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Anstifter 2, 2015 der Stiftung Liebenau

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Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Altenhilfe, Behindertenhilfe, Bildung, Gesundheit, Familie und Dienstleistungen.

Glückspilz mit großem

Glückspilz mit großem Durchhaltevermögen Wichtige Unterstützer auf dem Weg zum Arbeitsplatz von Svenja Kranz RAVENSBURG - Vier Jahre lang absolvierte Marcus Paul eine Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter im Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW). Ohne die Unterstützung seiner Lehrer und Erzieher hätte er es nicht geschafft. Heute hat er einen unbefristeten Arbeitsplatz als Produktionshelfer bei „Vom Fass“ in Hannober, eine eigene Wohnung und er steht mit beiden Beinen im Leben. Seit einem Jahr ist Marcus im normalen Arbeitsleben und trotzdem muss er ab und zu im BBW vorbeikommen, nach dem Rechten schauen. „Eigentlich wollte ich eine Ausbildung im Bereich Lager machen“, erinnert sich Marcus an die ersten Tage. „Es gab keinen freien Platz. Aber ich bin auch gerne draußen im Freien und arbeite mit Steinen.“ Da Maurer wegen des hohen Anteiles an Mathematik zu schwer für ihn gewesen wäre, entschied er sich, Hochbaufacharbeiter zu werden. Im Alltag konnte Marcus sich gut verständigen, aber sein Wortschatz war begrenzt, und so hatte er in allen Schulfächern Probleme. Jeden Freitag kam er deshalb zu Christiane Fischer in das Förderzentrum und arbeitete an seinem Grundwortschatz, an der Rechtschreibung, am Lesen und am Textverständnis. Durch den Einzelunterricht konnte die Förderlehrerin ganz gezielt auf Marcus‘ Lernvoraussetzungen eingehen. „Ich bewundere oft die Geduld, die meine Schüler haben. Sie zeigen hier, welche innere Stärke und welches Durchhaltevermögen sie haben!“ erzählt Christiane Fischer, die sich freut, wenn Marcus kurz bei ihr vorbei schaut und sie auf dem Laufenden hält. Am Ende jeder Unterrichtsstunde gab es jedes Mal eine Gedächtnis- und Konzentrationsübung. Auch heute noch lässt sich Marcus sofort auf ein Spiel mit seiner Lehrerin ein. Aus einer kleinen roten Pappschachtel zieht Frau Fischer fünf Worte und legt sie auf den Tisch. Bemühungen, Pferd, Sternenhimmel, Zahnarzt und Mietpreis steht da geschrieben. Man hat nur kurz Zeit, um sich die Worte einzuprägen, dann werden die Kärtchen verdeckt und man muss sie in der richtigen Reihenfolge aufschreiben. Marcus ist längst nicht mehr im Training und verliert. Für ihn steht eindeutig fest: „Hätte ich den Stütz- und Förder-unterricht bei Frau Marcus Paul ist sich darüber bewusst, dass er ohne den Stütz- und Förderunterricht bei Christiane Fischer die Fragen der Abschlussprüfung nicht verstanden hätte. 30 Bildung

Marcus Pauls Freude ist groß, als er im Materiallager bei den Eisenstangen eine seiner Prüfungsaufgaben findet. Heute dürfen die Azubis damit üben. Fotos: Kranz Fischer nicht gehabt, hätte ich in der Abschlussprüfung die Fragen nicht verstanden. Im schlimmsten Fall wäre ich deswegen durchgefallen und jetzt sicher nicht da, wo ich gerade stehe. Das BBW war mein großes Glück.“ Aber auch in anderen Bereichen hatte Marcus unwahrscheinliches Glück. Pfandflaschen für den Autokauf Allein auf sein Glück hat er sich jedoch nie verlassen. Während der vier Jahre im BBW war Marcus immer mit einem kleinen Tretroller unterwegs, am Lenker rechts und links zwei Plastiktüten in die er Pfandflaschen sammelte, die er aus den Mülleimern fischte. „Marcus ist so dermaßen geradlinig und zielstrebig bei der Sache geblieben, immer war er unterwegs, ob Regen oder Schnee. Er hat sich die Faulheit der anderen zunutze gemacht“, erzählt Christane Fischer. Von dem Pfandgeld hat er sich ein Fahrrad gekauft, dann die Hälfte seines Führerscheines bezahlt und sich letztendlich für 2.600 Euro ein Auto erworben. Zuverlässig ist er, dass er zu spät zur Arbeit kommt, passiert so gut wie nie. Als er während des dritten Lehrjahres ein Praktikum bei „Vom Fass“ absolvierte, erkannte sein Vorgesetzter seine Fähigkeiten und bot ihm einen unbefristeten Arbeitsvertrag an. Noch heute kann Marcus das manchmal kaum glauben. „Das war der Hammer, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Das war wie ein Sechser im Lotto.“ Kochen in der eigenen Küche Mit einem anderen Jugendlichen teilte er sich im BBW ein Zimmer, aber sein ganz großer Wunsch war es, selbstständig zu sein. „Ich kann für mich kochen, einkaufen, Wäsche waschen und ich brauche niemanden, der mich morgens weckt“, so Marcus und in einem Gespräch mit den Verantwortlichen entschied man, es zu versuchen. Nun gibt es auf dem Gelände zwei Einzimmerapartments, die natürlich heiß begehrt sind und auch hier hatte Marcus wieder Glück. Eines wurde frei und er konnte einziehen. Alles war perfekt, nur auf dem kleinen Zweiplattenherd ließ sich nicht so gut kochen. Das ist heute Vergangenheit, denn in seiner kleinen Wohnung in Vogt macht ihm das Kochen richtig Spaß. Seine Küche ist recht groß und ausgestattet mit einem Vierplattenherd, einem Backofen und sogar einer Dunstabzugshaube. Das Glück begleitet ihn aber auch in der Freizeit, wenn er mit dem Fahrrad unterwegs ist und an abgerutschten Waldhängen ganz zufällig einen 30 Zentimeter großen Ammoniten (spiralförmige Versteinerungen) findet. Ähnliche Dinge passieren Marcus ständig, vielleicht weil er durch seine kindliche Neugier aufmerksamer durch die Welt geht. Das Förderzentrum ist ein fester Bestandteil der Josef-Wilhelm-Schule. Die Schüler bekommen „Nachhilfe“ in den Fächern, in denen sie besonderen Förderbedarf haben. Dazu gehören die allgemeinbildenden Fächer wie Deutsch, Gemeinschaftskunde, Wirtschafts- und Sozialkunde, aber auch die berufsspezifischen Fächer wie Fachrechnen und Fachkunde. Gearbeitet wird in Kleingruppen oder im Einzelunterricht. So haben die Förderlehrer die Möglichkeit, auf die Persönlichkeit und die Lernvoraussetzungen des einzelnen Schülers einzugehen. Oft entsteht ein besonderes Vertrauensverhältnis und die Schüler können auch in ihren persönlichen Fähigkeiten unterstützt und gefördert werden. Angesichts der vielfältigen psychischen Probleme und Beziehungskonflikte der Schüler ist das für Marion Obermayer, Leiterin des Förderzentrums im Berufsbildungswerk, ein wichtiger Aspekt auf dem Weg zum erfolgreichen Berufsabschluss. Bildung 31

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