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annalive 02/2015

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

20 FORUM Neu:

20 FORUM Neu: Pflegewohngemeinschaft und Betreutes Wohnen in der Wohnanlage Blumenegg Gut versorgt Gemeinschaft erleben Zwischen Stadt und See, auf dem ehemaligen Standort der Firma Maggi im Bregenzer Stadtteil Vorkloster, ist die moderne Wohnanlage Blumenegg entstanden. Dort bietet die St. Anna-Hilfe ab Juli leicht pflegedürftigen, älteren Menschen 16 Wohnungen in der Pflegewohngemeinschaft. Weitere 20 stehen rüstigen Seniorinnen als Betreutes Wohnen zur Verfügung. Neben einer am Bedarf orientierten Pflege und verschiedenen Dienstleistungen spielt auch das nachbarschaftliche Miteinander eine große Rolle. sich mit Angehörigen treffen, Veranstaltungen besuchen oder einfach die Gesellschaft genießen. Gemeinwesenarbeiterin Christine Helbock ist vor Ort, moderiert das Zusammenleben und ist Ansprechpartnerin für kleine und größere Anliegen. Text: Elke Benicke Fotos: Markus Schrott, Christine Helbock „Bei der Umsetzung aller Angebote arbeitet die St. Anna-Hilfe eng mit der Landeshauptstadt Bregenz, dem Krankenpflegeverein Bregenz und der Wohnbauselbsthilfe zusammen“, erklärt Klaus Müller, Geschäftsführer der St. Anna-Hilfe. „Es geht darum, ein Netzwerk zu etablieren, das den Bedürfnissen der älteren Menschen gerecht wird und das Kooperation und Gemeinschaft an erste Stelle setzt.“ Den Bewohnerinnen der Pflegewohngemeinschaft stehen neben den Leistungen des Krankenpflegevereins auch qualifizierte Mitarbeiterinnen vor Ort zur Verfügung. Täglich werden vier frische Mahlzeiten geliefert. Je nach Bedarf bietet die St. Anna- Hilfe außerdem Unterstützung im Haushalt. Diese Dienstleistungen stehen auch den Mieterinnen des Betreuten Wohnens zur Verfügung. In den Gemeinschaftsräumen im Erdgeschoss können sie essen, Drei Fragen an Gemeinwesenarbeiterin Christine Helbock Was sind Ihre Aufgaben als Gemeinwesenarbeiterin? Christine Helbock: Ziel der Gemeinwesenarbeit ist es, das Miteinander der Bewohnerinnen zu fördern. Zunächst gründen wir einen Bewohnerbeirat, der sich dann einmal pro Monat trifft, um gemeinsame Anliegen zu besprechen, Ideen auszutauschen und neue Aktivitäten oder Angebote zu planen und zu realisieren. Das kann ein Nachbarschaftsfest, eine Tauschbörse für das Handwerk oder eine Mutter- Kind-Gruppe sein. Meine Aufgabe ist es, diese Konzepte inhaltlich und organisatorisch zu begleiten und als Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stehen. Woher kommen Sie beruflich? Christine Helbock: Ich bin Diplom-Sozialbetreuerin für Altenarbeit und seit 16 Jahren im Altenpflegebereich tätig. Im Jahr 2008 bin ich von Innsbruck in meine Heimatstadt Bregenz zurückgekehrt. Ich hatte das Glück, im Pflegeheim des Sozialzentrums Mariahilf meine Arbeit, die Pflege und Betreuung älterer Menschen, fortführen zu können. Als die St. Anna-Hilfe in Blumenegg eine Gemeinwesenarbeiterin und Wohngemeinschaftsverantwortliche suchte, habe ich mich beworben. In den sechs Wohnblöcken im Passivhaus-Standard befinden sich insgesamt 118 Miet- und 70 Eigentumswohnungen. Eine Tiefgarage mit über 270 Stellplätzen erlaubt es, das Wohnareal autofrei zu halten. Ärztinnen, Schulen, Restaurants, Kino, Cafés und zahlreiche Geschäfte befinden sich in unmittelbarer Nähe, das Bodenseeufer ist fünf, die Innenstadt 15 Gehminuten entfernt. Welche Hoffnungen oder Erwartungen haben sie an die beiden Wohnprojekte der St. Anna-Hilfe in Blumenegg? Christine Helbock: Wichtig ist, dass sich wirklich alle wohlfühlen, dass die Bewohnerinnen ihre Eigenständigkeit bewahren und sich an den Angeboten und Aktivitäten beteiligen. Dann findet Leben in der gesamten Wohnanlage statt, dann entstehen nachbarschaftliche Kontakte und vielleicht auch Freundschaften. Das wäre schön. ❑

21 PRAXIS VORARLBERG Erster interkultureller Brunch in den Lebensräumen für Jung und Alt Kulturelle Vielfalt genießen BREGENZ – Rund 30 Gäste haben sich Mitte April zum ersten interkulturellen Brunch im Erdgeschoss der Lebensräume für Jung und Alt eingefunden. Der Bewohnerbeirat hatte alle Bewohnerinnen persönlich eingeladen; die meisten brachten eine Spezialität aus ihrem Land mit. So gab es vom Birchermüsli über die Pita bis hin zum Zopf eine reiche Auswahl zum Probieren und Kommentieren. Text/Fotos: Elke Benicke Nach einer kurzen Ansprache durch Eva Riedl, Sprecherin des Bewohnerbeirats, wurden die verschiedenen Speisen von ihren Spenderinnen kurz vorgestellt. Sie selbst hat Gulaschsuppe mitgebracht, es gab Zopf und Kuchen, Birchermüsli, Wurst und Käse, gefüllte Poaca (türkische Teigtaschen), einmal mit Spinat und einmal mit Kartoffeln – „von der Mama mit viel Liebe gebacken“, erklärte Bewohner Akin Can, selbst eingelegte, grüne Oliven – „meine Schwester kann das gut“, sagte Bewohnerin Emine Mert, Schafskäse und Börek mit grünen Linsen, Pita auf bosnische Art und einiges mehr. Alle sollen sich angesprochen fühlen „Der interkulturelle Brunch soll die Vielfalt unserer Bewohner wiederspiegeln und auch, dass das so gewollt ist“, sagt Gemeinwesenarbeiter Günther Willi. Gemeinsame Essen, Brunchs oder Grillabende gibt es schon seit Eröffnung der Lebensräume, doch fühlen sich zu diesen Gelegenheiten nicht alle Bewohnerinnen gleichermaßen angesprochen, meist aufgrund der angebotenen Speisen. „So kam der Bewohnerbeirat auf die Idee, einmal einen interkulturellen Brunch anzubieten, zu dem jede mitbringen kann, was sie gerne isst.“ Abgeschaut hat sich der Bewohnerbeirat die Idee beim interkulturellen Frühstück im Park, das immer am ersten Dienstag im Juni im Stadtteil Vorkloster stattfindet und jedes Mal ein großer Erfolg ist. Gespräche zwischen Jung und Alt Auch der erste interkulturelle Brunch in den Lebensräumen kam gut an. Selbst die Jüngeren blieben noch bis etwa 13 Uhr sitzen, tauschten Rezepte und unterhielten sich mit den Älteren über die Ereignisse und Menschen in der Wohnanlage, insbesondere die Kinder. Alle sind sich einig: Im nächsten Jahr wird es wieder einen interkulturellen Brunch in den Lebensräumen geben. ❑ Beifall für die mitgebrachten Speisen und das reichhaltige Buffet, im Bild: die Bewohnerinnen Barbara Aubrecht (links) und Magdalena Dünser. Sajda Zivkovic (stehend hinten), Pflegedienstleiterin im Pflegeheim des Sozialzentrums Mariahilf, hat bosnische Spezialitäten mitgebracht und vorgestellt. Mit am Tisch: Gemeinwesenarbeiter Günther Willi. Bewohner Akin Can (links) mit seinem vier Monate alten Sohn Melik Mikail, dem jüngsten Bewohner der Lebensräume. Rechts: Bewohnerin Gertraud Kaiser.

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