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Anstifter 1, 2017 der Stiftung Liebenau

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Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Bildung, Familie, Gesundheit, Lebensräume, Pflege, Service und Teilhabe.

Stiftung Liebenau Gesundheit Neu in der St. Lukas-Klinik: Dr. Bernd Meyjohann, seit Jahresbeginn Chefarzt in der Abteilung für Innere Medizin. Neuer Chefarzt erweitert Behandlungsspektrum St. Lukas-Klinik schärft ihr fachliches Profil Die St. Lukas-Klinik hat ihr Ärzteteam erweitert: Seit Anfang Januar leitet Dr. Bernd Meyjohann als Chefarzt die Abteilung für Innere Medizin. Mit ihm konnte ein weiterer erfahrener Arzt für die auf Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen spezialisierte Fachklinik in Liebenau gewonnen werden. Dr. Meyjohann bringt eine doppelte fachliche Qualifikation mit: Er ist Facharzt für Innere Medizin und für Neurologie, eine Kombination, von der die somatischen Patienten in Liebenau besonders profitieren werden. In den vergangenen 20 Jahren war er vorwiegend mit dem Aufbau internistisch-altersmedizinischer Strukturen befasst und sammelte durch Tätigkeiten bei mehreren Kliniken und Trägern vielfältige Erfahrungen. Zuletzt hatte er in diesem Fachgebiet Chefarztpositionen im Landkreis Neu-Ulm und zuvor in Lindau inne. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt seit vielen Jahren auf der Behandlung von Menschen, die übergreifendes medizinisches Know-how benötigen. Neben der stets fachübergreifenden Tätigkeit in der Altersmedizin war er auch mehr als fünf Jahre in der Neurorehabilitation tätig. Dort lag sein Haupttätigkeitsschwerpunkt in der Frührehabilitation von schwerstbetroffenen Patienten beispielsweise nach Schädel-Hirn-Trauma, Reanimation oder Schlaganfall (Neuro-Reha Phase B). Bei diesen Menschen bedarf es langfristiger, zielorientierter Behandlungskonzepte, um eine gesellschaftliche Reintegration und bestmögliche Teilhabe wieder zu ermöglichen. Die Medizin spricht hier von erworbenen Hirnschädigungen, die auch in der St. Lukas-Klinik häufig anzutreffen sind. Doppelqualifizierung passt ideal Das Erkrankungsspektrum in der St. Lukas-Klinik ist für ihn daher kein Neuland. Im Gegenteil: Die Behandlung von somatischen Erkrankungen bei Menschen mit Behinderungen, von Menschen mit erworbenen hirnorganischen Störungen oder der Umgang mit Mehrfacherkrankungen im Alter erfordern ganz ähnliche fachübergreifende Kenntnisse und Ressourcen. „Wir sind froh, dass wir einen solchen Arzt für unsere Klinik gefunden haben“, sagt Irmgard Möhrle-Schmäh, Geschäftsführerin der Liebenau Kliniken. Durch seine Doppelqualifikation sei er geradezu prädestiniert für die Fachklinik. „Wir können mit dieser Kompetenz noch mehr auf die Bedürfnisse unserer Patienten eingehen. Auch eine spezielle geriatrische Ausrichtung für Menschen mit Behinderung und Mehrfacherkrankung ist zukünftig angedacht.“ Dr. Jürgen Kolb, der bislang sowohl die Erwachsenenpsychiatrie als auch die Innere Abteilung geleitet hatte, wird sich nun ganz auf die Allgemeinpsychiatrie konzentrieren. Wichtig für seinen Wechsel zur Stiftung Liebenau sei auch, ganz abgesehen von den umfassenden medizinischen Möglichkeiten, das christliche Werteprofil der Stiftung. „Auf der Basis des christlichen Menschenbilds zu behandeln, ist für mich elementar“, bekennt Meyjohann. Beeindruckt hat ihn vor allem die Hingabe, mit der Menschen mit Unterstützungsbedarf auf seiner Station, aber auch in allen anderen Bereichen betreut werden. So sein Fazit nach den ersten Wochen. Umziehen musste Dr. Bernd Meyjohann für seine neue Stelle nicht: Er lebt mit seiner Familie seit mehr als zehn Jahren wieder in Ravensburg. Er ist seit 30 Jahren verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Sein ältester Sohn Johannes ist ein Mensch mit Down-Syndrom und arbeitet seit mehreren Jahren in der Liebenau Service. (sd) 26 anstifter 1 | 2017

Stiftung Liebenau Bildung Wo drückt der Schuh? Die Anliegen der Jugendlichen aus dem Berufsbildungswerk Adolf Aich landen im Briefkasten der Teilnehmervertretung um Jan Pioch (rechts) und Christian Fleischmann. „Wir werden ernst genommen“ Azubis des Ravensburger Berufsbildungswerks engagieren sich als Teilnehmervertreter Mitreden, mitbestimmen, etwas bewirken: Im Ravensburger Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) der Stiftung Liebenau zählt die Meinung der Schüler und Azubis. Eine zwölfköpfige Teilnehmervertretung kümmert sich um die Anliegen der Jugendlichen und bringt Projekte ins Rollen. Vorneweg: der 24-jährige Maurer-Azubi Jan Pioch, erster Vorsitzender des Gremiums. „Teilnehmervertretung“ steht auf dem grünen Briefkasten am Eingang zur Kantine. Hier landen die zu Papier gebrachten Anregungen, Wünsche und Probleme der Jugendlichen aus dem BBW. Jeder Zettel wird gelesen, jeder Vorschlag geprüft, und jeder Briefeschreiber bekommt garantiert eine Rückmeldung. Meistens aber sprechen die Azubis ihn persönlich an, wenn ihnen etwas auf dem Herzen liegt, erzählt Jan Pioch von der BBW-Teilnehmervertretung. Seit drei Jahren ist er dabei, seit zwei Jahren als erster Vorstand neben der zweiten Vorsitzenden Leilani Rhodes. Weitere acht Jugendliche gehören dem Gremium an. Unterstützt werden sie von den Vertrauenspersonen Marion Obermayer und Karin Zwisler. Viele Projekte verwirklicht Einmal pro Monat trifft man sich, bespricht Themen und verteilt die Aufgaben für anstehende Projekte. Und davon gab es in den vergangenen Monaten einige: So stellte die Teilnehmervertretung ein Begegnungscafé und ein Grillfest mit den Flüchtlingen, die im BBW wohnen oder dort beschult werden, auf die Beine – ein voller Erfolg. Auch die Einführung von WLAN war eine Initiative der Azubivertreter. Aktuell in der Diskussion: mehr Abwechslung bei den Vesperpaketen für Azubis, die auf Baustellen unterwegs sind. Daneben ist Jan Pioch auf Messen für das BBW im Einsatz und beantwortet dort aus Azubi-Sicht die Fragen der Besucher. Auch bei den Aufnahme- und Absolventenfeiern im BBW stehen die Teilnehmervertreter im Rampenlicht. Mehrfach schon übernahm Piochs Kollege Christian Fleischmann hier die Moderation. Für den 21-jährigen Auszubildenden zur Fachkraft im Gastgewerbe ist es jedes Mal etwas Besonderes, im vollbesetzten Foyer zum Publikum zu sprechen. Seine Taktik gegen Lampenfieber? „Einfach ganz normal bleiben.“ Mitgestalten erwünscht Im BBW wird auf die Beteiligung der Jugendlichen schon immer viel Wert gelegt – und das nicht nur auf dem Papier. Eigeninitiative ist ausdrücklich erwünscht. Und so trifft sich Jan Pioch auch regelmäßig mit Geschäftsführer Herbert Lüdtke. „Ich fühle mich absolut ernst genommen“, so der Azubi. „Die Geschäftsführung unterstützt uns voll.“ Zum Beispiel bei einem seiner Lieblingsprojekte: Seit wenigen Wochen steht im Raucher-Pavillon im BBW-Innenhof ein massiver Aschenbecher. Entwurf, Statik-Berechnung und Betonieren erledigten die Azubis größtenteils in Eigenregie – was sich perfekt mit Piochs Ausbildung verbinden ließ, ist er doch selbst angehender Ausbaufacharbeiter. Und zwar mit Leib und Seele: „Mir war von Anfang an klar, dass ich auf den Bau gehen möchte“, begründet er seine Berufswahl. „Ich mache mir gerne die Hände schmutzig.“ Und gerne übernimmt er auch im Job Verantwortung. So sei er in der Maurerwerkstatt schon so ein bisschen in die „Capo-Rolle“ geschlüpft, grinst Pioch, der im Sommer 2017 seinen Abschluss macht. Eine Arbeitsstelle hat er schon in Aussicht. Dann müssen andere seinen Posten als Teilnehmervertreter übernehmen. „Hier wird man geschätzt“ Auf seine Amtszeit blickt er positiv zurück. „Es hat mir auch persönlich sehr viel gebracht.“ Das zeigt sich auch in seinem selbstbewussten und wortgewandten Auftreten. Auch in dieser Hinsicht sei er gereift durch sein Engagement: „Vor drei Jahren konnte ich mich noch nicht so gut ausdrücken.“ Wie er das BBW sieht? „Das kann ich weiterempfehlen!“ Menschen mit Benachteiligungen seien hier gut aufgehoben. Man merke als Azubi: „Hier wird man geschätzt, hier kann man das Beste aus sich machen.“ (ck) anstifter 1 | 2017 27

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