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Anstifter 2, 2015 der Stiftung Liebenau

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Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Altenhilfe, Behindertenhilfe, Bildung, Gesundheit, Familie und Dienstleistungen.

Auf Umwegen ins

Auf Umwegen ins Arbeitsleben Ehemalige WfbM-Beschäftigte macht ihren Hauptschulabschluss von Christof Klaus RAVENSBURG/LIEBENAU – Nicht alles lief rund in ihrem Leben. Doch nun – mit Mitte 20 und einigen Umwegen – steht eine ehemalige Beschäftigte der Liebenauer Arbeitswelten kurz vor ihrem Ziel: Sie will im Rahmen ihres Vorqualifizierungsjahres Arbeit/Beruf (VAB) den Hauptschulabschluss machen, um dann auf dem ersten Arbeitsmarkt durchzustarten. Nur noch wenige Wochen, dann hat es Stefanie Bernecker geschafft und den lang ersehnten Hauptschulabschluss in der Tasche. Der Weg bis hierher war jedoch kein einfacher. Familiäre Probleme hatten sie als Teenager aus der Bahn geworfen, in der neunten Klasse verließ sie kurz vor der Prüfung die Schule. Über eine Einrichtung in Ulm kam sie dann 2007 auf eine sozialtherapeutische Wohngruppe nach Liebenau. Dort durchlief sie den Berufsbildungsbereich der Liebenauer Arbeitswelten und startete schließlich als Beschäftigte in den Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Als Service-Mitarbeiterin des Liebenauer Landlebens stand sie unter anderem im „Glashaus“-Restaurant hinter der Theke. Zuletzt sorgte sie im Medienhaus von „Schwäbisch Media“ bei Konferenzen für die Vorbereitung der Seminarräume. Betriebsintegrierter Arbeitsplatz nennt sich das. Betreut wurde sie dabei von Danja Gründler, die ihr als sogenannter Jobcoach je nach Bedarf zur Seite stand und die den Weg der Teilnehmerin auch jetzt noch weiter begleitet. Auch privat ging es für Stefanie Bernecker voran. 2012 zog sie aus der WG in Liebenau aus und lebt seitdem bei einer Gastfamilie. Nur eines fehlte halt immer noch: der Hauptschulabschluss. „Das war schon immer mein Wunsch“, so die 25-Jährige. Die Lösung: ein VAB an der Sonderberufsfachschule des Ravensburger Berufsbildungswerkes Adolf Aich (BBW). Zusammen mit Henriette Hengge vom Sozialdienst der Liebenauer Arbeitswelten bereitete sie sich gewissenhaft auf den Wiedereinstieg vor: Berichtshefte führen, Mathe büffeln. Mit Erfolg: Beim Eingangstest im BBW schnitt sie gut ab. Nun drückt sie die Schulbank. Pflege und Hauswirtschaft sind die Schwerpunkte in der nur elfköpfigen Kleinklasse – ein optimales Umfeld für einen gelungenen Abschluss. Dem steuert Stefanie Bernecker mit guten Noten zuversichtlich entgegen. Aus den Fünfern von einst sind Einsen geworden. „Ich bin schnell wieder reingekommen“, sagt sie. Wo sie ihre berufliche Zukunft sieht? Wieder in der Gastronomie, vielleicht sogar am alten Arbeitsplatz. In den WfbM-Status will sie natürlich nicht mehr zurück: „Das wäre ein Rückschritt.“ Aber wenn es mit dem Sprung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt doch nicht gleich klappen sollte, stünde Danja Gründler bereit: „Ich habe ja ihre Nummer“, lacht Stefanie Bernecker. Das Ziel vor Augen, der Blick nach vorn: Stefanie Bernecker, eine ehemalige Beschäftigte der Liebenauer Arbeitswelten, steht kurz vor ihrem Hauptschulabschluss. Foto: Klaus 26 Menschen mit Behinderung

Persönlichkeit steht im Fokus Assistenzplan im Bereich Pädagogik und Gesundheit erleichtert Dokumentation von Anne Oschwald LIEBENAU – Die Träger von Hilfen für Menschen mit Behinderung sind den Leistungsträgern der Eingliederungshilfe gegenüber verpflichtet, einen Hilfeplan zu erstellen, für Menschen, die in einer stationären Einrichtung leben. Bislang bestand die Dokumentation aus der Individuellen Betreuungs- und Entwicklungsplanung (IBEP) und dem Pflegeplan. Um diese beiden Dokumente zusammenzuführen und die Dokumentation langfristig zu erleichtern, haben Fachkräfte der St. Gallus-Hilfe einen Assistenzplan für beide Bereiche – Pädagogik und Gesundheit – entwickelt. „Gestiegene Anforderungen der Aufsichtsbehörden haben es notwendig gemacht, Unterstützungsbedarf und Assistenzleistungen detaillierter als bisher zu beschreiben“, erklärt Ruth Hofmann, pädagogischer Fachdienst der St. Gallus-Hilfe in Liebenau. Ein neues Instrument musste also her. Die Bedingungen daran lauteten, dass es beide Schienen Pädagogik und Pflege vereint, dass es die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und dass es einen möglichst geringen Aufwand verursacht. Der Assistenzplan Pädagogik und Gesundheit verringert die Dokumentation bei der St. Gallus-Hilfe. Die Persönlichkeit der Bewohner rückt noch mehr in den Fokus. Foto: Oschwald Für die Arbeitsgruppe der St. Gallus-Hilfe steht der Mensch mit seiner gesamten Persönlichkeit und seinen Fähigkeiten und deren Erhalt im Zentrum der zu planenden Maßnahmen und Ziele. Wie ein roter Faden ziehen sich daher die Orientierung an Gesundheit, körperliches Wohlbefinden, Akzeptanz und Anerkennung, Wahl- und Entscheidungsmöglichkeit, weitest gehende Autonomie und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben durch die entwickelte Dokumentation. „Acht verschiedene Bereiche sieht das neue Instrument vor, wie etwa die Basisversorgung/Gesundheit, alltägliche Lebensführung, soziale Beziehungen“, erklärt Ruth Hofmann. Jeder Bereich ist in Unterpunkte unterteilt. Der Bereich Basisversorgung und Gesundheit beinhaltet beispielsweise Ernährung, Körperpflege und Körperhygiene, Bewegung und Mobilität sowie gesundheitliche Risiken. Von a bis f wird eingestuft, wie viel Assistenz jemand jeweils benötigt. Die Dokumentation enthält neben der Ausgangssituation vor allem die konkrete Hilfe, die ein Mensch mit Behinderung in den einzelnen Bereichen erhält. Wo ein Förderziel möglich ist, wird dies in der vorgesehenen Rubrik beschrieben. Zunächst werden die verantwortlichen Wohngruppen-Mitarbeiter mit der Ersterhebung einen nicht unerheblichen Aufwand zu bewältigen haben. Auf lange Sicht entlastend ist aber, dass sie die immer wiederkehrenden Tätigkeiten wie zum Beispiel Zähneputzen oder Hilfe beim Einkaufen, nicht einzeln handabgezeichnet dokumentieren müssen. Vielmehr sollen nur die Ausnahmen dokumentiert werden. „Wir wissen um die Herausforderung für die Kollegen in den Wohngruppen, wenn das neue Dokumentationssystem eingeführt wird“, schildert sagt Ruth Hofmann. Sie erwähnt aber einen anderen nicht zu vernachlässigenden Punkt: Durch die neue Form der Dokumentation beschäftigen sich die Mitarbeiter sehr intensiv mit den Belangen des jeweiligen Bewohners. Das macht die Arbeit mit und am Menschen noch reflektierter und professioneller. Menschen mit Behinderung 27

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