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Anstifter 3, 2014 der Stiftung Liebenau

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Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Altenhilfe, Behindertenhilfe, Bildung, Gesundheit, Familie und Dienstleistungen.

Ordnung muss sein: Zum

Ordnung muss sein: Zum WG-Leben von David Rappenecker gehören auch Regeln und Pflichten im Haushalt. Seine Jobs? „Der Müll und die Spülmaschine.“ Foto: Klaus Glücklich im Job und in der WG Betreutes Wohnen plus: David Rappenecker ist in Villingen heimisch geworden von Christof Klaus VILLINGEN – „Betreutes Wohnen plus“: Dieses Angebot der St. Gallus- Hilfe in ihrem Haus in der Villinger Hochstraße ermöglicht Menschen mit Behinderung ein weitgehend selbstständiges Leben. Seit zweieinhalb Jahren dort in einer Wohngemeinschaft zuhause ist David Rappenecker. Ein ganz normaler Nachmittag in der Seniorentagesstätte „Lebensgarten“ in Villingen: Die älteren Leute sitzen zusammen, vor ihnen liegen Memory-Kärtchen. Gedächtnistraining. Mittendrin: David Rappenecker. Seit gut einem Jahr arbeitet er hier als Pflegehelfer an einem ausgelagerten WfbM-Arbeitsplatz. Seine Aufgaben: Spiele machen, Essen richten, Toilettengänge begleiten – oder einfach nur da sein. „Die Menschen sind froh, wenn sich jemand mit ihnen beschäftigt“, sagt der 27-Jährige. Er ist beliebt hier – bei den Senioren ebenso wie bei den Kollegen. „Das Team hat mich gut aufgenommen.“ Davor probierte er mehrere Jobs im Einzelhandel aus – glücklich geworden ist er dabei nicht. Doch jetzt hat er „sein Ding“ gefunden. Er fühlt sich wohl, die Arbeit macht ihm sichtbar Spaß, und seine Chefin Heike Schellhammer ist voll des Lobes: „Ein vollwertiger Mitarbeiter“, sei er. Und einer mit großen Plänen. In ein, zwei Jahren, so Rappenecker, möchte er eine Ausbildung zum Alltagshelfer machen. „Doch das ist noch Zukunftsmusik.“ Zurück in die Gegenwart. 17 Uhr, Feierabend. Rappenecker fährt per Stadtbus nach Hause in die Hochstraße 1+3. Ein Weg, der für ihn anfangs kein leichter gewesen ist. Weniger wegen seines Handicaps aufgrund einer Muskeldystrophie. Damit kommt er zurecht, sofern er nicht gerade Treppen steigen muss. Er ist froh, dass er nicht die schwerste Form der Krankheit hat und dank wöchentlicher Krankengymnastik gut zu Fuß ist. Nein, schlimm waren vielmehr die Anfeindungen durch manche Mitfahrer. Angepöbelt wurde er, als „Krüppel“ beleidigt, sogar herumgeschubst. David holte sich Rat vom Psychologen, befolgte dessen Tipps und ließ sich nicht unterkriegen. Und heute? Das Mobbing habe nachgelassen, man kenne ihn inzwischen im Bus. Gewisse Blicke spüre er aber immer noch. Doch: „Ich lasse das abprallen an mir.“ In der Hochstraße angekommen, zeigt er seine Vierer-WG. Große Wohnküche, Bad, ein schöner Garten. Und ein eigenes Zimmer: „Mein Reich“, sagt Rappenecker. Der gebürtige Freiburger ist schon viel herumgekommen, lebte zuletzt im KBZO in Weingarten. Gründe für den Umzug? Er wollte wieder in die Nähe der Heimat, außerdem war die Zeit reif für einen weiteren Schritt in die Eigenständigkeit. So sind hier zwar für alle Fälle stets Betreuer im Haus, aber eben nicht ständig um einen herum. Die Bewohner sollen ihren Alltag immer selbstständiger bewältigen, erklärt Nicole Scherzinger, Leiterin des Betreuten Wohnen plus in Villingen-Schwenningen: „Zuerst in der WG, dann ist das Ziel ein Einzimmerappartement.“ Acht gibt es im Haus, insgesamt werden hier 19 Menschen betreut. In David Rappeneckers WG steht jetzt noch das gemeinsame Abendessen auf dem Programm. Und dann? „Meistens bin ich froh, wenn ich mich nach der Arbeit einfach ausruhen kann.“ Am Wochenende sei dann schon mehr angesagt: Kino, Ausflüge, Grillen. Das WG-Leben ist rege, und doch hat jeder seinen Freiraum. 28 Menschen mit Behinderung

Dabei sein ist alles Kicker aus Hegenberg bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien von Claudia Wörner SAO PAULO/HEGENBERG – Fußball-Weltmeisterschaft für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung in Brasilien: Mit Florian Schumacher und Markus Stehle waren gleich zwei Kicker von der Lokomotive Hegenberg im Deutschen Nationalteam. Es spielte gegen Mannschaften aus Japan, Polen, Saudi-Arabien, Südafrika, Schweden, Frankreich und natürlich Brasilien. Am Ende reichte es zwar nur für den achten Platz, aber: Dabei sein ist alles. „Diese wertvolle Erfahrung kann den Jungs niemand mehr nehmen“, sagt Trainer Marcel Wohlgemuth von der St. Gallus-Hilfe, der als Coach in Brasilien dabei war. Entsendet wurde die Fußballnationalmannschaft vom Deutschen Behindertensportverband (DBS). Erste Trainingseinheit am Strand schon vor dem Frühstück: Weniger als 100 Meter vom Meer entfernt lag das Hotel der Deutschen Fußballnationalmannschaft. „Täglich standen mehrere Trainingseinheiten auf dem Programm, aber am Strand und beim Baden im Meer hatten die Jungs natürlich auch ihren Spaß“, berichtet Marcel Wohlgemuth. Gutes Miteinander im Nationalteam: Bundestrainer Jörg Dittwar gab vor dem Spiel letzte taktische Tipps. Für das mentale Coaching der Jungs sorgte Professor Stefan Voll, Sportwissenschaftler von der Universität Bamberg. „Das hat den Jungs richtig gut getan“, erinnert sich Marcel Wohlgemuth. Außerdem waren ein Mannschaftsarzt und ein Physiotherapeut für die Spieler da. Beeindruckt von Sao Paulo: Man fährt zwei Stunden mit dem Bus und befindet sich immer noch in der Millionenstadt. „Für unsere Spieler ging es täglich eineinhalb Stunden mit dem Bus zum Trainingsplatz und zurück, an Spieltagen konnte die Fahrt noch länger dauern“, so Marcel Wohlgemuth. „Nach ihrer Rückkehr waren Florian und Markus zwar etwas enttäuscht, aber sie wussten gleichzeitig, dass ihre Mannschaft in Brasilien einen guten Job geliefert hat“, sagt Christoph Koschek, Bezugsperson von Florian Schumacher in seiner Wohngruppe in Hegenberg. Fotos: Hans-Joachim Schirmer Menschen mit Behinderung 29

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