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Anstifter 1, 2016 der Stiftung Liebenau

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Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Altenhilfe, Behindertenhilfe, Bildung, Gesundheit, Familie und Dienstleistungen.

Bildung – so schnell

Bildung – so schnell wie möglich Berufsbildungswerk Adolf Aich übernimmt Verantwortung für Flüchtlinge von Christof Klaus RAVENSBURG – Seit 35 Jahren kümmert sich das Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) als Kompetenzzentrum in Sachen Bildung für Menschen mit besonderem Teilhabebedarf. Verantwortung übernimmt das BBW immer mehr auch in der Unterbringung, Beschulung und Qualifizierung von Flüchtlingen. Im BBW-Wohnheim sind jugendliche Asylbewerber nicht erst seit den dramatisch ansteigenden Flüchtlingszahlen des vergangenen Jahres ein Thema. Bereits seit 2011 betreut das Ravensburger Berufsbildungswerk als Träger der Jugendhilfe sogenannte Seit dem vergangenen Unbegleitete minderjährige Ausländerinnen und Ausländer (UmA). Waren es zuerst nur einige wenige, Jahr drücken junge Flüchtlinge in der Josef- wurden zuletzt immer mehr Plätze zur Verfügung Wilhelm-Schule des gestellt. Derzeit leben fast zwei Dutzend Jugendliche Berufsbildungswerks aus Syrien, Afghanistan und anderen Krisenstaaten Adolf Aich (BBW) unter dem Dach der BBW-Wohngruppen. Ravensburg die Schulbank. Im Mittelpunkt richtung ihr Angebot für Flüchtlinge massiv erwei- Auch außerhalb der Jugendhilfe hat die Bildungsein- des speziellen Berufsvorbereitungsjahres steht Sonderberufsfachschule, der Josef-Wilhelm-Schule, tert. Im Herbst 2015 startete in der BBW-eigenen das Erlernen der deutschen Sprache. Deutschkenntnisse ausgerichteten Berufsvorberei- eine erste Klasse des speziell für Migranten ohne Foto: Klaus tungsjahres VABO. Inzwischen gibt es drei weitere, und auch am BBW-Schulstandort Ulm, in der Max- Gutknecht-Schule, wurde eine solche Klasse eingerichtet. Ebenfalls neu am BBW ist die EU-geförderte Integrations- und Bildungsmaßnahme „Impuls F“ – eine Kooperation mit DiPers, der Beschäftigungsgesellschaft des Landkreises Ravensburg – für 20 Personen. Parallel dazu erarbeitet das BBW gerade eine Leitlinie zur Integration. In der Flüchtlingshilfe engagieren wollen sich auch die Jugendlichen im BBW, die dort regulär eine Ausbildung oder Berufsvorbereitung machen. So plant die Teilnehmervertretung ein „Begegnungscafé“. Es tut sich also einiges in und um die Ravensburger Bildungseinrichtung. Sie hat sich beim Flüchtlingsthema ihrer Verantwortung gestellt. „Als Unternehmen der Stiftung Liebenau sind wir hier gefordert“, sagt Geschäftsführer Herbert Lüdtke. Und als Kompetenzzentrum habe man nicht nur die entsprechende Infrastruktur, sondern auch das qualifizierte Personal für solche anspruchsvollen Aufgaben, plus psychologische und sozialpädagogische Fachdienste. „Wir haben ein gutes Know-how, was den Umgang mit Jugendlichen aus verschiedenen Nationen angeht“, verweist Lüdtke zudem auf den Migrationshintergrund vieler Schüler und Azubis im BBW. Diese interkulturelle Erfahrung ist von Vorteil, auch wenn die Arbeit mit jungen Flüchtlingen noch einmal eine ganz andere Herausforderung darstellt. „Sie bringen sich mit und ihre Geschichte, ihre Stärken und Schwächen, ihre schönen Seiten und ihre Schattenseiten“, sagt der BBW-Geschäftsführer und betont: „Sie haben ein Recht auf Schutz – und das Recht auf eine weitere Integration.“ Wie die gelingen kann? „Bildung, Bildung und nochmals Bildung ist der Schlüssel einer jeden Integration“, so Herbert Lüdtke. „Das fängt mit Deutschkursen an und muss bis zur Integration in die Arbeitswelt und Gesellschaft reichen.“ Und zwar so früh und so schnell wie möglich. Zeit, auf langfristige politische Konzepte zu warten, habe man nicht: „Die Flüchtlinge sind da, und die Probleme und Herausforderungen verlangen jetzt nach Antworten.“ 32 Bildung

Alle zwei Wochen trifft sich die BBW-Band im Musikraum des Berufsbildungswerks Adolf Aich zum Proben (v.r.) Thomas Frick, Regina Götz, Robert Schwarz und Klaus Bussenius. Weitere Bandmitglieder sind Ursula Büchele und Ingolf Kaes. Foto: Klaus Job, Familie und Musik unter einem Hut Ex-Azubi Regina Götz – Frontfrau der Band des Berufsbildungswerkes Adolf Aich (BBW) von Christof Klaus RAVENSBURG – 2015 schloss Regina Götz mit großem Erfolg ihre Ausbildung im Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) ab – obwohl sie mitten in der Lehre Mutter geworden war. Nahtlos fasste sie danach im Arbeitsleben Fuß. Im BBW trifft man sie auch heute noch oft – entweder im Proberaum der BBW-Band oder auf der Bühne. Denn ihre große Leidenschaft gehört der Musik. „Ich singe schon mein Leben lang“, sagt Regina Götz. Mit 17 stand sie sogar mal vor Dieter Bohlen, als dieser in München nach Kandidaten für seine Show „Deutschland sucht den Superstar“ Ausschau hielt. Aber der wies sie ab. „Ich sei zu frech und passe nicht ins Konzept“, lacht die 27-Jährige. Damals wie heute nimmt sie dieses Erlebnis mit Humor. Zumal das „Casting“ für ihre aktuelle musikalische Heimat ganz anders ablief. Es war 2012, kurz nach ihrem Ausbildungsstart zur Kauffrau für Bürokommunikation im BBW. Auf der Kennenlern-Hütte im Elsass packte Ausbilder Thomas Frick seine Gitarre aus und war gleich begeistert von der guten Stimme der Berufsstarterin: „Hey, Du musst in die BBW-Band.“ Seitdem singt sie an der Seite ihrer Mitmusiker – allesamt BBW-Ausbilder – bei Veranstaltungen wie dem „BBW Open“ und dem „Werkstatt-Frühstück“. Aber auch auf Hochzeiten ist sie immer wieder zu hören. Die Musik gebe ihr viel: „Sie tut der Seele gut.“ Die Auftritte, das gemeinsame Musikmachen – das sei ein schöner Ausgleich zum Alltag. Der Weg ins Arbeitsleben war für Regina Götz alles andere als einfach. Nach ihrem Realschulabschluss hatte es mit einer Ausbildung zunächst nicht geklappt. Auf einer Kur wurde ihr dann das BBW empfohlen. Doch wenige Monate nach Ausbildungsbeginn wurde sie schwanger. „Meine Tochter ist das Beste, was uns passieren konnte“, sagt sie heute. Damals aber sei es zunächst schon „ein Schock“ gewesen. Wie sollte es weitergehen mit der Ausbildung, die sie auf keinen Fall abbrechen wollte? Doch ihre Bildungsbegleiterin sowie ihr BBW-Betriebsleiter und Band-Kollege Klaus Bussenius machten ihr Mut: „Das schaffen wir.“ Tatsächlich stieg sie nach einer halbjährigen Babypause wieder ein. Den verpassten Lernstoff holte sie zuhause und im BBW-Förderunterricht nach. Um ihre kleine Tochter kümmerte sich eine Tagesmutter, während Regina Götz in der Berufsschule saß oder ihre praktische Ausbildung absolvierte – im BBW und bei dwp, einem Kooperationsbetrieb des Berufsbildungswerks. Ein Zuckerschlecken war das für die junge Mutter nicht. „Das war echt heftig.“ Immer abends, wenn das Kind im Bett war, schlug sie ihre Hefte auf und lernte. „Und dann habe ich das hingekriegt.“ Und wie: Mit 98 von 100 Punkten wurde sie von der IHK Bodensee-Oberschwaben als Beste in ihrem Berufsbereich ausgezeichnet. Einen Arbeitsplatz hatte sie da schon längst. Am Tag der Absolventenfeier im BBW war die Zusage gekommen. Der Draht zum BBW ist geblieben. Heute verbindet Regina Götz nicht nur die Musik mit ihrer ehemaligen Ausbildungsstätte, sondern auch ihre Dankbarkeit für die Unterstützung zur richtigen Zeit: „Es ist so schön, dass es Einrichtungen gibt, die Jugendlichen, die es schwerer haben, eine Chance und eine Zukunft geben.“ Bildung 33

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