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annalive 01/2011

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

18 PRAXIS VORARLBERG

18 PRAXIS VORARLBERG 2050 sind wir alle alt NÜZIDERS – Nachdem die St. Anna-Hilfe Oberösterreich bereits einen mehrteiligen Workshop zum Thema Hausgemeinschaften veranstaltet hatte (siehe anna live 1/2010), haben sich nun die Mitarbeiter von St. Vinerius mit dem Konzept und seiner Umsetzung beschäftigt. Von Mitte Juni bis Ende September nahmen sie die im Haus geltenden Betreuungsgrundsätze unter die Lupe und fragten sich „Was macht uns besonders?“ Ihre Antworten haben sie in sechs kreativen Abschlussarbeiten dargestellt, eine davon als Broschüre mit dem Titel „2050 sind wir alle alt, dann wünschen wir uns…“. Ausgehend von den gemeinsamen Lebens- und Arbeitsbedingungen formulierte jeder der sieben Mitglieder in Projektgruppe vier seine persönlichen Zukunftswünsche für 2050. Hier eine Auswahl. Text: Elke Benicke/Fotos: Claudia Galehr, Martin Mittermair, Florian Seher Wenn ich einmal in ein Heim muss, wünsche ich mir, „dass ich mich weiter verändern kann und darf.“ „dass niemand ohne anzuklopfen in mein Zimmer kommt, denn das würde mich ängstigen. Außerdem brauche ich meine Privatsphäre.“ „dass ich ein Taschengeld bekomme und auch die Möglichkeit habe, dieses auszugeben.“ „dass meine Kinder mich oft besuchen und mich auch mit zu sich nach Hause nehmen und ab und zu ausführen.“ „dass ich selbst eine Pflegekraft des Vertrauens wählen kann, die dann meine Ansprechpartnerin wird.“ 2050 sind wir alle alt!

19 PRAXIS VORARLBERG „dass mein Äußeres gepflegt wird, auf Haare, Haut und Kleidung geachtet wird, ebenso wie auf richtige Ernährung und körperliche Betätigung. Ich wünsche mir, dass man mir Raum gibt und Harmonie, dass ich von Düften, Farben und Vertrauen umgeben bin.“ „dass ich Samstag und Sonntag länger schlafen darf, auch bis neun oder zehn Uhr. Ich will schlafen dürfen wie früher daheim, ohne dass ich mich an Heimregeln anpassen muss.“ „dass ich einen eigenen Kühlschrank und eine Kochgelegenheit habe. Wenn mir dann das Essen nicht schmeckt, koche ich mir selbst etwas.“ „dass ich am Abend von einer geduldigen, ruhigen Schwester begleitet werde, die versteht, wenn ich noch trödeln und lesen will.“ „dass alles ebenerdig ist, dass ich mit meinem Rollator direkt aus dem Zimmer in den Garten kann, dass ich dort zwischen Springbrunnen und Bäumen spazieren kann. Vielleicht begleitet von meinem Hund.“ Bewohnerorientiertes Arbeiten – Grundsätze unseres Umgangs und unserer Arbeit mit Menschen Die folgenden vier Grundsätze stammen aus der internen Schulung „Bewohnerorientiertes Arbeiten“ und gelten in diesem Wortlaut nicht nur im Sozialzentrum St. Vinerius in Nüziders sondern auch in den Häusern St. Josef in Schruns und Mariahilf in Bregenz: • Wir begegnen allen Menschen mit einer wertschätzenden Grundhaltung. • Unsere tägliche Arbeit ist geprägt durch Begeisterung, Humor, Kreativität und Ausdauer. • Ein selbstbestimmtes Leben für alle Bewohnerinnen und Bewohner liegt uns am Herzen. • Die Selbstwertpflege unterstützt uns, konstruktiv zu denken sowie emotional kompetent und intelligent zu handeln.

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