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annalive 02/2015

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

32 PRAXIS KÄRNTEN Neu

32 PRAXIS KÄRNTEN Neu gewählte Selbstvertretung SPITTAL – Die Wahl der Selbstvertretung in der Lebenswelt St. Antonius hat nach zwei Jahren Mitte Februar stattgefunden. Stimmberechtig waren alle Menschen mit Behinderung, die in der Lebenswelt wohnen. Die vier Kandidatinnen und fünf Kandidaten hatten schon eine Woche vorher erklärt, was ihnen wichtig ist und welche Vorhaben sie realisieren wollen. Zur Wahl haben die Klientinnen und Mitarbeiterinnen unter der Leitung von Betreuerin Sara Herfort Stimmzettel in unterschiedlichen Farben mit den Fotos der Kandidatinnen vorbereitet. Das Auszählen der Stimmen fand anschaulich mit einer Strichliste am Flip-Chart statt. Die Spannung war groß, das Ergebnis eindeutig: Klemens Schützinger wurde wiedergewählt; Regina Penker löst Lukas Hofer ab. Auch das Engagement der nichtgewählten Teilnehmerinnen wurde hervorgehoben und mit jeweils einem Strauß Blumen geehrt. ❑ „Mit uns für uns!“ Das Recht auf Selbstbestimmung ist im österreichischen Grundgesetz und in der UN-Behindertenrechtskonvention verankert und gilt auch für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf. „Nichts über uns ohne uns!“, sagen Menschen mit Behinderung weltweit. Sie bringen damit zum Ausdruck, dass sie selbstverständlich einbezogen sein müssen, wenn es um ihre Belange geht. Die Menschen mit Behinderung in der Lebenswelt St. Antonius haben den Satz adaptiert und sagen: „Mit uns für uns!“ Text: Sabine Unterweger Austausch mit Führungskräften der Stiftung Liebenau Die deutschen Führungskräfte aus der St. Lukas-Klinik (2.-4.v.li.) Silvio Gremiglio (Stationsleiter), Alfons Ummenhofer (stellvertretender Heimleiter), Rene Fritschi (Teamleiter der Förderwerkstatt) und Holger Trebitscher (Stationsleiter) zu Besuch in der Lebenswelt St. Antonius. Links: Margit Ropatsch, pädagogische Leiterin der Lebenswelt St. Antonius; rechts: Regionalleiterin Doris Kollar-Plasser. SPITTAL – Eine Delegation von vier Führungskräften aus der deutschen St. Lukas-Klinik, einer Tochtergesellschaft der Stiftung Liebenau für Menschen mit Behinderung, hat Ende April die Lebenswelt St. Antonius besucht. Gemeinsam mit Doris Kollar- Plasser, Regionalleiterin der St. Anna-Hilfe für Oberösterreich und Kärnten, hat Hausleiterin Sabine Unterweger die Zusammenkunft moderiert. Nach einem Rundgang durchs Haus gab die Regionalleiterin eine Einführung in die Entstehung und bauliche Geschichte der Lebenswelt St. Antonius. Abends gesellten sich Ina Maria Lerchbaumer, Geschäftsführerin der Lebenswelt St. Antonius, und ihre Assistentin Elisabeth Rossegger zur Runde. Am folgenden Tag referierte die Hausleiterin über die Standards in der Hilfe für Menschen mit Behinderung in Kärnten, die Finanzierungsmöglichkeiten, die Ausbildung der Mitarbeiterinnen und besondere Herausforderungen im Betreuungsalltag. Beim anschließenden Gespräch erörterten die deutschen und österreichischen Fachkräfte die Themen eingehend. Um auch das Land ein wenig kennenzulernen, nahm die achtköpfige Gruppe an einer Stadtführung durch Gmünd teil und besuchte das Porsche-Museum. Der zweitägige Besuch ist bei einem gemütlichen Abendessen ausgeklungen. ❑ Text: Elke Benicke/Foto: Mike Rabis

33 PRAXIS KÄRNTEN Motopädagogisches Training SPITTAL – Seit rund einem Jahr lassen sich die Klientinnen der Lebenswelt St. Antonius einmal wöchentlich durch motopädagogische Einheiten fordern und fördern. Entsprechend ihren individuellen Ressourcen, Fähigkeiten und Wünschen trainieren sie mit unterschiedlichen Materialien und psychomotorischen Geräten. Ziel ist es, Bewegung positiv zu erleben, um die körperliche und geistige Entwicklung zu begünstigen und nicht zuletzt das Selbstbewusstsein zu stärken. „Im gemeinsamen Bewegungsspiel, egal, ob mit einem Ball, vielen Bällen, Papier, Tüchern oder SPITTAL – Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Eltern, Angehörigen und Sachwalterinnen ist für die Mitarbeiterinnen der Lebenswelt St. Antonius von großer Bedeutung. Beiderseitiges Ziel ist es schließlich, den jungen Erwachsenen ein Leben zu ermöglichen, das so normal wie möglich ist. Dies gelingt durch Hilfestellungen und Strukturen im Alltag, körperliches und geistiges Training, einer sinnvollen Beschäftigung entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten, Teilhabe an der Gesellschaft und emotionale Versonstigen Materialien lernen die Teilnehmerinnen des motopädagogischen Trainings, sich gegenseitig zu akzeptieren und gemeinsam zu handeln“, erklärt Trainer Hubert Knötig. „Als Teil der Gruppe erfahren sie selbstbestimmtes Handeln, können es erproben und auf den Alltag übertragen.“ So erweitern sie nach und nach ihre eigenen Handlungsfähigkeiten im sozialen Kontext ganz nach dem Motto: Ich tu, ich bin, ich kann. ❑ Text/Fotos: Sabine Unterweger Klientin Astrid Bezdek absolviert konzentriert und mit viel innerer Ruhe die Übung für Augen- und Handkoordination mit einer Kugel im Holzrahmen. Durch Training zu mehr Selbstbewusstsein: Klient Hannes Gaugelhofer beim Geschicklichkeitsparcours mit Reifen. Auch Klient Klaus Laubreiter hat sine Feinmotorik trainiert und sich mit Zeitungen bestückt. Regelmäßige Angehörigentreffen Referierte zum Thema finanzielle Unterstützungen auf einem Angehörigentreffen: Behindertenanwältin Isabella Scheiflinger. bundenheit. Um die Angehörigen über die Entwicklungen im Haus auf dem Laufenden zu halten, bietet die Lebenswelt St. Antonius acht Mal pro Jahr ein Angehörigentreffen. Bei diesem Informationsabend erfahren sie Neues über den Status quo im Haus, diskutieren gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen aktuelle Themen, planen Aktivitäten und hören Vorträge von Expertinnen, zuletzt zum Beispiel von der Behindertenanwältin Isabella Scheiflinger zum Thema finanzielle Unterstützungen. ❑ Text/Foto: Sabine Unterweger

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