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annalive 01/2011

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

14 14ANNA FORUM / PRAXIS

14 14ANNA FORUM / PRAXIS VORARLBERG Rauchen bitte nur separat! BREGENZ – Die Frage, ob und wo Rauchen im Senioren- und Pflegeheim erlaubt sein soll, gibt immer wieder Grund für Diskussionen. Welchen Stellenwert haben Autonomie und Selbstbestimmung der rauchenden Bewohner, wo widersprechen sie den Bedürfnissen der nichtrauchenden Bewohner? Auch im Bregenzer Seniorenhaus Tschermakgarten gab es bei diesem Thema immer wieder Unstimmigkeiten. Das neue Nichtraucherschutzgesetz in Österreich, das getrennte Räume für Raucher und Nichtraucher verlangt, war dann Anlass, einen eigenen Raucherbereich einzurichten. Dazu wurde die Cafeteria, in der bislang Rauchen erlaubt war, durch eine Glaswand abgetrennt. Entstanden ist ein kleiner Raucherraum, in dem man sich treffen, eine Zigarette rauchen, Kaffee trinken und Kleinigkeiten essen kann. Sowohl Raucher als auch Nichtraucher haben nun ihren ungestörten Bereich. Neben dem Raucherbereich im Cafe ist Rauchen auch in den eigenen Zimmern erlaubt, nicht aber in den Aufenthaltsräumen. ❑ Text: Daniela Gilgen Gut vernetzt – drinnen wie draußen BREGENZ – Seit Anfang des Jahres arbeiten die Lebensräume für Jung und Alt, das Pflegeheim Mariahilf und die Stadt Bregenz noch enger zusammen. Das Wohnkonzept der nachbarschaftlichen Beziehungen soll über die Grenzen der Lebensräume und des Pflegeheims hinaus im Stadtteil Vorkloster ausgebaut werden. Gut angenommen wurde zum Beispiel ein Schachturnier, das von der neu gegründeten Seniorenbörse der Stadt Bregenz mit organisiert wurde. Im September fand auch eine Stadtteilversammlung statt, bei der Wünsche, Erwartungen und Anregungen von Bewohnern innerhalb und außerhalb der Lebensräume gesammelt wurden. Innerhalb der Lebensräume wurden dieses Jahr drei Wohnungen neu bezogen: Grund dafür waren zwei Todesfälle, außerdem zog eine junge Familie aus, deren Wohnung zu klein wurde. Die neuen Bewohner – eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, ein älteres Ehepaar und eine alleinstehende Dame – haben sich gut integriert. In der Bewohnerstruktur hat sich dadurch wenig verändert: Der Altersdurchschnitt der 57 Bewohner liegt bei 56,45 Jahren (ohne Kinder). Acht Kinder wohnen in der Anlage, neun Bewohner sind 80 Jahre und älter. Allerdings hat es so viel Wechsel im Laufe eines Jahres seit der Eröffnung der Lebensräume im Jahr 2004 nicht gegeben. Denn alle, die einziehen, entscheiden sich nicht nur für eine Wohnung, sondern für eine Lebensform und damit für eine längere Verweildauer. Wie die letzten Jahre fanden auch heuer wieder die schon etablierten Deutsch- und Malkurse statt. Außerdem hat die Männerrunde Ende des Sommers ein zweites Grillfest für alle veranstaltet, nachdem das erste ein so großer Erfolg war. ❑ Text/Foto: Beate Weinzierl-Bahl Bei der Stadtteilversammlung Mitte Oktober hat der Bregenzer Stadtarzt Dr. Michael Stockreiter Interessierte über seinen Fachbereich „Gesundheit und Soziales“ informiert.

15 PRAXIS VORARLBERG Der Speisesaal gehört der Vergangenheit an. Jetzt essen die Bewohner in ihrem Wohnbereich. Die neuen Wohnküchen begeistern Bewohner wie Mitarbeiter In kleinen Gruppen stärker verbunden BREGENZ – Das Seniorenheim Tschermakgarten wurde in den Jahren 1977 bis 1979 erbaut, damals nach den modernsten Richtlinien in der Altenpflege. Seither hat sich das Betreuungskonzept deutlich verändert. Die Heimleitung hat sich neue Wege in der Altenpflege überlegt, die auch in einem gut 30 Jahre alten Haus ohne größere Umbauten möglich sind. Vor einem Jahr wurde auf das so genannte „Wohngruppenmodell“ umgestellt – mit guten Erfolgen. Text: Daniela Gilgen/Foto: Felix Kästle Der gemeinschaftliche Speisesaal gehört der Vergangenheit an, gegessen wird jetzt in kleinen Gruppen in den einzelnen Etagen. Insgesamt wurden vier Bewohnerzimmer aufgelassen; dafür entstanden auf zwei Geschossebenen zwei Wohnküchen. Außerdem wurden die Eingangsbereiche auf allen drei Stockwerken zu Aufenthaltsbereichen mit weiteren Wohnküchen umgestaltet. In den beiden Wohnküchen „Sunna-Eck“ und „s´dahoam“ spielt sich das gesellschaftliche Leben ab. „Bewohner, deren Angehörige und Mitarbeiter fühlen sich stärker miteinander verbunden. Aber natürlich kann man auch Konflikten, etwa mit Mitbewohnern, nicht mehr so einfach ausweichen“, berichtet Wohnbereichsleiter Gerhard Hofer. Ein neuer Wohnbereichsleiter stellt sich vor Seit gut einem Jahr ist der 43jährige Gerhard Hofer Wohnbereichsleiter im Seniorenhaus Tschermakgarten. Ursprünglich stammt der diplomierte Krankenpfleger aus Oberösterreich, jetzt wohnt er mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Alberschwende. Die Administration, die Abstimmung mit den anderen Leitern, die Personalführung und die Terminkoordination füllen seine Arbeitszeit stark aus. Für einen Schwatz mit den Bewohnern, Angehörigen oder Mitarbeitern findet er aber immer Zeit. „Für die Anliegen der Bewohner und Betreuer ein offenes Ohr zu haben, ist mir wichtig“, sagt Gerhard Hofer. ❑

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