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Anstifter 2, 2015 der Stiftung Liebenau

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Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Altenhilfe, Behindertenhilfe, Bildung, Gesundheit, Familie und Dienstleistungen.

Autismus: Hürde

Autismus: Hürde Vorstellungsgespräch Wie der Einstieg in den Job gelingen kann von Christof Klaus RAVENSBURG – Einen Job finden trotz Autismus? Das Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) bildet derzeit über 70 junge Menschen mit dieser Diagnose aus und beweist seit Jahren mit guten Vermittlungsquoten, dass dies durchaus möglich ist – mit der entsprechenden Förderung und fachlicher Begleitung durch Psychologen, Pädagogen, Erzieher und Ausbilder. Insgesamt sieht die Situation für diesen Personenkreis auf dem Arbeitsmarkt aber nicht allzu gut aus. Oft schaffen Autisten ihren Schulabschluss oder auch noch eine Ausbildung, sind also fachlich fit für einen Job. Doch dann kommt für viele der Knick im Lebenslauf. „50 bis 70 Prozent der Menschen mit hochfunktionalem Autismus beziehungsweise Asperger-Syndrom sind ohne Arbeit“, rechnete Dr. Matthias Dalferth, Professor für Soziale Arbeit an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg, in seinem Vortrag beim jüngsten Autismus- Fachtag im BBW vor. Doch wo liegen die Stolpersteine bei der Jobsuche? Bereits die erste Hürde ist hoch, wie Dalferth weiß: „Die meisten Menschen mit Autismus haben schlechte Karten beim Vorstellungsgespräch.“ Das liegt an den typischen Kommunikationsfallen im Umgang mit Autisten. Der Bewerber reagiert anders als erwartet, sein Verhalten wird falsch gedeutet, Irritationen sind vorprogrammiert. Werbung in eigener Sache machen? Sich positiv darstellen? Für einen Autisten, der sich strikt an die Fakten hält, ist das schwer – auch wenn er die geforderten Qualifikationen hat. Nicht nur deshalb benötigen diese Menschen Unterstützung beim schwierigen Übergang in die Arbeitswelt. Dazu gehören zum Beispiel autismusgerechte Bedingungen am Arbeitsplatz, also eine ruhige und reizarme Umgebung mit Rückzugsmöglichkeiten. Es gebe hier zahlreiche Möglichkeiten, das optimale Umfeld zu schaffen, meinte Dalferth: „Man muss sich einfach kreativ auf die Bedarfe einstellen.“ Das macht man im BBW seit Jahren. Ausbildung, Berufsvorbereitung und Qualifizierung nach Schema F – das gibt es hier nicht. Zu unterschiedlich sind die Menschen mit ihren Talenten und Bedürfnissen, zu vielschichtig ihre persönlichen Vorgeschichten. Und gerade im Umgang mit Autismus-Spektrum-Störungen gilt das Ravensburger BBW als Spezialist mit einer eigens dafür entwickelten Konzeption. Davon profitieren Betroffene wie Markus S. Schon während der Ausbildung wurden bei dem Asperger- Autisten die Weichen für den Berufseinstieg gestellt. Seinen Traumjob hatte er gefunden und sich beim Praktikum in einem Gartenbaubetrieb bewährt. Auch sein Chef glaubte an ihn, stieß aber an seine Grenzen. Ein Anruf im BBW bei Bildungsbegleiterin Ursula Baldauf folgte: „Ich kann ihn hier leider nicht ausbilden, das müsst ihr machen“, meinte der Unternehmer. „Aber ich glaube, in dem Kerle steckt was.“ Die Bundesagentur für Arbeit gab grünes Licht für die entsprechende Finanzierung. „Und dann haben wir damit angefangen, ein Gesamtpaket für Markus zu schnüren“, erinnert sich Baldauf. Wir, das sind die Sonderberufsschule des BBW, die Josef-Wilhelm- Schule, die Psychologen vom Fachdienst Diagnostik und Entwicklung sowie die Fachkräfte in der Ausbildung und die Betreuer im Wohnheim. „Alle waren mit im Boot.“ Dank dieser Unterstützung und Förderung hat es Markus S. geschafft: zunächst die Abschlussprüfungen und dann auch den Jobeinstieg als Gärtner – bei seinem bekannten Praktikumsbetrieb. Ja, in dem „Kerle“ steckte tatsächlich was. 32 Bildung

Wenn das eigene Kind schwer krank und dem Tode nahe ist, tut sich für die Familie ein Abgrund auf. Früher oder später geht es um den Abschied Ambulanter Kinderhospizdienst AMALIE begleitet Familien von Svenja Kranz FRIEDRICHSHAFEN – Plötzlich ist nichts mehr wie es war. Hilflosigkeit macht sich breit und nicht selten fühlen sich Eltern überfordert und mit ihren Fragen allein gelassen. Es leuchtet ein: Wenn Kinder von Sterben und Tod betroffen sind, brauchen sie und ihre Familien besondere Unterstützung. Genau dies leistet seit fünf Jahren der ambulante Kinderhospizdienst AMALIE, eine Kooperation der Stiftung Liebenau und des Malteser Hilfsdienstes. Es ist, als ob sich ein Abgrund vor einem auftut, wenn der Arzt sagt, dass das Kind so krank ist, dass es wahrscheinlich nur noch begrenzte Zeit zu leben hat. Von heute auf morgen sind Sterben, Tod und Trauer in der Familie unmittelbare Lebensrealität. „Wer mit einer solchen Diagnose konfrontiert wird, soll wissen, wohin er sich wenden kann“, sagt Barbara Weiland, Koordinatorin beim Kinderhospizdienst AMALIE im Bodenseekreis. „Da gibt es jemanden, der die nächsten Schritte mit einem planen kann.“ Die Idee hinter AMALIE sei, die Familien bei ihrer unausweichlichen Neuorientierung zu unterstützen, sie zu stärken und zu entlasten. Begleitet werden die Familien vor allem in emotionaler und sozialer Hinsicht. Sie bekommen aber auch ganz praktische Tipps, zum Beispiel, wenn es um Anträge oder finanzielle Zuschüsse geht. „Wir wollen die Familien in ihren Rechten stärken, so dass keine Fragen offen bleiben“, ergänzt Elisabeth Mogg, die als Koordinatorin für den Landkreis Ravensburg zuständig ist. Gerade wenn die Erkrankung des Kindes über Jahre geht, will AMALIE ein Stück Normalität ins Leben der Familien bringen. Hier sind in erster Linie die Patinnen und Paten des Kinderhospizdienstes gefragt, die den Familien ehrenamtlich in der schwierigen Zeit zur Seite stehen. „Sie sind da und haben Zeit“, so Elisabeth Mogg. Rückmeldungen zeigen, dass es gerade die kleinen Dinge sind, die in der besonderen Situation helfen. Aktuell werden die beiden Fachkräfte von insgesamt 37 Ehrenamtlichen unterstützt. „Dabei orientieren sie sich ganz an den individuellen Problemen und sorgen dafür, dass die Familie handlungsfähig bleibt“, erläutert Barbara Weiland. Mal kümmern sie sich um das erkrankte Kind, indem sie ihm vorlesen oder mit ihm spielen. Mal unterstützen sie die Geschwisterkinder bei den Hausaufgaben oder leisten Fahrdienste. Aber sie sind auch für die Eltern da. „Bei Gesprächen sind die Themen Trauer, Tod und Sterben kein Tabu“, so die Koordinatorin. „Früher oder später – am Ende steht in den meisten Fällen der Abschied.“ Die Vorbereitung darauf gehöre ebenfalls zu den Aufgaben von AMALIE. Begleitet werden die Familien über den Tod hinaus. „Viele Eltern wissen zum Beispiel nicht, dass sie ihr Kind nochmals für ein paar Tage mit nach Haus nehmen oder den Sarg selbst gestalten können“, berichtet Elisabeth Mogg. Und dann kommt die Zeit der Trauer. Auch hier sind die Patinnen und Paten für die Familie da und geben Halt. Außerdem kommen sie in die Familie, wenn ein Elternteil verstorben ist. Die Sonja-Reischmann-Stiftung finanziert die Trauerbegleitung für Kinder. Aktuell begleitet der Kinderhospizdienst AMALIE 16 Familien im Landkreis Ravensburg und im Bodensee. Der Dienst ist für die betroffenen Familien kostenfrei und muss nicht beantragt werden. Es genügt ein Anruf. Ein Drittel der Kosten tragen die Krankenkassen, der Löwenanteil muss über Spenden abgedeckt werden. www.kinderhospizdienst-bodensee.de www.kinderhospizdienst-ravensburg.de Spendenkonto: Stiftung Liebenau, Sparkasse Bodensee IBAN: DE35 6905 0001 0020 9944 71 BIC: SOLADES1KNZ Stichwort: Kinderhospizdienst Kinder und Jugend 33

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