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annalive 02/2013

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

18 AnnA FORUM

18 AnnA FORUM Unentbehrlich: Zivildiener in der St. Anna-Hilfe Mädchen für alles – in der Jungsversion In Deutschland ist die Wehrpflicht Vergangenheit; die Zivildienstleistenden wurden zum Teil von Freiwilligen abgelöst. In Österreich hingegen haben sich in einer Volksbefragung Anfang des Jahres 60 Prozent für die Beibehaltung des Wehrdienstes und damit auch des Zivildienstes ausgesprochen. „Aus den Häusern der St. Anna-Hilfe sind die jungen Männer jedenfalls nicht wegzudenken“, sagt Doris Kollar-Plasser, Regionalleiterin für die St. Anna-Hilfe Oberösterreich. Text: Elke Benicke/Foto: Arno Buchsbaum Zivildiener Dominic Hofer unterstützt den Bewohner Franz Gleixner beim Mittagessen. „Unsere Zivildiener sind eine wertvolle Unterstützung bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten“, bestätigt Arno Buchsbaum, Betreuungs- und Pflegedienstleiter im Sozialzentrum Kloster Nazareth, „außerdem eine erfrischende Abwechslung für unsere Bewohnerinnen.“ Einerseits unterstützen die Zivildiener in den Häusern der St. Anna-Hilfe den Hausmeister und die Reinigungskräfte, mähen den Rasen, räumen Schnee, pressen Müll, reinigen Rollstühle, Rollatoren und den Dienstwagen, erledigen Botengänge oder bringen das „Essen auf Rädern“ zu den Seniorinnen nach Hause. Andererseits entlasten sie die Pflegekräfte und kommen so auch regelmäßig in Kontakt mit den älteren Menschen, zum Beispiel, wenn sie diese beim Mittagstisch unterstützen oder auch mal eine Runde Mensch-ärgere-dich-nicht mit ihnen spielen. „Ich bin froh, diese Art des Präsenzdienstes gewählt zu haben“, sagt Dominic Hofer schon nach seinen ersten drei von insgesamt neun Monaten Zivildienst im Sozialzentrum Kloster Nazareth. Er habe sich „das alles einfach ganz anders vorgestellt“, sei positiv überrascht vom Alltag in einem Pflegeheim und habe im Umgang mit den Seniorinnen dazugelernt. Immer wieder aufs Neue freut ihn ein „Danke!“ seitens der Bewohnerinnen. ❑ Vortragsreihe der connexia: „Pflege im Gespräch“ Termine für pflegende Angehörige Die connexia – Gesellschaft für Gesundheit und Pflege bietet unter anderem ein umfassendes Bildungsprogramm und arbeitet dabei auch immer wieder eng mit der St. Anna-Hlfe zusammen. Ihre Vorarlberger Vortragsreihe „Pflege im Gespräch“ soll pflegenden Angehörigen Informationen im Umgang mit den Pflegebedürftigen, aber auch im Umgang mit sich selbst bieten. Hier die Termine im Herbst, wie sie bis Redaktionsschluss feststanden. Sie finden von 19.30 – 21.30 Uhr statt. Text: Elke Benicke Kornelia rümmele „Wie kann ich demenzkranke Angehörige begleiten?“ 17. September, Altes Schulhüsle, Lochau brigitte Pregenzer „Hildegardmittel für den Hausgebrauch“ 18. September, Hofsteiger, Schwarzach und: „Kraft und Energie durch Hildegardernährung“ 25. September, Gemeindesaal, Wald am Arlberg Anita ohneberg „Hand im Hand im niemandsland – Validation“ 19. September, Seniorenhaus Schützengarten, Lustenau christof Fuchs „gewaltprävention in der Pflege“ 25. September, Gemeindezentrum, Koblach Weitere infos connexia, Claudia Längle, Tel. 0664 1237190

19 PRAXIS VORARlBERG Pilotprojekt: Pflegeschülerinnen üben die moderne Pflegebedarfserhebung Vor Ort mit Menschen lernen BREGENZ – Seit das Pflegesystem BESA* im Jahr 2010 in Vorarlberg eingeführt wurde, stehen bei der Erhebung des Pflegebedarfs nicht mehr die Defizite, sondern die Ressourcen im Vordergrund. Detaillierte Fragebögen und eine spezielle Software unterstützen die Pflegekräfte bei der Umsetzung von Pflegezielen. In einem Pilotprojekt sollen nun auch Schülerinnen der Krankenpflegeschule Bregenz mit dem neuen System umgehen lernen. „Mich hat es sehr gefreut, dass Schuldirektorin Simone Chukwuma-Lutz unser Haus für das Pilotprojekt ausgewählt hat“, sagt Sajda Zivkovic, Pflegedienstleiterin in Haus I des Sozialzentrums Mariahilf. Text: Elke Benicke/Foto: Markus Schrott „Norma Hutle war unsere erste Schülerin. Sie kam im April und blieb einen Monat, um sich mit BESA vertraut zu machen“, berichtet Pflegedienstleiterin Johanna Maria Gnaiger, die Norma Hutle während dieser Zeit begleitete. „Es ist gut gelaufen. Frau Hutle hat das System in der Praxis erproben können und neue Erfahrungen gesammelt. Im Juni und Juli kommen zwei weitere Krankenpflegeschülerinnen zu uns ins Haus.“ Während ihres einmonatigen Praktikums durchlief die Krankenpflegeschülerin alle Arbeitsschritte des BESA- Systems: vom Erstgespräch über das Assessment, bei dem die Ressourcen anhand eines Fragenkatalogs detailliert erfasst werden, bis zur nachfolgenden Beobachtung, der Zielvereinbarung und dem Auswerten der erreichten Ziele. Erfassen und beobachten Da die Bewohnerin, die Norma Hutle beobachten sollte, bettlägerig ist und so stark an Demenz erkrankt, dass sie ihre Möglichkeiten und Beeinträchtigungen nicht mehr selbst formulieren konnte, auch die Angehörigen nicht zur Verfügung standen, erfasste die Praktikantin den Status quo gemeinsam mit Johanna Maria Gnaiger. Daraufhin beobachtete sie die Bewohnerin für eine Woche und dokumentierte ihre Erkenntnisse im BESA-Programm am PC. Die darauffolgende Zielvereinbarung fand anlässlich des Pilotprojekts und für die Praktikantin in großem Rahmen statt: Neben den beiden Pflegedienstleiterinnen, Johanna Maria Gnaiger und Sajda Zivkovic, kamen auch Waltraud Gollner, die Amtssachverständige für Gesundheits- und Krankenpflege, Britta Arendt, die die BESA-Einführung im Haus begleitet, und Sonja Rupp, Lehrerin an der Pflegeschule Bregenz. Auf Grundlage des Assessments und ihrer Beobachtungen machte Norma Huttle Vorschläge für mögliche Ziele, die gemeinsam diskutiert wurden. Ziele festlegen So habe sie festgestellt, dass die Bewohnerin noch Hände und Finger benutze und trotz Bettlägerigkeit auch alle großen Gelenke beweglich seien. Vorgeschlagen und beschlossen wurde daher, dass die Bewohnerin im Rahmen der Grundpflege durchbewegt wird und Handmassagen bekommt. Ein weiteres von insgesamt vier Zielen ergab sich aus der Biografie der Bewohnerin, der zufolge sie immer elegant gekleidet gewesen sei und Parfum verwendet habe – diesen Stil soll sie auch im Pflegeheim so weit als möglich leben dürfen und dazu motiviert werden. „Mir hat das Projekt sehr gut gefallen“, resümiert Norma Hutle. „Spannend fand ich vor allem das vernetzte Denken, das sich durch das Erfassen der Ressourcen, das Beobachten, das Definieren der Ziele und das anschließende Auswerten ergibt.“ ❑ *BESA: Bewohnerinnen-Einstufungs- und Abrechnungssystem Bei der Zielvereinbarung (v.l.n.r.): Sonja Rupp, lehrerin an der Pflegeschule Bregenz, Praktikantin norma Hutle, Britta Arendt, die die BESA-Einführung im Haus begleitet, und Waltraud Gollner, die Amtssachverständige für Gesundheits- und Krankenpflege. Mit dem Rücken zur Kamera sitzen vorne links die beiden Pflegedienstleiterinnen Sajda Zivkovic und Johanna Maria Gnaiger.

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