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Stellungnahme: Beihilfe zum Suizid in ethischer Bewertung

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–– die berufliche

–– die berufliche Integrität des Arztes, nach der Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid der Natur der ärztlichen Aufgabe widersprechen; –– das „Dammbruch-Argument“, das auf das Risiko des unaufhaltsamen Abgleitens in immer unannehmbarere Praktiken abhebt (vgl. oben 3.1.2). Die Beihilfe zum Suizid ist nach den Worten der Kommission von einer ethischen Ambivalenz gekennzeichnet: „Die Suizidbeihilfe erzeugt einen schweren moralischen Zielkonflikt. Dieser lässt sich nicht ohne weiteres damit ausräumen, dass allein auf die persönliche Freiheit des Suizidenten fokussiert wird. Immer wieder besteht ein Widerstreit zwischen der Achtung der Selbstbestimmung Suizidwilliger und der Hilfeleistungspflicht für eben diese Personen, wenn sie ihrem Leben ein Ende setzen wollen. Die persönliche Autonomie als Selbstbestimmung wird einerseits als Kern eines gelingenden Lebens angesehen und Einschränkungen werden von den Betroffenen als Beeinträchtigungen ihres Wohls und als Verletzung des Respekts erlebt. Entsprechend müsste die Selbstbestimmung auch im Bezug auf die Entscheidungen über das Ende des Lebens geschützt und unterstützt werden. Auf der anderen Seite ist aber ebendiese Selbstbestimmung nicht losgelöst von den Beziehungen zu Anderen sowie von den sozialen und biologischen Bedingungen zu verstehen. Die persönliche Freiheit und Autonomie macht erst Sinn, wenn sie aus diesen Beziehungen heraus verstanden wird. Beziehungen beinhalten, dass uns der Tod der anderen nicht gleichgültig ist. Dieses ethische Dilemma kann nicht theoretisch aufgelöst werden. Es macht aber deutlich, weshalb die Suizidbeihilfe keine Frage ist, die auf moralischer Ebene generell zu regeln ist, sondern dass dieses Aufeinanderprallen zweier persönlicher Freiheiten und die Auslegung der Aufgabe ihrer Beziehung stets singulär sind. Deshalb darf die Suizidbeihilfe auf keinen Fall eine Routine oder die Anwendung einer Regel auf Grund von formellen Bedingungen werden. Sie kann nicht formalistisch geregelt und administratorisch organisiert werden. Das Dilemma begegnet uns wieder auf der Ebene der Institutionen: Auf der einen Seite kann Suizidbegleitung bei unsorgfältiger Durchführung tragischerweise in eine Tötungshandlung umschlagen, auf der anderen Seite können aber Suizide nicht vollzogen werden, nur weil sich Institutionen dagegen wenden. Das stellt zwar Art. 115 StGB im Grundsatz nicht in Frage, beweist aber, dass seine Anwendungsbedingungen genauer präzisiert werden sollten.“ 43 Als Prinzipien ihrer Beratung benennt die Kommission die Grundsätze der Selbstbestimmung und der Fürsorge, die in ihrer Zuordnung und ihrem Spannungsverhältnis die ethischen Abwägungen bestimmen. Auf dem Hintergrund dieser Prinzipien sucht die Kommission Kriterien, die für den Umgang mit Suizidbeihilfe gelten können. Sie betrachtet den Art. 115 StGB als „Freiraum für die straflose Beihilfe zum Suizid“, der aber auch das Risiko von Missbrauch und Pervertierung in sich birgt. Sie erachtet es deshalb als „notwendig, ausserhalb des Strafrechts eine Anzahl einschränkender Bedingungen zu formulieren, um die Wohlerwogenheit und die Sorgfalt der Abklärung zu garantieren“ 44 . Diese einschränkenden Bedingungen betreffen das ärztliche Handeln, die beteiligten Institutionen und die Sterbehilfeorganisationen. 43 Ebd., S. 48. 44 Ebd., S. 47. 30 31

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