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Jahresbericht 2014 der Stiftung Liebenau

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Der Jahresbericht der Stiftung Liebenau, der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und der Stiftung Helios – Leben im Alter. Die drei Stiftungen sind mit insgesamt 6 000 Mitarbeitern an 90 Standorten in Deutschland, Österreich, Italien, Bulgarien und der Schweiz tätig, hauptsächlich in den Aufgabenfeldern Altenhilfe, Hilfe für Menschen mit Behinderung, Gesundheit, Bildung und Hilfen für Kinder und Jugendliche.

Soziale Dienstleistungen

Soziale Dienstleistungen – Kostentreiber oder lohnende Investition? Wirtschaftsbetriebe haben in Politik und Öffentlichkeit einen hohen Stellenwert. Ihnen wird Wertschöpfung zugeschrieben: Sie bringen Arbeitsplätze, regionale Nachfrage und Einkommen wachsen, die Einnahmen für die öffentlichen Kassen steigen. Sozialunternehmen hingegen stehen in dem Ruf, dass sie die öffentlichen Haushalte ausschließlich belasten. Eine groß angelegte Studie, an der auch die Stiftung Liebenau als Mitgliedsunternehmen im Brüsseler Kreis teilgenommen hat, zeigt mittels der SROI-Analysemethode, dass auch soziale Dienstleistungen einen gewichtigen Beitrag zur Wertschöpfung leisten. Wer, wie Sozialunternehmen, zu einem erheblichen Teil aus öffentlichen Mitteln gespeist wird, steht unter Rechtfertigungsdruck. Gerade in sozialpolitischen Debatten ist immer wieder zu beobachten, dass öffentliche Ausgaben für den Sozialbereich als Kostentreiber und weniger als lohnendes Investment in die Gesellschaft dargestellt werden. Aber Wertschöpfung für eine Gesellschaft entsteht nicht nur durch das Wirken von Industriebetrieben. Sozialunternehmen wie die Stiftung Liebenau, die für qualitativ hochwertige soziale Dienstleistungen in der Alten-, Behinderten-, Jugendhilfe und im Gesundheitsbereich stehen, sind ebenfalls wertschöpfend. Auch wenn diese sehr personalintensiv sind und kein materielles Produkt am Ende der Wertschöpfungskette steht, produzieren sie gesellschaftlichen Mehrwert und tragen zur Wohlstandssteigerung der Gesamt- Fiskalische und parafiskalische Effekte sozialer Dienstleistung Quelle: xit (nach Brüsseler Kreis 2014) fiskalische und parafiskalische Wirkung ökonomische Wirkung direkte und induzierte Beschäftigungswirkung direkte und induzierte Nachfragewirkung gesellschaft bei. Nur, dies lässt sich nicht mit einem klaren (Preis)Maß beziffern, wie zum Beispiel über den konkreten Marktpreis eines Industrieprodukts, als Messgröße für die Berechnung des Bruttoinlandsproduktes. Hierzu braucht es einen erweiterten Zugang. Die Stiftung Liebenau hat sich hier mit ihren Partnerunternehmen im Brüsseler Kreis gemeinsam auf den Weg gemacht, um den hohen Wertschöpfungsbeitrag sozialer Arbeit transparent zu machen. Um zu zeigen, dass Sozialausgaben (hochwirksame) Investitionen sind, müssen die tatsächlichen Kosten sozialer Dienstleistungen transparent dargestellt werden. Denn solche sind für die öffentliche Hand nicht so hoch, wie es zunächst den Anschein erweckt. An vielen Stellen erzeugen sie direkte - und wiederum hierdurch ausgelöste - Mittel-Rückflüsse. Die öffentliche Hand beziehungsweise Sozialversicherungen finanzieren die sozialen Dienstleistungen. Hieraus entstehen zunächst direkte Effekte durch Sozialunternehmen wie die Stiftung Liebenau selbst: Beschäftigung und Einkommenswirkungen (Lohnzahlungen), Nachfragewirkung (eigene Einkäufe von Gütern und Dienstleistungen zum Beispiel Handwerkerleistungen), fiskalische und parafiskalische Effekte (vom Arbeitgeber abgeführte Steuern und Sozialversicherungsbeiträge). Hierdurch werden wiederum in mehreren Stufen Effekte ausgelöst (induziert): Einkommen wird in der Region ausgegeben und die direkte Nachfrage führt zu Beschäftigungseffekten in der umliegenden Wirtschaft. Zusätzlich werden die so genannten vermiedenen Kosten durch die Sicherung von Arbeitsplätzen durch die Stiftung Liebenau berücksichtigt (eingesparte Kosten bei der öffentlichen Hand durch vermiedene Arbeitslosigkeit). In der Studie wurden für den Brüsseler Kreis als Ganzes und die Stiftung Liebenau mit ihren deutschen Tochter- 22

gesellschaften mit den entsprechenden Unternehmenskennziffern für diese Effekte die Zahlungsströme analysiert. Ziel war darzustellen, wieviel der eingesetzten öffentlichen Mittel durch die direkten und induzierten Effekte refinanziert sind. So kann die effektive Kostenlast beleuchtet werden. Hohe Refinanzierung Für die Modellberechnung wurden Einnahmen und Ausgaben der Stiftung Liebenau und ihrer Tochtergesellschaften in Deutschland in Höhe von rund 211 Mio. Euro (2012) zugrunde gelegt. Wie sieht es nun mit dem Rückfluss der eingesetzten öffentlichen Mittel, bemessen anhand der benannten direkten und induzierten Effekte aus? Von den 211 Mio. Euro Umsatz stammten 149 Mio. Euro aus öffentlichen Mitteln. 50 Prozent davon flossen in Form von Sozialversicherungsbeiträgen und diversen Steuern direkt zurück (74,9 Mio. Euro). Die Belastung der öffentlichen Hand betrug also noch 74 Mio. Euro. Nimmt man nun die induzierten fiskalischen und parafiskalischen Effekte (72,8 Mio. Euro) sowie die vermiedenen Kosten (4,7 Mio. Euro) hinzu, ergibt sich eine Refinanzierungsquote von circa 102 Prozent. Diese Quote ist allerdings mit Vorsicht zu bewerten. Sie ist eine rechnerische Annäherung und nicht für alle Sozialunternehmen gleich. Das liegt daran, dass der tatsächliche Anteil öffentlicher Mittel je nach sozialem Hilfefeld unterschiedlich ist. Die Hilfe für Menschen mit Behinderung hat zum Beispiel eine höhere öffentliche Refinanzierung als die Altenhilfe. In der Einzelbetrachtung eines Sozialunternehmens kommt es dann darauf an, in welchen Hilfsbereichen es tätig ist. Aber davon unbenommen, sind die Schlussfolgerungen generalisierbar: Die Kenntnis monetärer Wertschöpfung sozialer Dienstleistungen rückt Sozialausgaben in ein neues Licht. In Soziales zu investieren ist weniger teuer als häufig geglaubt: Investitionen in soziale Dienstleistungen für hilfebedürftige Menschen und in lokale Gemeinwesen lohnen sich nicht nur ideell, sondern auch monetär. Stiftung Liebenau als Standortfaktor Die Sozialwirtschaft mit ihren Diensten und Einrichtungen und ihren hochqualifizierten Mitarbeitern ist ein wesentlicher regionalökonomischer Standortfaktor: Die direkte (sozial)wirtschaftliche Tätigkeit in den berücksichtigten Gesellschaften der Stiftung Liebenau sicherte in Bezug auf 2011 direkt rund 4 800 Arbeitsplätze, wofür eine Arbeitnehmerbrutto-Gesamtlohnsumme von 109 Mio. Euro eingesetzt wurde. Die Stiftung Liebenau selbst bezog Güter und Dienstleistungen im Wert von rund 56 Mio. Euro. Diese Zahlungen induzierten wiederum bei Lieferanten und Vorleistern der Stiftung Liebenau die Sicherung von rund 3 300 Arbeitsplätzen in der Region, einer hierdurch ausgelösten Einkommenswirkung von rund 101 Mio. Euro sowie einer durch die Stiftung Liebenau ausgelösten Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen in Höhe von rund 105 Mio. Euro. Social Return on Investment Der Social Return on Investment (SROI) ist ein Verfahren zur Berechnung der gesellschaftlichen, insbesondere monetären Wertschöpfung sozialer Unternehmen und Einrichtungen. Zur Abbildung dieser Wertschöpfung hat das Beratungsinstitut „xit GmbH forschen.planen.beraten.“ gemeinsam mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg und der Katholischen Universität Eichstätt das aus den USA stammende Konzept SROI für die Situation des deutschen Wohlfahrtsstaates adaptiert und über 60 Organisationen unterschiedlichster Dienstleistungsbereiche der Sozialen Arbeit analysiert. In soziale Unternehmen fließen diverse Arten öffentlicher Transferleistungen: Leistungsentgelte, Zuschüsse, Erstattungen, Zuwendungen, Subventionen, Steuerprivilegien etc. Nach SROI interpretiert man diese Transfers als Sozialinvestitionen und fragt nach den Rückflüssen (Returns), die die öffentliche Hand einnimmt und nach den gesellschaftlich eingesparten Kosten. So werden viel geringere tatsächliche Gesamtkosten für die Gesellschaft sichtbar. SROI ermöglicht somit einen Perspektivwechsel bei der Betrachtung sozialer Dienstleistungen von der Output-Orientierung zur Wirkungsorientierung. Der entstehende Mehrwert fällt dabei auf mehreren Wirkungsebenen an. Im Fokus der Einzelanalyse für die Stiftung Liebenau standen insbesondere zunächst die (regional)ökonomischen Wirkungen ihrer sozialen Dienstleistungen. SROI und Brüsseler Kreis An der SROI-Studie haben 12 der 13 Mitgliedsunternehmen des Brüsseler Kreises teilgenommen. Die Ergebnisse wurden erstmals im April 2014 bei einem Parlamentarischen Abend in Berlin vorgestellt. Sie können unter www.bruesseler-kreis.de „Aktuell“ heruntergeladen werden. 23

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