Mediathek der Stiftung Liebenau
Aufrufe
vor 3 Jahren

annalive 02/2014

Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

30 PRAXIS VORARLBERG /

30 PRAXIS VORARLBERG / OBERÖSTERREICH Teamturnen „tuat guat“ BARTHOLOMÄBERG – Es geht darum, Bewegungsmuster aus dem Pflegealltag der Mitarbeiterinnen physiotherapeutisch zu analysieren und körpergerecht einzuüben: Seit Februar treffen sich zehn bis 15 Mitarbeiterinnen jeden Mittwochabend im Turnsaal der Volksschule mit ihrer Trainerin, der Physiotherapeutin Rita Mattle, und haben viel Spaß an dieser Aufgabe. „Viele kennen die Abläufe und können während der routinierten Abfolge der Bewegungen geistig gut entspannen“, sagt Pflegekraft Claudia Ganahl, die das Teamturnen initiiert und organisiert hat. „Hinzu kommt natürlich der Aspekt der Gemeinschaftlichkeit, wenn wir hinterher gemeinsam einkehren.“ Text: Elke Benicke/Foto: Florian Seher Neue, am Alltag orientierte Therapie im Sozialzentrum Kloster Nazareth MAKS – Motorisch-Alltagspraktisch -Kognitiv-Spirituell Slalomlauf mit dem Rollator: eine Übung aus der MAKS-Theorie. STADL PAURA – MAKS ist eine Aktivierungstherapie für Menschen mit leichter bis mittlerer Demenz, die seit Februar im Sozialzentrum Kloster Nazareth tagtäglich angewandt wird. Das ganzheitliche Training, das von Prof. Elmar Gräßel und seinen Mitarbeiterinnen entwickelt wurde, fördert das soziale Verhalten, hilft die Fähigkeiten von Menschen mit Demenz zu erhalten und „ist genauso fördernd wie die zurzeit gängigen Medikamente am Markt gegen Demenz“, sagt Doris Kollar-Plasser, Regionalleiterin der St. Anna-Hilfe Oberösterreich „Und das ohne Nebenwirkungen!“ Text/Foto: Bernadette Peitler „Ganz im Gegenteil bringt das MAKS-Training viele positive Nebeneffekte mit sich: neue Anlässe für Begegnungen, eine positiv erlebte Zeit für Bewohnerinnen wie Mitarbeiterinnen und eine verbesserte Stimmung bei den Menschen mit Demenz und in der Gemeinschaft“, ergänzt Doris Kollar-Plasser. Neben einer jahreszeitlich orientierten spirituellen Einstimmung, zum Beispiel mit Kerzen, Musik oder Düften, aber auch durch die Biografie unterstützte Erinnerungsarbeit an alte Zeiten und vorhandene Fähigkeiten fördert die MAKS-Therapie die Aktivitäten des täglichen Lebens in folgenden Bereichen: - Motorisch: Bei Tanz, Rhythmusübungen oder Ballspielen sammeln die Menschen mit Demenz Erfolgserlebnisse und erleben ein positives Gemeinschaftsgefühl. - Alltagspraktisch: Das Zubereiten von einfachen Speisen oder Spiele wie Domino oder Menschärgere-dich-nicht fördern nicht nur die Motorik und den sozialen Umgang, sondern fordern auch das Gedächtnis. Die Feinmotorik lässt sich zudem mit vielen Materialien aus dem Alltag trainieren. Knöpfe, Streichhölzer, Wattebausche, verschiedene Stoffe und Korken leisten diesbezüglich große Dienste. - Kognitiv: Mit Fingergymnastik, Würfelspielen, Fotopuzzles, Memory oder dem Wiedererkennen von vorher eingeprägten Bildern wird die Leistungsfähigkeit des Gehirns trainiert. Zum MAKS-Training gibt es eigene Bildkarten und eine Sammlung an Gedächtnisübungen. Die Hausgemeinschaften mit ihrer geräumigen Wohnküche eignen sich besonders gut für das MAKS-Training, da sie die Grundlage für alltagspraktische und gemeinschaftliche Aktivitäten bieten. ❑ Literaturtipp „Aktivierungstherapie für Menschen mit Demenz“ von Eichenseer und Gräßel, Urban & Fischer Verlag, 2011

31 PRAXIS OBERÖSTERREICH Haus St. Josef: ein eigener Maibaum GMUNDEN – Zum ersten Mal ist im Innenhof des Hauses St. Josef ein Maibaum errichtet worden. Die Idee dazu hatte Hausleiter Thomas Adler in der Absicht, an die Traditionen im Salzkammergut anzuknüpfen. Zunächst hat Haustechniker Wolfgang Kreuzer gemeinsam mit zwei Zivildienstleistenden ein entsprechendes Standrohr im Innenhof eingegraben und fixiert. Mit vereinten Kräften wurde dann der Maibaum geschlagen: Hannes Harfmann (Pflegedienstleiter), Egbert Folkersma (Leiter des Alltagsmanagements), Thomas Adler (Hausleiter) und Günter Hartl (Fachsozialbetreuer Altenarbeit) trafen sich in dem Waldstückchen, das zum Haus St Josef gehört. Unter der Anleitung von Günter Hartl, der auch ein erfahrener Waldarbeiter ist, wurde der Baum gefällt und direkt an Ort und Stelle geschält. Später haben Bewohnerinnen, Mitarbeiterinnen und freiwillige Helferinnen den Maibaum unter der Anleitung von Birgit Mistlberger (Alltagsmanagerin) mit einem Kranz und bunten Girlanden geschmückt. Birgit Mistlberger hat außerdem eigens für diesen Maibaum eine Tafel mit Fahnen gefertigt. Am letzten Tag im April haben die Männer des Hauses St. Josef den Maibaum mit vereinten Kräften aufgestellt. Danach gab es frischen Leberkäse zum Bier und ein gemütliches Beisammensein bei traditioneller Musik mit allen Bewohnerinnen, Mitarbeiterinnen und den freiwilligen Helferinnen. ❑ Text/Foto: Thomas Adler Ein Jahr Besuchsdienst des Rotary Club GMUNDEN – Der wöchentliche Besuch von Mitgliedern des Rotary Club Gmunden Traunsee ist ein fester Bestandteil im Haus St. Josef geworden. Die aus den unterschiedlichsten Berufen stammenden Frauen und Männer haben sich unabhängig von politischen und religiösen Orientierungen zusammengeschlossen, um sich der Wohltätigkeit, der Förderung von Freundschaft und gutem Willen zu widmen. Da sich die Mitglieder im Besuchsdienst abwechseln, können die Bewohnerinnen die verschiedensten Professionen kennenlernen, was an sich schon für Gesprächsstoff sorgt. Seit Januar 2013 trifft sich die stetig wachsende „Stammtischrunde“ und freut sich über immer neue Themen. Bei einem Gläschen Wein werden Jugendgeschichten, aktuelle Ereignisse, aber auch Geschichten und Witze ausgetauscht. Vor allem die älteren Damen im Haus St. Josef schwärmen von den amüsanten Geschichten. Auch wenn Details nicht im Gedächtnis bleiben, so sorgen die Erinnerungen an diesen Abenden doch für so manches Schmunzeln und angeregte Unterhaltungen in den Tagen darauf. ❑ Text: Thomas Adler Kunstwerkstatt eröffnet Bernadette Peitler (hinten), Assistentin der Regionalleitung Oberösterreich und Kärnten, mit Bewohnerin Maria Schilchegger. GMUNDEN – Mitte April hieß es zum ersten Mal „Herzlich willkommen!“ in der Kunstwerkstatt des Hauses St Josef. Der Raum steht allen Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen offen, die sich auch außerhalb der regulären Betreuungszeiten künstlerisch betätigen wollen. Insbesondere sollen hier aber Menschen mit Demenz angesprochen werden. „Dabei spielt es keine Rolle, ob die Besucherinnen ein größeres Kunstwerk in Angriff nehmen, ihrer Gefühlswelt Ausdruck verleihen oder einfach mal was ausprobieren wollen“, sagt Hausleiter Thomas Adler. Einmal pro Woche begleiten Bernadette Peitler, Assistentin der Regionalleitung Oberösterreich und Kärnten, und Pflegekraft Andrea Igelsböck die älteren Menschen beim Malen. Diese entdecken immer wieder Neues und genießen es, sich in dieser Form auszudrücken. ❑ Text: Elke Benicke/Foto: Thomas Adler

Stiftung Liebenau Österreich