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LAWerleben - 1|2020

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Neues aus den Liebenauer Arbeitswelten

Werkstattwelt Neustart

Werkstattwelt Neustart als Arbeitserzieher TEXT: DAS REDAKTIONSTEAM „DER PUNKT“ | FOTOS: REINER MANGHARD Sie stehen schon lange im Berufsleben und sind nach zweijähriger Ausbildung zum Arbeitserzieher wieder in der Praxis angekommen: Francesco Fontanazza und Wolfgang Werb. Sie machen seit September 2019 ihr Anerkennungsjahr als Arbeitserzieher im Arbeitsbereich Liebenau der Teilhabe-Werkstätten. In diesen zwölf Monaten können sie alles, was sie in ihrer Ausbildung am Diakonischen Institut in Ravensburg gelernt haben, unter Anleitung in die Praxis umsetzen und mit ihrem Mentor reflektieren. „Ich bin Gipser-und Stuckateurmeister und war über 20 Jahre in der Lehrlingsausbildung tätig. Die Anforderung und Herausforderung in diesem Berufsbild des Arbeitserziehers entsprechen meinen Vorstellungen und Fähigkeiten“, erzählt Wolfgang Werb. „Mein Blockpraktikum hier im Arbeitsbereich Liebenau hat mir sehr gut gefallen und mir war schnell klar, dass ich hier mein Anerkennungsjahr machen möchte, wenn ich die Möglichkeit dazu habe. Und dann gab´s noch ganz schnell persönliche Bindungen zu Beschäftigten, die mich fast schon genötigt haben, mich hier zu bewerben. Ich hab´s noch keine Sekunde bereut und habe einfach Spaß an der Arbeit und mit den Menschen.“ Wolfgang Werb ist überwiegend in der Lampenmontage für die Firma LTS und der Datenarchivierung eingesetzt. „Spannend, abwechslungsreich, bunt“ Für Francesco Fontanazza, hauptsächlich für die Firmen VAUDE, Leibiger, Danany und Edelrid tätig, war der Start etwas turbulenter, musste er doch aufgrund von Urlaub und Krankheit der Kollegen eher eine Springerfunktion ausüben. Wie es ihm geht? „Die Arbeit ist sehr spannend, abwechslungsreich, es ist ein breit gefächertes Aufgabengebiet, bunt und erfordert eine hohe Flexibilität, aber es ist einfach schön, mit Menschen zu arbeiten. Dadurch, dass ich derzeit in drei Gruppen eingesetzt bin, bekomme ich doch eine große Vielfalt an Aufträgen der unterschiedlichen Firmen mit. Im Vorberuf bin ich Elektroinstallateur, und als es um eine Neuausrichtung ging, fiel die Wahl leicht. In meiner Schulzeit hatten wir schon Menschen mit Behinderungen in der Klasse, und in meiner Verwandtschaft gab es auch immer schon Bezüge.“ Und warum die Stiftung Liebenau? „Im Vergleich zu anderen Einrichtungen hat es mir hier am besten gefallen.“ Auf dem Weg zum staatlich anerkannten Arbeitserzieher: Wolfgang Werb... ... und Francesco Fontanazza, bei- de derzeit im An- erkennungsjahr. 2 1|2020

Werkstattwelt Hochkonzentriert und in aller Ruhe TEXT: DAS REDAKTIONSTEAM „DER PUNKT“ FOTO: REINER MANGHARD Begegnungen am Mittagstisch TEXT UND FOTO: MATTHIAS GRUPP Ein günstiges Mittagessen in Gesellschaft ermöglicht ein neues Angebot in Markdorf. Dieses hat Frank Hartel, Behindertenbeauftragter der Stadt Markdorf (rechts im Bild), mit einem Team Ehrenamtlicher, darunter unter anderem Richard Merkle, WfbM-Beschäftigter Ich mache gerne mit, weil ich andere Menschen aus Markdorf kennen lernen kann. Am liebsten gebe ich das Essen aus. Bei dieser Aufgabe kommt man sehr leicht mit den Gästen ins Gespräch. Richard Merkle, Teilhabe-Team der Liebenau Teilhabe (links), auf die Beine gestellt. Seit Ende 2019 gibt es jeden ersten und dritten Freitag im Monat eine „Impuls-Mahlzeit“ in den Räumen der katholischen Kirchengemeinde. Eingeladen sind alle Markdorfer, die ihr Mittagessen gerne in Gesellschaft verbringen möchten. Die Bezahlung erfolgt je nach Einkommen auf Spendenbasis. Als Helfer arbeiten zum Beispiel WfbM-Beschäftigte und Bewohner des Gemeindeintegrierten Wohnens in Markdorf mit. Zudem sind bei jeder Veranstaltung zwei Klienten der Liebenau Teilhabe im ehrenamtlichen Team vertreten und helfen etwa beim Schöpfen der Speisen und beim Geschirrspülen. Alles ist still, ein ganz leises Rascheln, kein Wort ist zu hören. Alle sitzen hochkonzentriert vor einem Stapel mit Rechnungen, sortieren diese nach Adressaten, stecken sie in Briefkuverts und machen sie versandfertig So lässt sich auf die Schnelle die Arbeitssituation der Mailing- Gruppe des Arbeitsbereichs Liebenau der Teilhabe-Werkstätten beschreiben. Gerade ist sie im Sozialwesen tätig, im neuen Gebäude in der Max-Gutknecht- Straße. „Ich bin schon seit Anfang an dabei, ich glaube, so ungefähr eineinhalb Jahre“, sagt Maria Zimmermann, „und ich genieße die Ruhe beim Arbeiten, da stört mich keiner.“ Das meint auch Andreas Gallistel: „Es ist einfach ruhiger hier als in der Werkstatt“, ergänzt er. „Das ist schon eine große Hilfe für uns, wenn die Gruppe kommt. Wir haben jeden Monat weit über 1.500 Rechnungen, die an verschiedene Landratsämter müssen, da sind wir früher schon richtig lange dran gesessen“, freut sich Tiziana Buono vom Sozialwesen. Auch Melanie Rohde genießt die Ruhe bei diesem Einsatz, mal aus der Werkstatt rauszukommen, neue Arbeitsumgebungen zu erleben und zu zeigen, „dass wir Arbeiten erledigen können, bei denen keine Fehler passieren dürfen. Gerade wenn es um Rechnungen geht, die an die Landratsämter gehen. Das muss schon passen.“ Konzentriert bei der Arbeit (von links): Andreas Gallistel, Tanja Schmidt, Melina Ebenhoch, Tizi-ana Buono, Maria Zimmermann und Melanie Rohde. Aufnahmen ohne Masken und/oder Mindestabstand entstanden vor Einführung der Corona-Regeln. 1|2020 3

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