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Anstifter 2, 2016 der Stiftung Liebenau

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Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Altenhilfe, Behindertenhilfe, Bildung, Gesundheit, Familie und Dienstleistungen.

Leben auf dem Land

Leben auf dem Land stabilisiert Der Weilerhof der St. Lukas-Klinik wurde umgebaut von Claudia Wörner MECKENBEUREN-WEILER – Der Weilerhof ist ein besonderer Ort für besondere Menschen. An der Grenze zum Landkreis Ravensburg leben in der Außenstelle des sozialtherapeutischen Heimes der St. Lukas-Klinik 16 Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung. In ländlicher Umgebung und in der Natur finden sie eine Tagesstruktur, die zu ihnen passt. Für Ronny K. (Name geändert) ist es selbstverständlich, dass er morgens die Schafe mit frischem Wasser versorgt. Wenn er sie ruft, kommen sie und lassen sich die dichte Wolle kraulen. Die Schafe tragen dazu bei, seinen Tag zu strukturieren. Das Leben auf dem Land erdet ihn ebenso wie seine Mitbewohner in der integrierten sozialtherapeutischen Wohngruppe auf dem Weilerhof. „Auch chronisch kranke Menschen mit Behinderung zeigen immer wieder Kompetenzen im Alltag, die eine selbstständige Lebensweise temporär ermöglichen“, erläutert Alfons Ummenhofer, stellvertretender Leiter des Sozialtherapeutischen Heimes der St. Lukas-Klinik. „Mal ist eine engmaschigere Begleitung nötig, mal ist mehr Autonomie möglich.“ Der Weilerhof bietet beides. Damit verbunden sei die Hoffnung, dass sich die Menschen noch mehr stabilisieren. Für die sozialtherapeutische Wohngruppe ist in den vergangenen Monaten ein ansprechender Neubau mit zehn großzügigen Einzelzimmern entstanden. Rund um die Uhr sind Mitarbeiter anwesend. Hühner und Schafe versorgen, den Rasen mähen, Schnee schippen und im Herbst die Äpfel auflesen – Landleben und Natur geben vor, was gerade zu tun ist und strukturieren den Tag. „Allein dadurch, dass wir hier mehr Platz haben, kommt der Standort den betroffenen Menschen entgegen“, weiß Psychologin Katrin Reiser. Sehr gute Kontakte bestehen zum benachbarten Pferdehof. Auch mit den anderen Nachbarn gibt es keinerlei Berührungsängste. Sie kommen zu den Festen auf den Weilerhof, man grüßt sich und akzeptiert So viel Autonomie wie möglich: Auf dem Weilerhof des sozialtherapeutischen Heims der St. Lukas-Klinik versorgt Ronny K. die Schafe. Foto: Wörner sich. „Das Leben ist nicht super inklusiv, andererseits ist es genau so, wie das Leben auf einem Dorf nun mal ist“, so Ummenhofer. Nach seiner Einschätzung überwiegen die Vorteile, da die individuellen Freiheiten der Menschen größer sind als im sozialtherapeutischen Heim der St. Lukas-Klinik in Liebenau. „Tagsüber sind die Türen zum Hof geöffnet und die Menschen können ihrem Bedürfnis nach Nähe und Distanz nachgeben“, beschreibt Psychologin Katrin Reiser die räumlichen Besonderheiten. Im Altbau ist über drei Etagen eine therapeutische Wohngemeinschaft mit sechs Einzelzimmern und einer gemeinsamen Wohnküche untergebracht. „Der Umbau konnte zwar nicht barrierefrei erfolgen, aber er ermöglicht den Bewohnern noch mehr Autonomie“, erklärt Alfons Ummenhofer. Abgestimmt wurde dies mit der Heimaufsicht und dem Kommunalverband Jugend und Soziales (KVJS). Nach monatelangem Umbau entspricht der Therapiehof jetzt den Vorschriften der Landesheimbauverordnung. Einen Teil ihrer Tagesstruktur verbringen die Mitglieder der Wohngemeinschaft in Liebenau in der Werkstatt oder im Förderbereich. Sie identifizieren sich mit ihrem Lebensraum und sind stolz auf das, was sie hier leisten können. Allerdings könne das Konzept des Weilerhofs nicht losgelöst von der St. Lukas- Klinik gesehen werden. „Der entwicklungsorientierte Ansatz funktioniert, weil es die Struktur in Liebenau gibt.“ 26 Gesundheit

Tierische Helfer im Klassenzimmer Brückenbauer und Schmerzlinderer: Therapiehunde im Berufsbildungswerk Adolf Aich von Christof Klaus RAVENSBURG – Sie hören auf die Namen „Happy“, „Nuri“, „Bubi“ und „Pablo“ und gehören seit Neuestem quasi zum Personal der Josef-Wilhelm-Schule des Berufsbildungswerks Adolf Aich (BBW). Als ausgebildete Therapiehunde sollen sie dort zu einem festen Teil des pädagogischen Konzeptes werden. Pablo hat es sich unter dem Schreibtisch gemütlich gemacht, während sich Frauchen Christiane Fischer um ihre Schüler im Stütz- und Förderunterricht kümmert. Die hat der zweijährige Mischlingsrüde zuvor schwanzwedelnd begrüßt. Jetzt sitzen die Azubis konzentriert über ihren Aufgaben. Fischer ist eine von derzeit vier Lehrerinnen, die ihren Vierbeiner ganz offiziell mit an den Arbeitsplatz bringen – als Therapiehund. Schon vor Jahren wurde hier erstmals ein Hund als „Co-Pädagoge“ eingesetzt. Seit dem laufenden Ausbildungsjahr ist das BBW nun endgültig „auf den Hund gekommen“. Überhaupt setzen immer mehr Kliniken, Heime und Schulen auf die Helfer auf vier Pfoten. Aus gutem Grund. Vor allem auch Men- In der Praxis hat sich Christiane Fischers Mischling Pablo bereits bewährt, demnächst startet er auch in seine offizielle Ausbildung zum Therapiehund. Foto: Klaus schen mit psychischen Erkrankungen, mit Autismus, Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen profitieren davon, wie Dr. Stefan Thelemann, Leiter des Fachdienstes Diagnostik und Entwicklung im BBW, erklärt: „Ein solches Tier leistet Beziehungsarbeit.“ So dienen die Hunde als Brückenbauer. Verschlossene Jugendliche öffnen sich einfacher in Anwesenheit des Vierbeiners. Das Tier ist Gesprächsthema und Ruhepol zugleich, es schafft eine aggressionsarme Atmosphäre. Beim Streicheln oder Gassi-Gehen wird Stress abgebaut, der Umgang mit dem Hund fördert Motivation, Verantwortung und Selbstbewusstsein. „Anders als wir Menschen ist ein Tier unvoreingenommen“, so Dr. Thelemann. „Hunden ist es egal, ob jemand traumatisiert, körperlich oder psychisch beeinträchtigt ist.“ Christiane Fischer pflichtet dem bei: „Für den Hund spielt es keine Rolle, wie schön und wie klug jemand ist. Tiere nehmen jeden Menschen so an, wie er ist.“ Für die Jugendlichen im BBW ist das eine wertvolle Erfahrung. Insgesamt tragen die Vierbeiner so zu einem positiven Lernklima bei, findet Fischer. Ein Heim für die Tiere seiner Mitarbeiter wird das BBW aber nicht werden. Ein „Arbeitskreis Hunde“ erarbeitet gerade die Leitlinien für einen gezielten Therapiehunde-Einsatz. Ausbildung der Tiere, Hygienevorschriften, Kotentsorgung, Zustimmung der Kollegen und Teilnehmer, Rechtliches. All das will geregelt sein. Sogar eine Aufnahme der hundegestützten Therapie ins Schulprofil sei dann denkbar, so Schulleiter Klaus Hagmann. Immer gilt: der Kontakt mit dem Hund ist freiwillig. Haben Jugendliche Angst oder eine Allergie, muss das Tier draußen bleiben. Wie Hunde auch ganz anders helfen können, zeigt ein weiteres aktuelles Beispiel aus dem BBW: Eine angehende Bürokauffrau bekam von ihrem Arzt im Zuge ihrer Schmerztherapie einen „Hund auf Rezept“ verordnet. Seitdem darf der Vierbeiner die Auszubildende bei der Arbeit begleiten. Das verblüffende Ergebnis: Sitzt er bei ihr auf dem Schoß, lindert das ihre Schmerzen und reduziert die Medikamentendosis. Bildung 27

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