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annalive 02/2013

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

24 PRAXIS

24 PRAXIS OBERÖSTERREICH Novizin macht Praktikum im Sozialzentrum Kloster Nazareth Von Schneemännern und Singstunden Musizieren mit novizin Edith (2.v.l.): Schwester Judith, Maria Hollensteiner und Anna Mitter (v.l.n.r.). STADL PAURA – Schwester Edith, Novizin bei den Borromäerinnen, hat von Januar bis März ein Praktikum im Sozialzentrum Kloster Nazareth absolviert. Die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester, die in einem Wiener Pflegeheim bereits als Wohnbereichsleiterin gearbeitet hatte, wollte sich im Kreis ihrer vier Mitschwestern nicht nur über das Ablegen ihres Gelübdes klar werden, sondern auch das Konzept der Hausgemeinschaften kennenlernen und aktiv daran teilhaben. Text: Schwester Edith/Foto: Arno Buchsbaum Schwester Edith berichtet: „In der Gemeinschaft mit den anderen Schwestern fühlte ich mich bald zu Hause und auch die Mitarbeiterinnen haben mich herzlich aufgenommen. Wichtig war mir, Zeit für die Bewohnerinnen zu haben, woraus sich viele Begegnungen und Aktivitäten ergaben. Besonders beeindruckt hat mich zum Beispiel unsere Schneemannaktion: Einige Bewohnerinnen kommen nur noch selten in die Natur hinaus, haben daher keinen Bezug mehr zu Schnee, Eis oder Kälte. Deshalb habe ich etwas Schnee in die Wohngruppe gebracht und die Bewohnerinnen fühlen lassen. Manche haben vorsichtig getastet und sind erschrocken, als sie die Kälte spürten. Andere formten selbst einen kleinen Schneeball und wieder andere wollten ihn nicht berühren. Auf einem kleinen Tablett bauten wir gemeinsam einige kleine Schneemänner. Mit klein geschnittenen Karotten markierten wir das Gesicht, ein Blumentopf war der Hut. Gemeinsam beobachteten wir, wie unsere Schneemänner in der Wärme zu schwitzen begannen. Auch unsere Singrunde hat mich begeistert: In Gesprächen mit Bewohnerinnen merkte ich, wie gerne sie singen. Also, eine Singrunde musste her. Gesagt, getan! Wir erarbeiteten Liedermappen in Großdruck und planten für jede zweite Woche eine Singstunde, an der meist rund 20 Bewohnerinnen, zum Teil mit ihren Angehörigen teilnahmen. Welche Freude war es, zu sehen, wie Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung auf einmal langsam die Lippen bewegten oder wie Bewohnerinnen, die sonst meist die Augen geschlossen hatten, diese plötzlich öffneten.“ ❑ Kino im Sozialzentrum Kloster nazareth STADL PAURA – Die Vorhänge sind zugezogen, der Beamer projiziert ein helles, scharfes Standbild an die aus der Decke heruntergelassene Leinwand. Voller Vorfreude betreten die ersten Kinogängerinnen den Raum. Die Lieblingsplätze sind schnell eingenommen, die Gehhilfen in sichtbarer Nähe verstaut. Ein guter Zeitpunkt, die Kino-Fans mit Chips und Salzletten auf den Film einzustimmen. Kurz vor Filmstart wirft der Vorführer noch einen prüfenden Blick in die Runde und weist darauf hin, dass alle Zuschauer unter 18 Jahren bitte den Raum verlassen sollen. Viele lachen und alle bleiben sitzen. „Das Beste kommt zum Schluss“ heißt der heutige Film, eine tragische Komödie mit Jack Nicholson und Morgan Freeman aus dem Jahre 2008. Seit dem ersten Kino-Event im Januar 2011 hat sich eine treue Fan-Gemeinschaft von Filmliebhabern herauskristallisiert, Kinonachmittage gibt es seitdem regelmäßig einmal pro Monat. Neben früheren Kassenschlagern nehmen die Bewohnerinnen auch zeitgemäße Filme wie „Keinohrhasen“ und „Wer früher stirbt ist, länger tot“ begeistert an. ❑ Text/Foto: Arno Buchsbaum

25 PRAXIS AUS KÄRnTEn Die ersten Selbstvertreter sind gewählt Ansprechpartner für Wünsche und Kritik SPITTAL/DRAU – In der Lebenswelt St. Antonius sind die ersten beiden Selbstvertreter aus insgesamt neun Kandidatinnen gewählt worden – Klemens Schützinger und Lukas Hofer. Seit März und für die folgenden beiden Jahre sind sie neben den Begleiterinnen die ersten Ansprechpartner für Wünsche, Anregungen und Beschwerden der in der Lebenswelt St. Antonius lebenden und arbeitenden Menschen. Text: Elke Benicke/Fotos: Manuela Roscher Als Selbstvertreter möchte der 20-jährige Klemens Schützinger im heurigen Sommer ein Fußballturnier realisieren, bei dem Begleiterinnen gegen Beschäftigte der Arbeitswelt antreten. Er hat sich außerdem Gedanken gemacht, ob und wie sich das Frühstücksangebot erweitern ließe. Nach Rücksprache mit den Bewohnerinnen gab er die Wünsche an Küchenchefin Nicole Oberrainer weiter, die dem bestehenden Angebot eine Auswahl an Müsli und Wurst hinzugefügt hat. Klemens Schützinger. lukas Hofer. Der 24-jährige Lukas Hofer will vor allem zuhören und ist offen für die Probleme seiner Kolleginnen. Es stört ihn sehr, wenn Menschen mit Behinderung ausgegrenzt werden. Deshalb möchte er aktiv daran mitarbeiten, dass in Spittal noch mehr für die Barrierefreiheit getan wird. ❑ Frühlings- und Osterbasar in der lebenswelt SPITTAL/DRAU – In der Kreativ-, Kunst- und Gartengruppe der Lebenswelt St. Antonius haben die jungen Erwachsenen mit Behinderung während der ersten Monate des Jahres vor allem zahlreiche Produkte für den Osterbasar gefertigt. Ende März konnten sie Ostergeschenke, Schmuck und Deko- Artikel, Produkte aus Natur- und Recyclingmaterial und hausgemachte Backwaren für das anstehende Osterfest anbieten. Die Hauswirtschaftsgruppe sorgte mit selbstgebackenen Kärntner Reindling und Schmankerln für das leibliche Wohl der rund 100 Besucherinnen. Unterstützt durch ihre Begleiterinnen sorgten die Menschen mit Behinderung für einen reibungslosen Verkauf der Waren. Der Verkaufserlös wird für Freizeitaktivitäten der in der Lebenswelt St. Antonius lebenden und arbeitenden Menschen verwendet. ❑ Begeistert vom Angebot des Osterbasars in der lebenswelt St. Antonius lassen sich diese vier Besucherinnen (1.-4.v.l.) gerne fotografieren. Stolz zeigen sich Bewohnerin Isabella Jost (2.v.r.) und Begleiterin Caroline Gasser (rechts). Text/Foto: Doris Kollar-Plasser

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