Mediathek der Stiftung Liebenau
Aufrufe
vor 1 Jahr

Auf Kurs 02/2015

  • Text
  • Ausbildung
  • Kurs
  • Menschen
  • Klaus
  • Extern
  • Bildung
  • Marc
  • Recht
  • Azubis
  • Schule
  • Liebenau.de

Bildung im Paket Mit der

Bildung im Paket Mit der nötigen Förderung am Ziel: BBW-Absolvent Marcus Paul Glückspilz mit Durchhaltevermögen Rückkehr an die alte Ausbildungsstätte: Die Freude bei BBW-Absolvent Marcus Paul ist groß, als er im Materiallager bei den Eisenstangen eine seiner Prüfungsaufgaben findet. Heute dürfen die aktuellen Azubis damit üben. Vergangenes Jahr hatte Paul 35 Minuten Zeit, um eine Auflagenbewehrung in T-Form zu bauen. Er hat es geschafft. Bild: Kranz Vier Jahre lang absolvierte Marcus Paul eine Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter im BBW. Ohne die Unterstützung seiner Lehrer und Erzieher hätte er es nicht geschafft. Heute hat er einen unbefristeten Arbeitsplatz als Produktionshelfer bei „Vom Fass“ in Hannober, eine eigene Wohnung und steht mit beiden Beinen im Leben. Seit einem Jahr ist Marcus Paul im normalen Arbeitsleben, und trotzdem lässt er sich ab und zu noch im BBW blicken, um dort an seiner alten Ausbildungsstätte „nach dem Rechten“ zu schauen. „Eigentlich wollte ich eine Ausbildung im Bereich Lager machen“, erinnert er sich an seine ersten Tage im BBW. „Es gab keinen freien Platz. Aber ich bin auch gerne draußen im Freien und arbeite mit Steinen.“ Da Maurer wegen des hohen Anteiles an Mathematik zu schwer für ihn gewesen wäre, entschied er sich, Hochbaufacharbeiter zu werden. Deutsch als größtes Problem Im Alltag konnte Marcus Paul sich gut verständigen, aber sein Wortschatz war begrenzt, und so hatte er in allen Schulfächern Probleme. Jeden Freitag kam er deshalb zu Christiane Fischer in das Förderzentrum und arbeitete an seinem Grundwortschatz, an der Rechtschreibung, am Lesen und am Textverständnis. Durch den Einzelunterricht konnte die Förderlehrerin ganz gezielt auf Pauls Lernvoraussetzungen eingehen. „Ich bewundere oft die Geduld, die meine Schüler haben. Sie zeigen hier, welche innere Stärke und Durchhaltevermögen sie haben“, erzählt Christiane Fischer, die sich freut, wenn Marcus Paul kurz bei ihr vorbei schaut und sie auf dem Laufenden hält. 6 | Auf Kurs 2-2015

Am Ende der Unterrichtsstunden gab es jedes Mal eine Gedächtnis- und Konzentrationsübung. Auch heute noch lässt sich Marcus sofort auf ein Spiel mit seiner Lehrerin ein. Aus einer kleinen roten Pappschachtel zieht Fischer fünf Worte und legt sie auf den Tisch. Bemühungen, Pferd, Sternenhimmel, Zahnarzt und Mietpreis steht da geschrieben. Man hat nur kurz Zeit, um sich die Worte einzuprägen, dann werden die Kärtchen verdeckt und man muss sie in der richtigen Reihenfolge aufschreiben. Marcus Paul ist längst nicht mehr im Training und verliert. Für ihn steht eindeutig fest: „Hätte ich den Stütz- und Förderunterricht bei Frau Fischer nicht gehabt, hätte ich in der Abschlussprüfung die Fragen nicht verstanden. Im schlimmsten Fall wäre ich deswegen durchgefallen und jetzt sicher nicht da, wo ich gerade stehe. Das BBW war mein großes Glück.“ Kochen in der eigenen Küche ist am Schönsten ist recht groß und ausgestattet mit einem Vierplattenherd, einem Backofen und sogar einer Dunstabzugshaube. Das Glück begleitet ihn aber auch in der Freizeit, wenn er mit dem Fahrrad unterwegs ist und an abgerutschten Waldhängen ganz zufällig einen 30 Zentimeter großen Ammoniten findet. Ähnliche Dinge passieren Marcus Paul ständig, vielleicht weil er durch seine kindliche Neugier aufmerksamer durch die Welt geht. Pfandflaschen sammeln für den Autokauf Allein auf sein Glück hat er sich jedoch nie verlassen. Während der vier Jahre im BBW war Marcus Paul immer mit einem kleinen Tretroller unterwegs, am Lenker rechts und links zwei Plastiktüten, in denen er Pfandflaschen sammelte, die er aus den Mülleimern fischte. „Marcus ist so dermaßen geradlinig und zielstrebig bei der Sache geblieben, immer war er unterwegs, ob Regen oder Schnee. Er hat sich die Faulheit der anderen zunutze gemacht“, erzählt Christiane Fischer. Von dem Pfandgeld hat er sich ein Fahrrad gekauft, dann die Hälfte seines Führerscheines bezahlt und sich letztendlich für 2.600 Euro ein Auto gekauft. Früher Praktikant, jetzt Mitarbeiter Zuverlässig ist er. Dass er zu spät zur Arbeit kommt, passiert so gut wie nie. Als er während des dritten Lehrjahres ein Praktikum bei „Vom Fass“ absolvierte, erkannte sein Vorgesetzter seine Fähigkeiten und bot ihm einen unbefristeten Arbeitsvertrag an. Noch heute kann Marcus Paul das manchmal kaum glauben. „Das war der Hammer, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Das war wie ein Sechser im Lotto.“ Svenja Kranz Zunächst teilte er sich im BBW mit einem anderen Jugendlichen ein Zimmer. Aber sein ganz großer Wunsch war es, selbstständig zu sein. „Ich kann für mich kochen, einkaufen, Wäsche waschen – und ich brauche niemanden, der mich morgens weckt“, so Marcus Paul. Und in einem Gespräch mit den Verantwortlichen entschied man, es zu versuchen. Nun gibt es auf dem Gelände zwei Einzimmerappartements, die natürlich heiß begehrt sind – und auch hier hatte er wieder Glück. Eines wurde frei, und er konnte einziehen. Alles war perfekt, nur auf dem kleinen Zweiplattenherd ließ sich nicht so gut kochen. Das ist heute Vergangenheit, denn in seiner kleinen Wohnung in Vogt macht ihm das Kochen richtig Spaß. Seine Küche Förderung nach Maß Das Förderzentrum ist ein fester Bestandteil der Josef-Wilhelm- Schule des BBW. Die Schüler bekommen Nachhilfe in den Fächern, in denen sie besonderen Förderbedarf haben. Dazu gehören die allgemeinbildenden Fächer wie Deutsch, Gemeinschaftskunde, Wirtschaftsund Sozialkunde, aber auch die berufsspezifischen Fächer wie Fachrechnen und Fachkunde. Gearbeitet wird in Kleingruppen oder im Einzelunterricht. So haben die Förderlehrer die Möglichkeit, auf die Persönlichkeit und die Lernvoraussetzungen des einzelnen Schülers einzugehen. Oft entsteht ein besonderes Vertrauensverhältnis, und die Schüler können auch in ihren persönlichen Fähigkeiten unterstützt und gefördert werden. Angesichts der vielfältigen psychischen Probleme und Beziehungskonflikte der Schüler ist das für Marion Obermayer, Leiterin des Förderzentrums im BBW, ein wichtiger Aspekt auf dem Weg zum erfolgreichen Berufsabschluss. Auf Kurs 2-2015 | 7

Hier finden Sie Impulse für den Alltag

Anstifter

Anstifter 3, 2019 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2019 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2019 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2018 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2018 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2018 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2017 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2017 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2017 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2016 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2016 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2016 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2015 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2015 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2015 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2014 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2014 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2014 der Stiftung Liebenau

Jahresberichte

Jahresbericht 2016 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2015 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2014 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2013 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2012 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2011 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2010 der Stiftung Liebenau

Karriere/Akademie

Deine Ausbildung bei uns - Stiftung Liebenau
Dein FSJ/BFD bei uns - Stiftung Liebenau

Kirchliche Stellungnahmen

Die Stiftung Liebenau – eine Lebens- und Wesensäußerung von Kirche

Stiftung Liebenau Österreich

annalive 02/2018
annalive 01/2018
annalive 02/2017
annalive 01/2017
annalive 02/2016
annalive 01/2016
annalive 02/2015
annalive 01/2015
annalive 02/2014
annalive 01/2014
annalive 02/2013
annalive 01/2013
annalive 02/2012
annalive 01/2012
annalive 02/2011
annalive 01/2011
annalive 02/2010
annalive 01/2010
annalive 02/2009

Beteiligungen

BDS Flyer