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16 Unterstützung der

16 Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung durch Körpererfahrungen Bewegung ist die bessere Medizin Körperliche Bewegung gehört wie Nahrung, Schlaf und soziale Beziehungen zu den elementarsten Bedürfnissen des Menschen. Sie leistet einen wesentlichen Beitrag, die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen zu fördern. „Die menschliche Persönlichkeit ist eine unteilbare Einheit von Körper, Geist und Seele. Diese sind nur unterschiedliche Erscheinungsformen, verschiedene Dimensionen ein und desselben Ganzen. Von daher gibt es keine geistige Leistung ohne seelische Beteiligung und es gibt keine innerliche Gefühlsdynamik, welche sich nicht über den Körper, über Haltung und Bewegung ausdrückt“, beschreibt der Begründer der Psychomotorik in Deutschland Professor Ernst J. Kiphard. Auch der Psychoanalytiker Erik Erikson stellt in seinem Phasenmodell der Persönlichkeitsentwicklung dar, dass es immer um die ganzheitliche Sicht des Menschen geht, dessen körperlicher Zustand, seine seelische Verfassung und seine sozialen Beziehungen für seine Entwicklung wesentlich sind. Körperliche Bewegungen bringen die Individualität des Menschen mit seiner einzigartigen Geschichte des „So-geworden Seins“ und letztlich auch des „So-sein Dürfens“ zum Ausdruck. Auch für Menschen mit einer geistigen Behinderung ist körperliche Bewegung viel mehr als nur „Sport treiben“. Sie bedeutet Kommunikation mit der Umwelt, Handlungsfähigkeit und die Möglichkeit über die tätige Auseinandersetzung mit der Umwelt lebensnotwendige Erfahrungen für die Persönlichkeitsentwicklung zu machen. Sport- und Spielangebote sind hervorragend geeignet, die Kompetenzen an motorischen, sensorischen und emotional-sozialen Fähigkeiten zu erweitern und somit die Weiterentwicklung der Persönlichkeit zu unterstützen. Neben der allgemeinmotorischen Förderung wie Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit bieten gerade Sport und Spiel ein ideales Feld für Erfahrungen im sozialen und emotionalen Bereich. Entwicklung von Selbstvertrauen, Anerkennung erfahren und Erfolgserlebnisse aufbauen, Kreativität entwickeln, Hemmungen und Ängste abbauen helfen, sich abreagieren können, Aggressionen abbauen helfen, Gemeinschaftserlebnisse erfahren, einander helfen, mit Regeln umgehen lernen, Grenzen erfahren und respektieren lernen. Es gibt ein riesiges Spektrum an Sport- und Spielangeboten sowie an speziellen sensomotorischen und psychomotorischen Übungsangeboten, die für Menschen mit geistigen Behinderungen geeignet sind, wenn sie methodisch angepasst werden. Sport- und Bewegungsspiele, Gymnastik, Schwimmen, Entspannungsübungen, Trampolinspringen, Airtramp, Klettern, Bogenschießen oder Walking-Gruppen bieten eine große Vielfalt. Trotz aller personellen Engpässe, sollte immer wieder geprüft werden, ob es möglich ist, ein auch noch so kleines Bewegungsangebot in den Alltag zu integrieren. Reinhard Haller, Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe aus Österreich ist überzeugt: „Wenn es eine Tablette gäbe, die all das bewirkt, was drei Mal Wandern pro Woche (bewusstes Gehen in der Natur von mindestens 35 Minuten), wäre das die mit Abstand erfolgreichste Medikation, die es auf der Welt je gegeben hätte.“ Roland Steinbeck Körpererfahrungen können auf unterschiedliche Weise gemacht werden. Gemeinsam ist ihnen, dass sie die Persönlichkeit stärken. Foto: Nothacker-Lüdke

17 Erwin Hecht ist seit rund sieben Jahren ehrenamtlich in der Stiftung engagiert: früher als Fußballtrainer, heute als Musikant und Betreuer. Foto: Oschwald Porträt: Erwin Hecht ehrenamtlicher Betreuer und Musikant Mann der Tat und Multitalent Früher trainierte er Fußball, heute schlägt er Töne auf dem Akkordeon an: Wenn Erwin Hecht musiziert, singen Bewohnerinnen und Bewohner im Haus St. Josef in Liebenau mit, schaukeln und schunkeln oder hören einfach zu. Doch er übernimmt noch mehr ehrenamtliche Aufgaben bei der Stiftung Liebenau. Bis vor kurzem war er vielen bekannt als Co-Trainer der Hegenberger Fußballer. Sieben Jahre lang trainierte er jeden Mittwoch mit den Jugendlichen im Fachzentrum Hegenberg. Ein großer Erfolg war in dieser Zeit unter anderem, dass 2014 zwei Kicker von der Stiftung Liebenau in der Nationalmannschaft von Menschen mit Behinderung in Brasilien bei der Fußball-WM kickten. Erwin Hecht begleitete sie im Vorfeld intensiv. „Mir war wichtig, dass sie fit waren, das zu schaffen.“ Er selbst hat schon immer leidenschaftlich gekickt. Mit 18 Jahren spielte er in der dritthöchsten Liga in Deutschland. Eine vielversprechende Karriere lag vor ihm. Bis eine schwere Verletzung alles änderte und unzählige Knie-Operationen nach sich zog. Beruflich musste er sich umorientieren, machte zwei Meisterbriefe und arbeitete über drei Jahrzehnte bei der ZF in Friedrichshafen. Parallel war er immer engagiert beim SV Kressbronn: Über 40 Jahre lang trainierte er Mannschaften, darunter auch Mädchen- und Frauenmannschaften, deren Gründung ebenfalls auf seine Initiative zurückgingen. Begriffe wie Einzelkind, Kronprinz und egoistisch fallen, wenn er seine Kindheit beschreibt. Die schwere Verletzung als angehender Profi und der Rückzug der damaligen Freunde, als er nicht mehr prominent genug war, hätten ihn erwachsen werden lassen. Und engagiert. „Mein Geist war schon immer im Sozialen“, erklärt er. Auch im Rentenalter wollte er etwas zurückgeben. Als es vor sieben Jahren soweit war, startete er sein Traineramt in Hegenberg: Eine Woche nachdem er mit der Stiftung Liebenau Kontakt aufgenommen hatte. Seither hat er außerdem drei Betreuungen in Liebenau angenommen – zwei davon gesetzliche. Regelmäßig alle paar Wochen macht er mit jedem der beiden Männer einen Ausflug. Mit der Frau, die im Rollstuhl sitzt, geht er im Liebenauer Umfeld spazieren. Weihnachtsund Geburtstageschenke sowie Besuche zu diesen Anlässen scheinen ihm das Selbstverständlichste. In Hegenberg sind inzwischen jüngere Trainer nachgerückt. Zu den rund fünf großen auswärtigen Turnieren im Jahr begleitet Erwin Hecht die Mannschaften nach wie vor. Schnell kommen dann über 40 Kicker aus der Stiftung Liebenau zusammen. Dann wird jeder gebraucht: Die ausrichtenden Verbände fordern in der Regel einen Betreuer für je fünf Kicker. Auch das Turnier zur Qualifizierung der Special Olympics Baden-Württemberg in diesem Jahr mit 24 Mannschaften hat der 70-Jährige maßgeblich mitorganisiert. Durch den engagierten Einsatz seiner Teamkollegen vom SV Kressbronn wurde es zum zweiten Mal schon zum Erfolg. Weitere Ehrenämter wollte er nicht mehr annehmen. Doch Nein sagen, fällt ihm auch nicht leicht. Neuerdings musiziert er einen Nachmittag im Monat mit Bewohnerinnen und Bewohnern vom Haus St. Josef. Angeregt von seiner Tochter, die im Haus Teamleiterin ist. Manchmal kommen über 20 Bewohner zum Musikevent. Und selbst wenn es weniger sind, ist die Stimmung ausgelassen. „Das ist auch schön für mich“, strahlt der multitalentierte Mann der Tat. Anne Oschwald

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