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Leitlinien zum Umgang mit Sexualität und Behinderung

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Die Spirale Ein kleines

Die Spirale Ein kleines Kunststoff- oder Kupfergebilde bzw. eine hormonhaltige Spirale werden vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt. Die Spirale gilt als relativ sicheres Verhütungsmittel. Vorteile: Die Anwendung ist mit einem sehr geringen Aufwand verbunden. Der Hormonhaushalt wird durch die meist gebräuchlichen Kupfer-Spiralen nicht beeinflusst. Nachteile: Die Spirale kann in der ersten Zeit nach dem Einsetzen verloren werden, regelmäßige ärztliche Kontrolle ist also notwendig. Die Monatsblutung kann stärker und schmerzhafter werden. Das Risiko von Unterleibsentzündungen und Eileiterschwangerschaften ist erhöht. Fazit: Behinderte Frauen haben häufig eine eingeschränkte Körperwahrnehmung. So kann es sein, dass sie nicht klagen, obwohl sie starke Rücken- oder Unterleibsschmerzen haben. Da diese Methode deshalb für betreuende Personen schwer zu kontrollieren ist, erscheint sie für die Praxis eher ungeeignet. Das Kondom Unter den Verhütungsmitteln ist es das einzige, das vom Mann angewandt wird. Die Anwendung selbst muss mit großer Sorgfalt erfolgen und erfordert gewisse Übung. Die Sicherheit ist nicht ganz so hoch wie bei der Pille. Vorteile: Kondome sind leicht erhältlich und sie beinhalten keinerlei körperliche Risiken. Bei richtiger Anwendung bieten sie Schutz vor ungewollter Schwangerschaft und ein gravierender Vorteil ist der Schutz vor Geschlechtskrankheiten und der Infektion mit Aids. Nachteile: Kondome werden von manchen Paaren als lästig angesehen, weil sie die Spontaneität und das Erleben beeinträchtigen. Im Zusammentreffen mit fetthaltigen Gleitmitteln und chemischen Verhütungsmitteln kann es zum Reißen des Gummis kommen. Fazit: Der sachgerechte Umgang mit Kondomen kann nur von einem kleinen Teil der betroffenen Menschen mit Behinderung erwartet werden. Allerdings ist der Infektionsschutz ein Aspekt, der besonders bei gleichgeschlechtlichen Beziehungen eine Rolle spielen kann. Chemische Verhütungsmittel (Zäpfchen, Cremes, Gels) sind zwar leicht erhältlich, erfordern in der Anwendung jedoch große Sorgfalt; ihre empfängnisverhütende Wirkung ist deutlich geringer; zudem können Reizungen auftreten. Fazit: Diese Verhütungsmittel sind für Menschen mit Behinderung eher ungeeignet. Das Diaphragma besteht aus einer Gummikappe, das den Muttermund abdeckt und so das Eindringen von Samenzellen verhindern soll. Fazit: Die Anwendung erfordert ein sehr hohes Maß an Sorgfalt und ist für Frauen mit Behinderung meist zu schwierig. Zudem ist das Maß an Sicherheit eher durchschnittlich. Seite 16

(4) Die Sterilisation Die Sterilisation ist ein operativer Eingriff beim Mann oder bei der Frau, der die Fruchtbarkeit auf Dauer verhindert. Sie bedeutet einen massiven Eingriff in die körperliche Unversehrtheit der Betroffenen und berührt weit reichende ethische Aspekte. Eine Sterilisation ist irreversibel, d. h. sie ist nur in Einzelfällen durch komplizierte mikrochirurgische Eingriffe wieder rückgängig zu machen. Vom Gesetzgeber wurde die Sterilisation im Betreuungsrecht (§1905 BGB) eindeutig geregelt. Die wichtigsten Aspekte sind: • Die Sterilisation darf dem Willen des Betreuten nicht widersprechen. • Der Betreute bleibt auf Dauer einwilligungsunfähig. • Wenn anzunehmen ist, dass es ohne Sterilisation zu einer Schwangerschaft kommen würde, also keine prophylaktische Sterilisation. • Die Schwangerschaft kann nicht durch andere zumutbare Verhütungsmittel verhindert werden. • Die Gefahr für das Leben oder einer schweren Beeinträchtigung der Schwangeren muss gegeben sein; als schwerwiegend gilt aber auch das Leid, das später mit einer vormundschaftsgerichtlichen Trennung vom Kind verbunden wäre. • Die Initiative darf nur vom Betroffenen oder von dessen Betreuer ausgehen. • Keine Sterilisation im Interesse der Einrichtung, der Verwandten, oder des ungeborenen Kindes! Sind sich beide Partner sicher, dass sie dauerhaft keine Kinder wollen und sind beide psychisch und körperlich zu einer Sterilisation bereit, so sollte sich der Mann sterilisieren lassen. Obwohl der Eingriff auch bei Frauen heutzutage mikrochirurgisch ausgeführt wird, ist er beim Mann gefahrloser und einfacher. Vorteil: Die Sterilisation ist ein relativ sicheres Verfahren. Nachteile: Wie jede OP birgt auch dieser Eingriff gewisse Risiken. Einmal erfolgt, ist eine Sterilisation kaum noch rückgängig zu machen. Zudem ist die Gefahr für sexuellen Missbrauch erhöht, da sich das Risiko für potentielle Täter vermindert. Fazit: Eine Sterilisation muss sorgfältig abgewogen werden, kann aber in bestimmten Fällen durchaus sinnvoll sein. An folgenden Kriterien sollte sich eine Entscheidung orientieren, welches Verhütungsmittel eingesetzt wird: • Wie zuverlässig ist die selbstständige Einnahme? • Werden gleichzeitig Medikamente eingesetzt, die bestimmte Präparate von vornherein ausschließen? • Welche Nebenwirkungen und Spätfolgen sind zu erwarten? • Grundsätzlich: So verträglich wie möglich, nur so viel Eingriff wie nötig. • Keine prophylaktische Verhütung, ausschließlich am tatsächlichen Bedarf orientiert! • Wo immer möglich, sollte die Entscheidung mit den Betroffenen getroffen werden, um ein Bewusstsein für diesen Bereich zu wecken. Seite 17

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