stiftung Liebenau hervorgegangen ist. insbesondere die Abtei Weingarten (135 Jahre) und das Königreich Württemberg (60 Jahre) – bis Adolf Aich es 1870 kaufte. Das Adelsgeschlecht der Grafen von Montfort beeinflusste nicht nur die Entwicklung in Oberschwaben, sondern auch jene in Vorarlberg und der Ostschweiz. Als die Montforts im Jahr 1787 ausstarben, gingen ihre Herrschaften zwar an die Habsburger über, doch das Vorarlberger Landeswappen mit der Montfortschen Kirchenfahne zeugt bis heute von ihrem Einfluss und der Verbindung nach Süddeutschland. (eb) Das Schloss basiert auf den Ruinen einer Turmhügelburg aus dem 13. Jahrhundert. Von 1309 bis 1581 (272 Jahre) herrschten dort die Grafen von Montfort. Im Jahr 1581 schenkten sie die Burg dem Augsburger Juristen Mathes Layman. Dieser ließ ein neues Schloss im Stil der Renaissance errichten, bezog den bestehenden Turm aber mit ein. Im Nachzug herrschten dort anstifter ÖSTERREICH 1 | 2020 9

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