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annalive 02/2014

Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

28 PRAXIS VORARLBERG

28 PRAXIS VORARLBERG Ressourcen entdecken und fördern Training mit Schwung SCHRUNS – Beim richtigen Schwingen löst ein Ring mit vier frei beweglichen Stahlkugeln im Innern Vibrationen aus. Diese stärken die Muskulatur auf sanfte Art, fördern die Fettverbrennung und lösen Verspannungen. Hausleiterin Jutta Unger und Altenfachbetreuerin Sandra Pachole haben sich in der Handhabung des Rings ausbilden lassen. Seit Februar bieten sie Schwungring-Stunden für Mitarbeiterinnen im Pflegeheim St. Josef an, seit April auch für Bewohnerinnen mit Demenz und stellen fest: Das Programm namens Smovey ist nicht nur gesund, sondern macht auch Spaß! Text: Jutta Unger/Fotos: Katharina Kessler Im Kreis sitzen maximal acht Bewohnerinnen auf einfachen Stühlen ohne Armlehnen, so dass ein Maximum an Bewegungsfreiheit gegeben ist. Wer unsicher ist, bekommt Unterstützung von den Trainerinnen, die einfühlsam und sensibel auf die Bedürfnisse der Bewohnerinnen reagieren und Anweisungen klar formulieren. Eine beliebte Übung ist unter anderen das Holzsägen, bei der die Oberarme vor der Brust in gleichmäßigem Tempo gebeugt und gestreckt werden. So lassen sich Ausdauer und Koordination trainieren. Frau J. zum Beispiel, die am Geschehen ihrer Umwelt nicht mehr aktiv teilnimmt, konnte auch die Übung zunächst nicht selbstständig ausführen. Eine Trainerin hat dies anleitend für sie übernommen, während sich Frau J. passiv mitbewegte. Bereits nach ein paar Minuten machten sich Muskelaktivitäten bemerkbar: Seitdem bewegt sich Frau J. mehr und mehr selbst mit – und hält außerdem die Ringe in den Pausen selbst fest. Für den Alltag trainieren Frau F. ist ebenfalls an Demenz erkrankt. Sie kann sich zwar verbal ausdrücken, benötigt aber Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme, da ihre Arme in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind. Zudem weist sie Kontrakturen an den Fingern ihrer linken Hand auf, sodass sie ihre Faust nicht mehr bewusst öffnen oder schließen kann. Ziel der Schwingübungen war es, den Ring nach und nach mit beiden Händen festzuhalten. Zur Überraschung aller hat Frau F. den Ring bereits nach nur einer Trainingseinheit mit beiden Händen gehalten. Ihre Finger sind etwas beweglicher geworden und auch die Faust lässt sich leicht öffnen. Am darauffolgenden Tag hat Frau F. die Pflegepersonen erneut überrascht, indem sie versuchte, selbstständig zu frühstücken. Schwitzen und schmunzeln Von Stunde zu Stunde wächst auch die Freude an den Bewegungsübungen; allein die gemeinsame Zeit in der Runde trägt zum Wohlbefinden bei. Frau S. zum Beispiel wollte anfangs nicht mitturnen. Sie fand die Schwungübungen kindisch und unnötig. Dann machte sie doch einmal mit. Sie war in ihren Jugendjahren aktive Sportlerin, wollte das zeigen und brachte auch die Trainerinnen ins Schwitzen. Mittlerweile genießt sie die Aufmerksamkeit und beteiligt sich aktiv an den Übungen. ❑ Mit Schwung trainieren die Mitarbeiterinnen vom Haus St. Josef im Rahmen des Gesundheitsprogramms „tuat guat“. Hausleiterin Jutta Unger (rechts) trainiert die Bewohnerinnen gemeinsam mit Altenfachbetreuerin Sandra Pachole.

29 PRAXIS VORARLBERG Bewohnerin Aloisia Humpl zeigt das Hausblättle des Pflegeheims Innermontafon gerne auch ihren Angehörigen. Hausblättle kommen gut an „Schau, das bin doch ich!“ ST. GALLENKIRCH / BREGENZ – Angeregt durch eine Layoutvorlage aus der Zentralen Verwaltung haben Mitarbeiterinnen zweier Häuser der St. Anna-Hilfe ihr eigenes Hausblättle in die Tat umgesetzt: Im Frühjahr ist im Pflegeheim Innermontafon und im Seniorenheim Tschermakgarten jeweils bereits die fünfte Ausgabe des Hausblättle beziehungsweise Tschermakblättle erschienen. „Unsere Bewohnerinnen und die Mitarbeiterinnen finden das Hausblättle toll, weil sie sich darin wiederfinden“, sagt Redakteurin Margit Karg. Text: Elke Benicke/Foto: Margit Karg Gerne leitet Margit Karg, Redakteurin und Verwaltungsmitarbeiterin im Pflegeheim Innermontafon, hausinterne Nachrichten und Berichte mit flotten Sprüchen ein und bringt so noch einmal Schwung in das Geschehene. „Alles neu macht der Mai, doch bis zum Mai wollten wir nicht warten. Deshalb gab es schon im Februar Renovierungsarbeiten und auch ein neues Fernsehgerät für den Wohnbereich“, schreibt sie zum Beispiel in der Frühjahrsausgabe „ihres“ Hausblättle. Alles ist ganz nah und die Menschen, um die es geht, rufen sich beim Vornamen – auch das spiegelt sich im Hausblättle wider: „Margit, Kilian + Hannes“ hatten sich maßgeblich an der Renovierungsaktion beteiligt. Informativ, humorvoll und bunt Seit Juni 2013 berichtet sie zunächst alle zwei Monate, seit diesem Jahr quartalsweise über die Aktivitäten, über Geburtstage und Todesfälle im Pflegeheim Innermontafon. Sie stellt außerdem neue Bewohnerinnen oder Mitarbeiterinnen vor und lockert das Hausblättle durch Zitate, mal eine Sonderseite mit Montafoner Sprüchen oder der Kurzgeschichte „Die Oma ist dement“ von Markus Hirtler auf. Die vielen Fotos machen ihre meist achtseitigen Ausgaben sehr anschaulich. „Es macht mir großen Spaß, das Hausblättle zu gestalten, weil ich viele positive Rückmeldungen bekomme. Die Bewohnerinnen finden sich darin wieder: ‚Schau, das bin doch ich!‘, sagen sie, und die Mitarbeiterinnen kommen mit neuen Ideen zu mir“, freut sich Margit Karg. Im Interview: die Fachfrau für Aromapflege Ähnlich positive Rückmeldungen von Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen erreichen auch Alexander Haasis und Nicole Weissenberg, das Redaktionsteam des Tschermakblättle. Aufgrund der gemeinsamen Layoutvorlage gleicht es äußerlich dem Hausblättle des Pflegeheims Innermontafon und vermittelt in den Farben weiß und grün oder der Schrift und Schriftgröße die Zugehörigkeit zur St. Anna-Hilfe. Und auch die zwei vom Redaktionsteam Tschermakgarten verwenden viele Bilder, um Inhaltliches zu veranschaulichen. Neben den Aktivitäten der Bewohnerinnen und den Personalien stellen sie auch immer wieder mal ein Betreuungskonzept vor, zum Beispiel anhand eines Interviews mit Pflegekraft Katja Kleinmann, die die Aromapflege im Seniorenheim Tschermakgarten eingeführt hat. ❑

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