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annalive 02/2013

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

8 DAS THEMA

8 DAS THEMA Bewohnerinnen trainieren Beweglichkeit, Kraft, Koordination – und Selbstvertrauen Regelmäßige körperliche Betätigung stärkt die Muskulatur, fördert die Beweglichkeit, senkt das Risiko von Stürzen, beugt Übergewicht, Osteoporose, Depressionen oder Demenz vor. Wichtiger ist den Bewohnerinnen der St. Anna-Hilfe allerdings, dass sie durch eine regelmäßige Bewegung ihre Selbstständigkeit bewahren, Spaß haben und an Selbstvertrauen gewinnen. Ein Blick nach Bregenz, Schruns, Nüziders und Bad Goisern zeigt Seniorinnen beim Kegeln, an Trainingsgeräten oder auch aktiv im Alltag möglichst viele Chancen auf Bewegung nutzen; begeistert berichten Mitarbeiterinnen aus den betreffenden Häusern. Text: Elke Benicke/Fotos: Barbara Koburger, Stefanie Freisler, Maria Ebser, Jutta Unger, Gudrun Penias nach dem Training alle neune treffen Zwei bis drei Mal pro Woche bewegen sich einige Bewohner im Sozialzentrum St. Vinerius gemeinsam mit der Physiotherapeutin Petra Frei. „Beides – die Regelmäßigkeit und die Anleitung – sind wichtig, da so die Beweglichkeit ohne Risiko trainiert wird und sich Muskeln aufbauen können“, sagt Hausleiter Florian Seher. „Daneben gibt es bei uns im Haus aber auch ganz ungezwungene Möglichkeiten, sich zu bewegen wie etwa beim Kegeln“, ergänzt Seher, „der Spaßfaktor steht dabei an oberster Stelle. Unsere Bewohnerinnen genießen die Geselligkeit und entwickeln Ehrgeiz. ,Diesmal treffe ich aber alle Neune!‘, versichert zum Beispiel Frau S. jedes Mal, bevor sie die Kugel ins Rollen bringt.“ Mit Spaß dabei sein Auch in Stadl Paura wird regelmäßig gekegelt: „Die Stimmung beim gemeinsamen Kegeln ist meist ausgelassen, hinzu kommt die Spannung: ′‚Wie viele schaffe ich diesmal?‘ Egal, wie viele Kegel getroffen werden, bietet dieser Sport immer auch eine gute Ausgangsbasis für neue Freundschaften und nette Gespräche im Sozialzentrum Kloster Nazareth“, berichtet Betreuungs- und Pflegeleiter Arno Buchsbaum.

9 DAS THEMA bewegte brücken bauen Kochlöffel, Zeitungspapier, Geschirrtücher, Bürsten, oder Nähspulen: „Ausgehend von der für diese Gegenstände tatsächlichen Gebrauchsbewegung wagen wir uns in lustige Bewegungsabenteuer, die zum Beispiel auf dem Hintergrund eines imaginären Herbstspaziergangs oder einer Schneeballschlacht die Teilnehmerinnen zu eigenen Ideen anregen“, erklärt Maria Ebser, Pflegekraft und M.A.S-Trainerin (Morbus Alzheimer Syndrom) im Haus San Marco, Bad Goisern. „Die Seniorinnen bewegen sich – körperlich, geistig und sozial. So bauen wir Brücken, so genannte bewegte Brücken nach dem Konzept der Motogeragogik. Dabei beobachten wir, dass die aufgeschlosseneren Charaktere unter unseren Seniorinnen die etwas gehemmteren Teilnehmerinnen animieren und unterstützen, sodass durch das gemeinsame In-Bewegung-Kommen tatsächlich Unglaubliches bewegt wird.“ Sich im Alltag bewegen Jutta Unger, Hausleiterin von St. Josef in Schruns, steht vor allem für Bewegung im Alltag ein: „Klar, mit dem Rollstuhl lässt sich der Weg vom Zimmer in die Wohnküche bequemer und schneller bewältigen. Umso toller finde ich es, wenn einige unserer Bewohnerinnen sich jeden Tag aufs Neue überwinden und den Weg zu Fuß gemeinsam mit einer Pflegekraft zurücklegen. Andere wie Frau V. brauchen den Rollstuhl für den Weg, legen aber großen Wert darauf, sich am Tisch in einen Sessel umzusetzen. Ihre Betreuerinnen, geschult in Kinästhetik, achten dabei auf bewusste Bewegungen: Einfühlsam und körpergerecht stützen sie Frau V. beim Aufstehen, geben ihr Halt und klare Anweisungen, wenn sie versucht, einen Schritt nach vorn zu gehen, und Zeit, um sich schießlich kontrolliert auf den bereit stehenden Sessel niederzulassen.“

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