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Auf Kurs 02/2015

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Bildung im Paket

Bildung im Paket Durchgefallener Azubi startet neuen Anlauf Marc bekommt zweite Chance Ob Ausbaufacharbeiter, Fachlageristen oder Verkäuferinnen: Nahezu alle Azubis im BBW schaffen ihre Abschlussprüfungen. Auch Marc (Name geändert) war schon mit einem Bein im Arbeitsleben, ehe er seine Zukunft leichtfertig aus der Hand gab. Aber er bekam noch eine zweite Chance. Eigentlich wäre Marc gar nicht mehr hier im BBW. Eigentlich sollte er – wie die meisten seiner ehemaligen Azubikollegen des Abschlussjahrganges 2014 – als ausgelernte Fachkraft längst einen Arbeitsplatz gefunden haben und beruflich auf eigenen Beinen stehen. Eigentlich. Er war zwar kein einfacher Fall, aber das sind die meisten Jugendlichen im BBW nicht. Und wie bei so vielen anderen Azubis auch, haben es Marcs Ausbilder ja trotz aller Startschwierigkeiten und Rückschläge geschafft, ihn fit zu machen für den Arbeitsmarkt, ihm nach dreijähriger Ausbildung das nötige Rüstzeug für den späteren Job mitzugeben. Die praktische Prüfung meistert er jedenfalls ohne Probleme. Der Schock: durchgefallen Doch dann scheitert Marc an sich selbst, nimmt die schulischen Prüfungen trotz aller Warnungen auf die leichte Schulter. Es hagelt ein, zwei Fünfen zu viel. Gesamtnote: 4,9. Durchgefallen. „Damit habe ich nicht gerechnet.“ Umso größer dann der Schock, der ihm einen gehörigen Strich durch die Rechnung macht. Zu dieser Zeit hat Marc seine Zelte in Oberschwaben nämlich schon abgebrochen, ist nach Bayern gezogen, um dort eine Stelle anzutreten. Nur zur Prüfung ist er noch einmal nach Ravensburg zurückgekommen. Und jetzt das: Als einer der ganz wenigen Durchgefallen Zweite Chance Erfolg im zweiten Anlauf für Marc? Als externer Schüler kehrte der Ausbaufacharbeiter- Azubi ins BBW zurück. Foto: fotolia BBW-Sonderberufsschüler besteht er die Prüfung nicht. Sein Arbeitsvertrag, der ihm unterschriftsreif in seiner neuen Heimat vorliegt? Hinfällig. Was war los? „Ich habe zu wenig getan – oder besser gesagt: gar nichts“, räumt er heute kleinlaut ein. Seine Bildungsbegleiterin im BBW, Irina Naumov, die für ihn in der letzten Phase der Ausbildung zuständig war, drückt es etwas deutlicher aus: „Der Marc war stinkfaul.“ Immer wieder habe er sich in Ausreden geflüchtet, die Ratschläge aus seinem Umfeld ignoriert. „Wir bieten den Jugendlichen hier im BBW eine intensive und individuelle Unterstützung in allen Bereichen, natürlich auch bei der Prüfungsvorbereitung.“ Naumov zuckt mit den Schultern: „Aber die Azubis müssen die Hilfe eben annehmen und auch von sich aus einen Beitrag leisten.“ „Zuhause gab es immer Streit“ Rückblende: Nach der Förderschule kommt Marc vor fünf Jahren ins BBW, durchläuft dort das Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf – kurz: VAB. Während dieses Berufsvorbereitungsjahres macht er seinen Hauptschulabschluss und erlangt schließlich die Ausbildungsreife. Das Berufsziel: Ausbaufacharbeiter. „In dem Bereich habe ich früher teilweise schon gejobbt, das liegt mir.“ 2011 startet er im BBW in die Ausbildung und in einen neuen Lebensabschnitt – weg vom Elternhaus. „Zuhause hat es nicht mehr funktioniert, da gab es immer Streit“, erinnert sich Marc. „Ich bin dann zum Jugendamt gegangen.“ Und schließlich von daheim ausgezogen. Über die Jugendhilfe bekommt er einen Platz im Betreuten Wohnen. Dort geht es für ihn erst einmal darum, grundsätzliche lebenspraktische Dinge zu lernen. Wäsche waschen, den Haushalt in Ordnung halten, Einkäufe erledigen und mit Geld umgehen. Immer wieder übt er solche Sachen mit seinem Bezugserzieher. Und macht langsam Fortschritte. 10 | Auf Kurs 2-2015

„Eine harte Nuss“ Auch in der Ausbildungswerkstatt des BBW ist aller Anfang schwer. „Ich war in einer Außenseiterrolle“, sagt er. Er fühlt sich seinerzeit als Opfer, teilt aber auch selbst aus. Es gibt Probleme mit Kollegen, oft gerät er in Konflikte hinein. „Er ist schon eine ganz harte Nuss gewesen“, sagt Naumov mit Blick in Marcs Akte. Von respektlosem Umgang wird dort berichtet, vom Einschlafen im Unterricht, vom Zu-spät-kommen. Seine Motivation lässt zu wünschen übrig, er lässt sich leicht ablenken. Dazu kommen Probleme mit seiner Merkfähigkeit und Lernschwächen. Teilnahme an Trainings Mit der Zeit kommt er dann aber immer besser zu Recht mit sich und den Mitschülern. Er nimmt an Trainings teil, die die Psychologen des BBW- Fachdienstes Diagnostik und Entwicklung anbieten. Er macht Fortschritte in puncto soziale Kompetenz und verinnerlicht die fachpraktischen Ausbildungsinhalte als angehender Ausbaufacharbeiter. In einem „normalen“ Ausbildungsbetrieb – da sind sich alle Beteiligten einig – wäre Marc längst schon auf der Strecke geblieben. Mit seinem Netzwerk aus Ausbildern, Lehrern, Erziehern, Psychologen und Bildungsbegleitern bringt das BBW dagegen schon seit mehr als drei Jahrzehnten junge Menschen mit besonderem Teilhabebedarf oder auch Jugendliche mit psychischen Störungen und Krankheiten sowie schweren Benachteiligungen beruflich und persönlich auf Kurs. Auch Marc? Die verpatzte Prüfung ist offenbar für ihn ein heilsamer Schock. Ebenso, dass er bei der Absolventenfeier mit ansehen muss, wie seine Kollegen mit dem Gesellenbrief in der Tasche von dannen ziehen, während er selbst leer ausgeht. Marc entschließt sich, noch einmal von vorne anfangen. Er startet in Bayern eine Schreinerausbildung, die er dann jedoch schnell wieder abbricht. „Das ist überhaupt nicht mein Ding.“ Wieder einmal steht seine Zukunft auf der Kippe. Doch wo bekommt er jetzt eine zweite Chance, um die verpatzte Prüfung nachzuholen? Die zweite Chance Marc gibt sich einen Ruck, meldete sich bei seiner ehemaligen Bildungsbegleiterin im BBW und landet dann im Büro von Susanne Weiss, Fachabteilungsleiterin in der BBW-eigenen Josef-Wilhelm-Schule (JWS). Die greift zum Telefon, kurze Zeit später ruft sie Marc wieder zu sich: „Ich habe einen Job für Dich.“ Eine Zimmerei aus dem Landkreis Ravensburg hat sich bereit erklärt, Marc als Azubi im dritten Lehrjahr einzustellen. Irina Naumov verhandelt derweil mit der Agentur für Arbeit, die schließlich grünes Licht für einen Eingliederungszuschuss gibt. Zumindest bis zur Prüfung arbeitet Marc jetzt in diesem Partnerbetrieb des BBW. Und fühlt sich wohl dort. Sein Chef hat schon vor ihm mehrere BBW-Azubis unter seinen Fittichen gehabt und weiß genau, wo den Jugendlichen der Schuh drückt und wie man mit ihnen umgehen muss. Auch Irina Naumov ist überzeugt, dass der 21-Jährige dort gut aufgehoben ist. Die Bildungsbegleiterin hofft, dass Marc seine Lektion gelernt hat und die schulische Prüfung im zweiten Anlauf besteht. Optimales Lernumfeld im BBW Das Umfeld dafür ist eigentlich optimal: In einer kleinen Klasse der JWS lernt er an zwei Schultagen in der Woche für die Prüfungen. Hinzu kommt der Stütz- und Förderunterricht, in dem ganz individuell an seinen schulischen Schwächen gearbeitet wird. Ja, jetzt habe er kapiert, um was es geht, beteuert er. Die Unterstützung, die ihm im Berufsbildungswerk geboten wird, weiß er inzwischen zu schätzen: „Ich bin froh, dass ich wieder im BBW bin.“ Und er hat sich fest vorgenommen, gut vorbereitet in die Prüfung zu gehen – und diese zu bestehen. Christof Klaus Hat sich dafür eingesetzt, dass Marc eine zweite Chance bekommt: BBW-Bildungsbegleiterin Irina Naumov. Foto: Klaus Auf Kurs 2-2015 | 11

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