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annalive 02/2014

Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

32 PRAXIS KÄRNTEN

32 PRAXIS KÄRNTEN Hausleiterin Sabine Unterweger stellt sich vor Neue Leiterin legt Wert auf Teamarbeit SPITTAL/DRAU – Sabine Unterweger hat im November die Leitung in der Lebenswelt St. Antonius übernommen. Ihr Vorgänger, Holger Trebitscher, Stationsleiter in der St. Lukas-Klinik (Stiftung Liebenau), der 2013 befristet für die Leitung in der Lebenswelt verantwortlich war, führte die Diplom- Psychologin, Sonder- und Heilpädagogin in das Amt ein. Text: Lioba Scheidel/Foto: privat Gemeinsam: Die neue Leiterin der Lebenswelt St. Antonius Sabine Unterweger (links) in der Teambesprechung mit Margit Ropatsch (Mitte), Pädagogische Leitung, und Bianca Egger (rechts) von der Verwaltung. Sabine Unterweger ist eine erfahrene Fachfrau im Sozialbereich. 25 Jahre lang hat sie bei verschiedenen Trägern der Behindertenhilfe mitgewirkt. Das Motto ihrer Arbeit ist es, immer ein klar definiertes Ziel vor Augen zu haben. Daher werden die Ziele gemeinsam im Team zusammengestellt. „Die Mitarbeiter sind hochmotiviert“, sagt Unterweger. Sie freut sich auf eine wertschätzende Zusammenarbeit. Achtsame Begleitung „Im Mittelpunkt steht für uns immer der Mensch. Wir unterstützen ihn, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.“ Das Konzept der Lebenswelt hat Sabine Unterweger überzeugt. Eine achtsame Begleitung von Menschen mit Behinderung liegt ihr am Herzen. Es ist ihr ein Anliegen, den Einzelnen mit seinen Wünschen, Bedürfnissen und Interessen ernst zu nehmen und zu unterstützen. Werte und Qualitätsstandards „Ich liebe Kunst.“ Sabine Unterweger schätzt das schöngestaltete Umfeld, den Garten und die liebevoll eingerichteten Wohnbereiche. Die Fachfrau legt Wert auf ziel- und situationsorientiertes Arbeiten sowie zeitgemäßes und wirtschaftliches Handeln. „Durch ein zielgerichtetes Überprüfen des Qualitätsstandards entwickeln wir uns ständig weiter und verbessern unsere fachliche Kompetenz.“ ❑ Turnen und Entspannen in der Lebenswelt St. Antonius Neuer Gymnastikraum für noch mehr Sport SPITTAL/DRAU – „Bewegung ist für mich wichtig.“ Die Bewohnerinnen der Lebenswelt St. Antonius gehen täglich spazieren. Sie tanzen, schwimmen und fahren Ski. Alternativ können sie im neuen hauseigenen Gymnastikraum turnen und entspannen. Geschäftsführerin Ina Maria Lerchbaumer unterstützte das Projekt finanziell; die Gartengruppe gestaltete den Turnraum in hellen Farben. Text: Lioba Scheidel/Foto: Sabine Unterweger Sportliche Events: Die Mitarbeiterinnen der Lebenswelt St. Antonius, Susanne Schirnhofer (2.v.l.) und Klaus Thaler (rechts), organisierten einen Skitag: Die Bewohnerinnen Regina Penker (links) und Martin Gasser waren begeistert. „Ich will fit bleiben und tue damit auch etwas für meine Gesundheit“, sagt Bewohner Martin Gasser, der gerne mit dem Rad fährt. „Ich schwimme auch und gehe zum Sport.“ Die Mitarbeiterinnen unterstützen die tägliche Fitness, fördern mit Tanzangeboten und Motopädagogik die Freude an der Bewegung. Der Besuch im Hallenbad bietet neben der Entspannung ein gezieltes Training, das die individuelle Beweglichkeit der Bewohnerinnen unterstützt und fördert.

33 PRAXIS KÄRNTEN Beitrag zur Inklusion Besonders beliebt sind die sportlichen Events. Die Mitarbeiterinnen Susanne Schirnhofer und Klaus Thaler luden zum Skitag ein. „Die Teilnehmerinnen hatten sichtlich Spaß“, bestätigten die Mitarbeiterinnen. Anschließend badeten die Skifahrerinnen der Lebenswelt in den heißen Thermen. „Das Fachprojekt ist ein wertvoller Beitrag zur gelebten Inklusion“, sagt Sabine Unterweger. Der Gymnastikraum ist eine prima Alternative Die Bewegung hilft Menschen mit Behinderung, sich selbst wahrzunehmen und zu spüren. „Wir unterstützen sie dabei“, sagt die Hausleiterin. Dank der großzügigen Spende von Ina Maria Lerchbaumer bietet der neue Gymnastikraum eine gelungene Abwechslung. „Die Gartengruppe hat den Raum in Rekordzeit fertiggestellt“, lobt Sabine Unterweger. Der sportliche Ehrgeiz ist geweckt. Ein multidisziplinäres Team betreut die Bewohnerinnen individuell. ❑ Das Küchenteam empfiehlt: frische Zutaten Kochen in der Lebenswelt St. Antonius SPITTAL/DRAU – „Auf die Zutaten kommt es an!“ Das Küchenteam in der Lebenswelt St. Antonius achtet auf gesunde und ausgewogene Ernährung. Die Köche sind sich einig: „Wir verarbeiten keine Fertigprodukte.“ Text: Lioba Scheidel/Foto: Inge Streif Die Bewohnerinnen der Lebenswelt sind in den Arbeitsbereichen Hauswirtschaft, Garten, Kunstund Kreativwerkstatt beschäftigt. Aufgabe der Hauswirtschaftsgruppe ist es, sich täglich um das Mittagessen zu kümmern. In einer professionell ausgestatteten Küche werden die Beschäftigten von qualifizierten Mitarbeiterinnen betreut und begleitet. Für die Köchin Nicole Oberrainer ist ein respektvoller Umgang miteinander wichtig. Die Beschäftigten spüren: „Wir sind ein Teil des Küchenteams.“ Die Köchin achtet darauf, sie ihren Stärken entsprechend einzubinden und Freude an der Arbeit zu vermitteln: „Die Beschäftigten sollen Spaß haben.“ Ausgewogen und gesund Kräuter aus dem Garten, Säfte aus Äpfeln der Regina Krall ist begeistert: „Die Arbeit macht mir Spaß“. eigenen Ernte: In der Küche wird vor allem Wert auf gesunde und regionale Erzeugnisse gelegt. Täglich werden circa 40 Mittagessen für Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen zubereitet. Zusätzlich gibt es ein Salatbuffet. Zur Jause werden verschiedene Aufstriche zubereitet und Säfte gereicht. Süße und salzige Backwaren, mit Butter und Biomehl hergestellt, zählen zu den Spezialitäten der Küche. Der „Reindling St. Antonius“, ein Gugelhupf aus Hefeteig gefüllt mit Rosinen, Zimt und Zucker, ist bei allen Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen besonders beliebt. Spezialitäten aus der Küche der Lebenswelt: Der süße „Reindling St. Antonius“ ist bei allen Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen besonders beliebt. Rechnen gehört dazu „Wieviel Eier brauche ich für drei Kuchen?“ Kochbücher studieren, Warenbestand kontrollieren, Einkaufszettel schreiben, immer sind die Beschäftigen mit dabei. Das Interesse ist groß. In der Lebenswelt wird auch Wert auf die Erwachsenenbildung gelegt. Für die Mitarbeiterinnen mit Behinderung gibt es Module im Lesen, Schreiben, Rechnen und Allgemeinbildung. Dabei steht die persönliche Förderung des Einzelnen im Vordergrund. „Wir begegnen unseren Bewohnerinnen mit Achtung, Respekt und Wertschätzung“, sagt Heimleiterin Sabine Unterweger. „Jeder hat eine Vielzahl von Fähigkeiten und das Bestreben, sich weiterzuentwickeln.“ ❑

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