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Anstifter 1, 2016 der Stiftung Liebenau

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New York, Berlin,

New York, Berlin, Liebenau Dr. Brian Fergus Barrett, leitender Oberarzt in der St. Lukas-Klinik von Christof Klaus LIEBENAU – Aus dem Ländle über New York nach Berlin und zurück: Der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Brian Fergus Barrett hat in der St. Lukas-Klinik das Umfeld gefunden, das seinen Beruf für ihn ausmacht. „Ich habe das Gefühl, dass Menschen mit Behinderung hier wertgeschätzt werden.“ Das hat der 45-Jährige in seinem Berufsleben auch schon ganz anders erlebt. Dass diese Menschen etwa nur verwahrt und nicht angemessen therapiert werden. Zum einen stelle die Stiftung Liebenau die Ressourcen bereit, dies besser zu machen. „Und den Ethos, der traditionell hier verankert ist, den spürt man auch.“ In den USA als Sohn eines Theologen und einer deutschen Juristin geboren, wuchs Barrett unter anderem in Villingen auf, absolvierte in Freiburg sein Medizinstudium. „Damals waren die Berufsaussichten als Arzt aber alles andere als gut.“ Und so zog es ihn in den 1990ern in sein Geburtsland, wo er beruflich fremdging. Mitten im Internetboom landete Barrett in der Computerbranche, lebte in New York. Doch auf lange Sicht erfüllte ihn der IT-Job nicht: „Ich habe nicht Medizin studiert, um mit Maschinen zu arbeiten.“ Zudem habe er gemerkt, „dass ich europäisch sozialisiert bin“. So kehrte er zurück nach Deutschland, zurück in den Arztberuf. Nach der Jahrtausendwende arbeitete er in Berlin – zunächst an der Nervenklinik Spandau, später am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, zuletzt als Funktionsoberarzt des dort ansässigen Behandlungszentrums für Menschen mit geistiger Behinderung und psychischer Erkrankung. Fachlich hatte er zwischenzeitlich von der Tiefenpsychologie auf Verhal- tenstherapie umgesattelt. 2011 schließlich verließ er die Hauptstadt in Richtung Liebenau, um an der St. Lukas-Klinik seine heutige Stelle als leitender Oberarzt in der Erwachsenenpsychiatrie anzutreten. Warum der Weg in die Provinz? „Süddeutschland war mir ja nicht fremd, das Leben in einer Metropole nicht mehr so wichtig.“ Zudem sei die Landschaft attraktiv, der Freizeitwert hoch. Ausschlaggebend waren aber vor allem die fachlichen Voraussetzungen, die er in der St. Lukas-Klinik vorfand. Hatte er zuvor seine Patienten meist nur über eine kurze Zeit begleitet, kann er in Liebenau mit dem sogenannten Consulting-Modell arbeiten. Das heißt: Er betreut ein und dieselbe Person nicht nur stationär, sondern auch ambulant. „Wir behandeln die Patienten kontinuierlich, auch über Krisen hinaus. Das ist etwas Besonderes.“ Auch die personelle Ausstattung sei hier besser als auf seinen vorherigen beruflichen Stationen. Und: „Das Arbeitsklima ist toll.“ Dass auch Menschen mit geistiger Behinderung psychisch krank sein können und entsprechende Hilfsangebote brauchen – diese Erkenntnis habe sich nicht überall so früh etabliert wie in Liebenau. Als Vorreiter gilt die St. Lukas-Klinik auch in Sachen SEO – das „Schema der emotionalen Entwicklung“, mit dem sich Verhaltensauffälligkeiten besser verstehen lassen. Barrett ist es wichtig, diesen Ansatz noch weiter zu verbreiten, auch in der Ausbildung von Fachkräften. Sowieso engagiert er sich für sein Fachgebiet weit über Liebenau hinaus. So sitzt er im Vorstand und in Referaten mehrerer nationaler und internationaler Fachverbände (DGPPN, DGSGB, EAM- HID), betreibt Lobbyarbeit, um Psychiater und andere Mediziner im Umgang mit Menschen mit Behinderung zu sensibilisieren und – auch auf europäischer Ebene – politischen Einfluss zu nehmen. Ganz im Sinne seiner Patienten. 30 Gesundheit

Der Klang wirkt noch lange nach Musiktherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der St. Lukas-Klinik von Anne Oschwald LIEBENAU – Musik kann Glücksgefühle erzeugen und Emotionen ansprechen. Sie kann beruhigen und entspannen, bewegen und anregen, trösten und besänftigen. Sie hilft sich selbst und andere besser wahrzunehmen, Gemeinschaft zu erleben. Musik hilft Ressourcen zu erschließen und soziale Kompetenzen zu entwickeln. In der St. Lukas-Klinik nutzt Musiktherapeutin Michaela Fischer diese Möglichkeiten in Einzel- und Gruppentherapiestunden. Michaela Fischer und Daniel M. (Name geändert) lassen kurz die letzte Stunde Revue passieren. Danach besprechen sie gemeinsam den Ablauf des heutigen Treffens. Daniel erklärt, dass er gerne mit Trommeln, Klingeln und Rasseln spielt. Schlagzeug hingegen mag er nicht. „Es ist zu laut“, erklärt der 13-Jährige scheu. Dann geht es rasch an die Instrumente. Daniel entscheidet sich zuerst fürs Klavier. Dass er beim Spielen aus sich herausgeht, ist für ihn nicht selbstverständlich. Seine autistischen Tendenzen und seine Neigung zu zwanghaftem Verhalten hemmen ihn häufig. Er ist in sich zurückgezogen und wirkt eher ängstlich. Die Musik hilft ihm, dies abzumildern. Wie beim letzten Treffen. „Du hast dich getraut, vieles auszuprobieren. Ganz angstfrei“, schildert Michaela Fischer ihm die Situation noch einmal, als er mit unbekannten Instrumenten experimentieren konnte. Musik eröffnet Daniel auch die Möglichkeit, in Kontakt mit fremden Menschen zu treten. Wie etwa mit Christian G. (Name geändert), der zu den beiden stößt. Michaela Fischer schlägt zuerst eine Achtsamkeits- und Entspannungsübung vor und lässt die große Klangschale klingen. Beim Klang sollen die Fäuste angespannt und die Anspannung mit dem Verklingen des Tones gelöst werden. Selbstverständlich kommen auch die Trommeln zum Einsatz: Die Finger der drei spielen erst zart und schnell wie „Mäuschen“, dann soll es immer lauter werden. Daniel schildert, dass er sich bei der mittleren Lautstärke am Wohlsten gefühlt hat. „An der Stelle hast du aufgeschaut und gelächelt“, kommt die Bestätigung. Christian hingegen gefiel das Trommeln „mit viel Schmackes“: Bei seinem vitalen Spiel, scheint er seine körperlichen Beschwerden und Ängste zu vergessen. Für ihr Rhythmusgefühl und dafür, dass sie sich gut auf ihre Mitspieler einlassen können, erhalten die beiden eine positive Rückmeldung. Musiktherapie bietet die St. Lukas-Klinik im Akutbereich auf der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie der Erwachsenenpsychiatrie. Die Musiktherapeutin arbeitet sowohl mit einzelnen Patienten als auch mit Gruppen. Auf der Eltern-Kind-Station musizieren die Eltern zusammen mit ihren Kindern. Das ermöglicht dem Mitarbeiterteam einen Einblick, wie die non-verbale und verbale Interaktion verläuft und über welche Ressourcen die Familien verfügen. Zurück im hellen Gemeinschaftsraum: Nach dem Trommeln und nach Konzentrationsübungen spielen die drei zum Schluss gemeinsam am Klavier, hauptsächlich auf den schwarzen Tasten. Das Stück klingt aufnahmereif. Und auch als Daniel das Pedal löst, scheinen die Töne noch lange nachzuklingen. Musiktherapeutin Michaela Fischer (v.r.) mit Daniel M. und Christian G. am Klavier. Foto: Oschwald Gesundheit 31

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