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Anstifter 1, 2020 der Stiftung Liebenau Österreich

Forum Musik gegen Demenz

Forum Musik gegen Demenz Melodie als Therapie Inspiriert vom Programm „Music und Memory“, das auf dem Demenz-Kongress in St. Gallen Mitte November vorgestellt wurde, hat das Team des Gmundner Hauses St. Josef eine eigene Musikunterstützte Therapie für Menschen mit Demenz (MuT) entwickelt. Stolz nehmen Regionalleiterin Doris Kollar-Plasser (Mitte) und das Führungsteam des Gmundner Hauses St. Josef den Ehrenpreis Teleios im Wiener Palazzo entgegen. Ausgezeichnet! Teleios-Preis Für das Projekt „Jung trifft Alt – soziales Lernen für ältere und jüngere Menschen“ ist das Haus St. Josef in Gmunden im November für den Altenpflegepreis Teleios nominiert worden und hat einen Ehrenpreis erhalten. Im feierlichen Rahmen des Palazzo (Spiegelpalast) in Wien nahmen Regionalleiterin Doris Kollar-Plasser, Hausleiter Thomas Adler, Pflegedienstleiter Ulrich Gsenger, Kunsttherapeutin und Verwaltungsmitarbeiterin Christina Plasser sowie die Initiatoren des Projekts, Erich Auer und Angelika Trawöger, den Ehrenpreis gemeinsam mit dem Direktor der Neuen Mittelschule (NMS) Gmunden, Roman Herbst, entgegen. Der Teleios, vergeben von der Lebenswelt Heim Bundesverband, soll die Qualitätsentwicklung in Österreichs Alten- und Pflegeheimen einer breiten Öffentlichkeit vorstellen, die Vernetzung und Eigeninitiative in den Einrichtungen sowie das Image von Pflegeberufen und die Wertschätzung der Bewohner zu fördern. Im Rahmen des Projekts „Jung trifft Alt“ kommen Jugendliche der NMS Gmunden einmal pro Woche in das Haus St. Josef. Während sie gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren zeichnen, malen oder gestalten, kommen sie ins Plaudern, tauschen sich aus und lernen auf diese soziale Weise voneinander. Alljährliches Highlight ist die Ausstellung im Rathaus Gmunden (siehe auch Seite 26). (cp) Über ihre persönlichen Lieblingsstücke, zusammengestellt in individuellen Playlists, kehren die Seniorinnen und Senioren in Welten zurück, die sie mit der jeweiligen Musik verbinden. „Jeder von uns kennt das: Dieses spezielle Lied, das wir mit unserer ersten Liebe oder dem Auszug aus dem Elternhaus verknüpfen“, erklärt Regionalleiterin Doris Kollar-Plasser. „Die Musik, die prägende Ereignisse begleitete, ist im Langzeitgedächtnis abgelegt; selbst bei Menschen mit schwerer Demenz kann sie tief verborgene Erinnerungen wachrufen.“ Erwiesen ist auch, dass gern gehörte Musik ausgleichend auf Geist und Körper wirkt und insbesondere Menschen mit Demenz ins Hier und Jetzt holt, so dass sie wieder mit ihrer Umwelt interagieren können. Dass personalisierte Musik die Lebensqualität positiv beeinflusst, hat neben Dr. Connie Tomaino, Vorstandsmitglied der Nonprofit-Organisation Music und Memory, auch Dr. Oliver Sacks, Mitbegründer des Institute for Music and Neurologic Function, New York, untersucht und belegt. (cp) Über Kopfhörer erinnert sich eine Bewohnerin an musikalisch verknüpfte Glücksmomente. 16 anstifter ÖSTERREICH 1 | 2020

Forum Wer stark ist, kann andere stärken Teamentwicklung Mensch Wie kann ich Überreiztheit, depressiver Stimmung und Erschöpfung im Berufsalltag vorbeugen? Woraus beziehe ich Energie, Gestaltungswillen und Lebensfreude? Wie können wir die Kommunikation und Kooperation im Team verbessern? „Auf einer zwei Quadratmeter großen Decke hat das Team noch gut Platz“, erläutert Co-Coachin Edith Holler (rechts). Doch was passiert, wenn es enger wird? Die Ergebnisse aus den einzelnen Arbeitsgruppen werden gemeinsam diskutiert. Mit diesen und ähnlichen Fragen hat sich das Küchenteam des Sozialzentrums Mariahilf während eines fünftägigen Seminars im Bregenzer Kolpinghaus beschäftigt. Alle 25 Mitarbeiter aus allen Bereichen, bis hin zu den geringfügig Beschäftigten waren eingeladen. „Im ersten Teil des Seminars konnte jeder Mitarbeiter einen deutlichen Gewinn an Energie, Gestaltungswillen und Lebensfreude erfahren“, freut sich Coach Winfried Grath. „Im zweiten Teil standen Kommunikation, Zuversicht und Kompetenzen im Mittelpunkt. Es ging darum, Beziehungen aktiv zu gestalten, Konflikte zu meistern und Kooperation leicht zu finden. Im abschließenden dritten Teil haben wir uns damit befasst, wie der Einzelne und das Team insgesamt in bestimmten Aufgabenbereichen profitiert.“ Um den Küchenbetrieb aufrechterhalten zu können, bildete sich je eine Gruppe im Oktober, November und Dezember weiter. „Die Dienstplanung hat uns an unsere Grenzen gebracht, aber es hat sich sehr gelohnt“, freut sich die Küchenleiterin Bernadette Hartmann. Unter der Leitung von Coach Winfried Grath stellten die Teilnehmer vor allem praktische Bezüge zum Leitsatz der Stiftung Liebenau ‚In unserer Mitte – Der Mensch‘ und den daraus folgenden Werten her: für sich persönlich, für das Team und für die Kultur der Stiftung Liebenau. „Ich habe den Eindruck, dass jeder einzelne Mitarbeiter selbstbewusster und offener, unser Miteinander intensiver und verständnisvoller geworden ist“, beschreibt Bernadette Hartmann den Erfolg des speziell auf die Stiftung Liebenau zugeschnittenen Pilotprojekts – was ihre Mitarbeiter durchweg bestätigen. (wg) anstifter ÖSTERREICH 1 | 2020 17

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