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LAWerleben - 1|2020

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Neues aus den Liebenauer Arbeitswelten

Servicewelt Mit

Servicewelt Mit Liebenauer Masken gegen Corona TEXT UND FOTO: CLAUDIA GRASSMANN Im Nähwerk der Stiftung Liebenau entstehen Upcycling-Unikate aus textilen Restmaterialien. Kunden unterschiedlichster Branchen geben ihre nicht mehr benötigten Materialien wie Bauzaunbanner, Fahnen und Schaufensterdekorationen an das Nähwerk, wo diese zu Neuem verarbeitet werden. So entstanden bereits Taschen aller Art für die Touristinfo Leutkirch, die Stadt Aulendorf und Mode Reischmann in Ravensburg. Acht Beschäftigte mit Unterstützungsbedarf haben hier einen kreativen und abwechslungsreichen Arbeitsplatz gefunden. Zwei Schneiderinnen leiten sie dabei an. Eigentlich… Bunt, praktisch und sehr beliebt: die Mund-Nasen-Masken aus dem Nähwerk der Stiftung Liebenau. Denn im Frühjahr 2020 war alles anders. Tausende Behelfs-Mund- Nasen-Masken wurden genäht. Mit der Herstellung startete das Nähwerk, kurz nachdem der Virologe Christian Drosten in seinem Podcast davon sprach, dass sogenannte Alltagsmasken helfen könnten, die Verbreitung von virushaltigen Tröpfchen in die Umgebung zu verringern. Das war Mitte März. Kurze Zeit später wurde den Beschäftigten mit Unterstützungsbedarf die Arbeit vor Ort untersagt. Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach Masken stark an. Unterstützung bekam das Nähwerk-Team von Mitarbeitenden der Stiftung Liebenau, die aufgrund der Krise nicht mehr ihrer eigentlichen Tätigkeit nachkommen konnten, so beispielsweise Lehrkräfte aus dem Berufsbildungswerk. Und auch die Nähwerk-Beschäftigten mit Unterstützungsbedarf halfen von zu Hause aus mit. So entstanden im Verbund der Stiftung Liebenau ganz neue Verknüpfungen – eine besondere Nähe in Zeiten des Abstands. In Spitzenzeiten wurden bis zu 3.000 Masken pro Woche genäht! Nachdem die Lagerbestände an Rohmaterialien schnell verbraucht waren, kaufte das Nähwerk kilometerweise Stoffe, Schrägbänder und Nähgarne für die Masken bei Einzelhändlern in der Region ein – zu einer Zeit, in der diese nicht öffnen durften. Ein Großteil der Masken ging, lange vor der Maskenpflicht, an jene Mitarbeitende der Stiftung Liebenau, die in ihrem Tätigkeitsfeld keine medizinischen Schutzmasken benötigen. Ein frühzeitiges Zeichen der Fürsorge, flankiert von umfangreichen Hygienemaßnahmen. Auch externe Unternehmen nutzten das Angebot. Zwischenzeitlich hat auch im Nähwerk die „neue Normalität“ begonnen: Die Beschäftigten mit Unterstützungsbedarf sind seit Juni zurück an ihren Arbeitsplätzen und nähen weiterhin mit Begeisterung und Kreativität Upcycling-Unikate. 4 1|2020

Servicewelt „Knigge“-Kurs: So macht man‘s richtig! TEXT: DAMARIS SCHÄFER | FOTOS: SHIU YIE FURZE So geht's: Richtiges Eindecken und Servieren will gelernt sein. Aufnahmen ohne Masken und/oder Mindestabstand entstanden vor Einführung der Corona-Regeln. Ist es eigentlich höflicher, als Mann zuerst das Restaurant zu betreten oder der Frau den Vortritt zu lassen? Und wieso legt man das Messer eigentlich rechts und die Gabel links neben den Teller? Mit diesen und ähnlichen Themen haben sich mehrere Teilnehmende der Arbeitsbegleitenden Maßnahme (ABM) „Service-Knigge“ zusammen mit der Dozentin Shiu Yie Furze beschäftigt. Ganz am Anfang war der „Knigge“ gar keine Sammlung von „Benimmregeln“, sondern ein Ratgeber für einen höflichen und respektvollen Umgang mit anderen Personen. Darauf legte auch die Dozentin ihr Augenmerk bei der ABM. Neben interessanten Erklärungen führte sie mit den Teilnehmenden verschiedene Rollenspiele durch, die zeigten, wie man sich in bestimmten Situationen „richtig“ verhält. „Besonders wichtig bei der ABM war mir, dass ich den Inhalt sehr anschaulich vermittle“, so Shiu Yie Furze. „Denn ich bin der Meinung, wenn man Dinge selbst ausprobiert oder selbst erlebt hat, bleiben diese auch besser im Gedächtnis.“ Den Teilnehmenden gefielen die Rollenspiele sehr – besonders lustig waren aber die Negativbeispiele dazu. Natürlich durften auch richtiges Eindecken oder gar Bedienen nicht fehlen. Auch das korrekte Verhalten im Restaurant oder bei Tisch waren Themen, die die ABM interessant machten. Die Teilnehmenden fanden es super, so viel aus der ABM im Alltag anwenden zu können. Vor allem die Informationen zum respektvollen Umgang miteinander empfanden sie als hilfreich und freuen sich schon darauf, im nächsten Gespräch mit ihrer Höflichkeit punkten zu können. 1|2020 5

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