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Anstifter 1, 2020 der Stiftung Liebenau Österreich

„Wir sind Teil des

„Wir sind Teil des großen Ganzen“ 150 Jahre Stiftung Liebenau 1870 im süddeutschen Liebenau initiiert, ist die Stiftung Liebenau heute eine kirchliche Stiftung privaten Rechts mit rund 40 verbundenen Unternehmen – eines davon ist die Liebenau Österreich, die 1998 als erste Niederlassung außerhalb Deutschlands gegründet wurde. Zum Verbund zählen Tochtergesellschaften, Beteiligungen und zwei selbstständige Stiftungen. Die Stiftung Liebenau ist in Deutschland, Österreich, Italien, Bulgarien, der Schweiz und der Slowakei in fünf Aufgabenfeldern tätig: Pflege und Lebensräume, Teilhabe und Familie, Gesundheit, Bildung, Service und Produkte. Bis zu 30 000 Menschen nehmen jährlich Leistungen der Sozialdienstleisterin in Anspruch oder engagieren sich mit ihr im Sozialraum. Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums blicken Dr. Berthold Broll, Vorstand Stiftung Liebenau, und Klaus Müller, Geschäftsführer der Liebenau Österreich, gemeinsam zurück, aber vor allem nach vorn, tragen spontan eigene Geschichten zur Geschichte bei, sprechen über Vorbilder, Wachstum und die Rolle der Kirche im Stiftungsverbund. Die Fragen stellte: Elke Benicke 4 anstifter ÖSTERREICH 1 | 2020

Schwerpunkt Was bedeutet das 150-jährige Jubiläum für die Stiftung Liebenau? Dr. Berthold Broll: 150 Jahre sind eine lange Zeit, die wir gerne und dankbar feiern. Doch so, wie die Stiftung Liebenau ihrer Zeit meist voraus war, wollen wir auch zum Jubiläum nicht nur zurück-, sondern vor allem vorausblicken, unter anderem mit über 60 Veranstaltungen an vielen Standorten. Klaus Müller: Obwohl es die Stiftung Liebenau in Österreich bisher „nur“ 22 Jahre gibt, feiern auch wir das 150-jährige Stiftungsjubiläum. Denn wir sind ja Teil desselben Auftrags, desselben Werks. So wie jeder in seiner Zeit immer nur einen zeitlich, räumlich und inhaltlich begrenzten Anteil am Gesamtwerk der Stiftung Liebenau hat, sind auch wir Teil des großen Ganzen. Broll: Im Übrigen bestehen die Verbindungen der Stiftung Liebenau nach Österreich tatsächlich schon von Anfang an: Damals war unser Initiator, Kaplan Adolf Aich, auch beratend bei der Gründung des Hauses der Barmherzigkeit in Wien mit dabei; dieses traditionelle Sozialunternehmen hat sich die Verbindung von Pflege und Krankenhaus zur Aufgabe gemacht. Er war übrigens auch Lehrer in Rorschach (Schweiz), bevor er in Tettnang Kaplan wurde. Die Schulferien nutzte er für Bildungsreisen und hat sich Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen in verschiedenen Ländern Europas angesehen. Müller: Auf seinen Reisen hat er nicht nur Wissen, sondern auch Geld gesammelt und war sogar beim Kaiser, richtig? Broll: Ja, das stimmt: Er war beim österreichischen Kaiser in Wien und auch beim deutschen Kaiser in Berlin. Von beiden Seiten hat er Mittel für die Gründung erhalten, hat vom Mann auf der Straße bis zum Kaiser keinen ausgelassen. Das war ein guter Fundraiser. Und was bedeutet das Jubiläum für Sie persönlich? Broll: Ich persönlich freue mich auf die Fülle von Begegnungen, die da auf mich zukommen. Allein bei der Organisation des Jubiläums haben sich schon viele neue Kontakte ergeben. Weitere entstehen spontan, zum Beispiel auf der Liebenauer Musiknacht, eine Veranstaltung für Mitarbeiter und geladene Gäste, die am 10. Juli stattfinden soll. Zu Musik, Tanz und Kabarett erwarten wir mehr als 5000 Gäste. Müller: Auch ich freue mich auf diese Feste und Begegnungen. Ich freue mich aber auch, die Stiftung Liebenau im Rahmen des 150-jährigen Jubiläums hier in Österreich nochmal in ihrem ganzen Umfang und ihrer Größe vorstellen und positionieren zu können. Broll: Die Liebenau Österreich ist ja der erste Ableger außerhalb deutscher Landesgrenzen, danach kam das Bulgarisch-Deutsche-Sozialwerk in Bulgarien, dann die Zusammenarbeit mit der Stiftung Helios in der Schweiz. Heute haben wir allein in Österreich acht Tochter- und Beteiligungsgesellschaften mit einer unwahrscheinlichen Menge an Angeboten und Diensten. Kaplan Adolf Aich Welche Botschaft zum 150-jährigen Jubiläum steht für Sie im Mittelpunkt? Broll: Dass sich der Einsatz für und mit den Menschen in der Stiftung Liebenau ungebrochen weiter lohnt und dass wir weiter viele Menschen brauchen, die sich für diese Aufgabe begeistern. Müller: Dass die Stiftung Liebenau ein Unternehmen mit einem spannenden Auftrag ist, und dass es Freude bereitet, Teil dieses Unternehmens zu sein. Broll: Dass wir diese 150 Jahre Geschichte nicht konservieren, sondern mit Blick auf die Zukunft dynamisch am aktuellen Bedarf der Menschen entlang weiterentwickeln wollen. 150 Jahre sind eine lange Zeit. Könnten Sie trotzdem versuchen, die Entwicklung der Stiftung Liebenau in einem Satz auf den Punkt zu bringen? Broll: Die Stiftung Liebenau hat sich entwickelt wie eine Stadt, vom ersten Haus, über eine kleine Gemeinschaft hin zu einem großen und vielfältigen Gemeinwesen mit allen Angeboten, die man sich vorstellen kann. Müller: Da schließe ich mich an, hätte das ähnlich formuliert. Wie sind Sie selbst zur Stiftung Liebenau gekommen? Und warum geblieben? Broll: Ich bin durch eine Initiativbewerbung zur Stiftung Liebenau gekommen und geblieben, weil mir das Arbeiten hier immer Freude gemacht hat und mich meine Aufgaben begeistern. anstifter ÖSTERREICH 1 | 2020 Veranstaltungen finden wegen der aktuellen Corona-Krise erst 2021 statt 5

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