Mediathek der Stiftung Liebenau
Aufrufe
vor 3 Jahren

Anstifter 1, 2015 der Stiftung Liebenau

  • Text
  • Stiftung
  • Liebenau
  • Menschen
  • Behinderung
  • Kinder
  • Vorstand
  • Arbeit
  • Brock
  • Inklusion
  • Schritte
Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Altenhilfe, Behindertenhilfe, Bildung, Gesundheit, Familie und Dienstleistungen.

Sina Imhof, Teamleiterin

Sina Imhof, Teamleiterin der Wohngruppe Lindenallee, im Gespräch mit einem Bewohner. Foto: Gräfer Interkulturelle Verständigung im Heim Kultursensible Pflege am Beispiel des Pflegeheims Helios von Elke Benicke GOLDACH (SCHWEIZ) – Rund 21 Prozent der deutschen Bevölkerung sind Menschen mit Migrationshintergrund 1 . Die einstigen „Gastarbeiter“ sind heute im Rentenalter und so wird eine Pflege, die Rücksicht auf kulturelle Hintergründe nimmt, immer wichtiger. Längst Alltag ist diese Pflege in der Schweiz, wo der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund bei rund 35 Prozent 2 liegt. Viel Erfahrung haben zum Beispiel die Mitarbeiter des Schweizer Pflegeheims Helios, das im vergangenen Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feierte. Hausleiter Karl Eugster erklärt, worauf es ankommt. „Kommen raus oder bleiben?“ – diese Frage könnte womöglich zum morgendlichen Dialog gehören zwischen einer Pflegekraft, die kein Albanisch spricht, und einer Bewohnerin, die aus dem Kosovo stammt. Letztere konnte vielleicht schon einmal besser Deutsch, doch haben ihre sprachlichen Fähigkeiten aufgrund ihrer Demenzerkrankung nachgelassen. Die deutsche Frage verwirrt und frustriert sie. „Kenntnisse der Muttersprache und Kultur der Herkunftsländer unserer Bewohner sind Türöffner, die Wertschätzung und Interesse signalisieren“, erklärt Karl Eugster. „Deshalb schauen wir, dass unsere Pflegekräfte dieselbe Sprache sprechen wie die älteren Menschen, die sie betreuen.“ Das Erzählen, das Mitteilen von Erlebnissen und Bedürfnissen funktioniere eben am besten über die Muttersprache – „natürlich aber nur, wenn zwischen den Gesprächspartnern eine Beziehung besteht“, bemerkt Pflegekraft Drita Byci, die selbst aus dem Kosovo kommt. „Es geht ja nicht ums Dolmetschen, sondern um Vertrauen.“ „Mirëmëngjes, ju doni të ngriteni ose qëndrojnë ende mbetet një grimë?“, fragt Drita Byci. Sie freut sich über das entspannte Lächeln der Seniorin auf ihre Frage: „Guten Morgen, möchten Sie aufstehen oder noch ein bisschen liegenbleiben?“ Sollte einmal keine muttersprachliche Pflegekraft für eine Bewohnerin im Dienst sein, lassen sich viele grundlegende Bedürfnisse und Belange auch anhand von Gestik, Mimik, Piktogrammen und Bildern kommunizieren. „Neben der verbalen oder nonverbalen Kommunikation spielen allerdings auch andere kulturelle Aspekte wie Religion oder Tradition und die eigene Kulturverbundenheit eine wichtige Rolle“, sagt der Hausleiter. „Deshalb singen, kochen und feiern wir im Pflegeheim Helios auch wie in anderen Ländern gesungen, gekocht und gefeiert wird, reflektieren regelmäßig unsere Umgangsweisen oder auch unser persönliches Erscheinungsbild.“ Es reiche jedoch nicht, die Menschen einer bestimmten Kultur zuzuordnen, der italienischen oder türkischen. Sie unterscheiden sich ja nicht nur durch ihre Herkunft und Religion, sondern auch durch ihre Biografie und Bildung, das Geschlecht, den sozialen Status und ihren Gesundheitszustand. „Es geht um eine individuelle Pflege, bei der kulturelle Prägungen und Bedürfnisse besonders berücksichtigt werden“, fasst der Hausleiter zusammen. 1 destatis (Statistisches Bundesamt), Mikrozensus für das Jahr 2013. 2 Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE) für das Jahr 2013. Pflegeheim Helios Entstanden vor 30 Jahren aus einem ehemaligen Wohnhaus – der Villa Helios – , ist das Pflegeheim Helios heute eine moderne Pflegeeinrichtung. Es ist die erste in der Schweiz, in der das Konzept der Hausgemeinschaften realisiert wurde. Außerdem hat sie sich auf die Betreuung von Menschen mit Demenz spezialisiert. Heute leben rund 120 Menschen dort. Das Pflegeheim wird von der Stiftung Helios betrieben, die eng mit der Stiftung Liebenau zusammenarbeitet. www.pflegeheim-helios.ch 22 Altenhilfe

Der Mann für alle Fälle Dem Gemüsebau gehört die Leidenschaft des WfbM-Beschäftigten von Christof Klaus LIEBENAU – Großer Erfolg für einen langjährigen WfbM-Beschäftigten der Liebenauer Arbeitswelten: Sven Lohrey hat seit kurzem den Führerschein Klasse L für Traktoren in der Tasche. Ohnehin als Gemüsebau-Allrounder bei Vorgesetzten und Kollegen in Liebenau geschätzt, kann er nun in seinem Traumberuf noch mehr durchstarten. Beruflich voll auf Der Gemüsebau ist sein Metier. Seit fast anderthalb Kurs: Sven Lohrey, Jahrzehnten schon kümmert sich Sven Lohrey in den langjähriger Liebenauer Gewächshäusern um Karotten und Co. Beschäftigter der Sein Lieblingsgemüse? „Gurken“, kommt es wie aus Liebenauer Arbeitswelten, ist der Mann liefert er gleich hinterher: „Bei Tomaten bekommt der Pistole geschossen. Die scherzhafte Begründung für alle Fälle in man grüne Hände, bei Gurken nicht“, schmunzelt der Sachen Gemüsebau. 33-Jährige, der an seinem Arbeitsplatz am kompletten Anbau-, Kulturpflege- und Ernteprozess maß- Foto: Klaus geblich beteiligt ist und dabei für seinen geschickten Umgang mit den technischen Geräten geschätzt wird. Er sorgt mit der Dämpfmaschine dafür, dass der Boden gut präpariert und frei von Schädlingen ist. Er leitet die Pflanzen an, sodass sie an den Schnüren auch korrekt hochwachsen, und er befreit sie per Ausgeizen von störenden Seitentrieben. „Gurken wachsen nicht von alleine“, weiß seine Gruppenleiterin Susanne Nahrmann: „Das ist Handarbeit.“ Und die beherrscht Sven Lohrey längst aus dem Effeff. „Er erledigt viele Arbeiten komplett selbstständig“, lobt Susanne Nahrmann. Und woher kommt bei ihm die Leidenschaft für seinen Job? „Ich habe mich eigentlich schon immer für Gemüsebau interessiert“, erzählt er. Trotzdem schnupperte er nach dem Besuch der Förderschule während seines Berufsvorbereitungsjahres in mehrere Bereiche hinein. So war er bei den Schreinern und Malern, in der Hauswirtschaft – und eben im Gemüsebau. Mit der Fachwerker- Ausbildung hat es dann zwar nicht geklappt, eine Arbeitsstelle im Gemüsebau wurde trotzdem daraus. „Das war die richtige Wahl“, sagt er rückblickend. Längst gehört Sven Lohrey zum festen Inventar in der „Grünen Welt“ der Liebenauer Arbeitswelten. Beliebt bei Kollegen und Vorgesetzten ist er dort ein bekanntes Gesicht – wie auch auf dem Wochenmarkt in Wangen. Dort steht er jeden Donnerstag am Stand des Liebenauer Landlebens und verkauft den Kunden Obst und Gemüse. Schon um fünf Uhr in der Früh beginnt dann der Arbeitstag für Sven Lohrey, der oft mit dem Fahrrad von seiner Wohnung in Tettnang nach Liebenau pendelt. Doch eines hatte ihm an seinem Arbeitsplatz noch gefehlt: Der so wichtige Führerschein Klasse L, der es ihm erlaubt, sich an das Steuer der hauseigenen Traktoren zu setzen. Doch die Hürde der theoretischen Prüfung ist hoch. Zu hoch? Nein, die Verantwortlichen bei den Liebenauer Arbeitswelten trauten dem 33-Jährigen zu, es zu schaffen. Als Arbeitgeber unterstützten sie ihn bei dem Vorhaben, gaben ihm die nötigen Stunden frei und stellten ihm mit Willi Brinkmann – dem Vater eines Arbeitskollegen – einen vertrauten Mentor zur Seite. Der ehrenamtlich engagierte Rentner übte regelmäßig mit Sven Lohrey. 14 Monate lang saß er mit ihm gemeinsam an den Fragebögen, motivierte ihn und begleitete ihn am Ende zur Prüfung. „Es war ein harter, steiniger Weg“, sagt Willi Brinkmann und lobt seinen „Schüler“, dass er so gut mitgezogen habe. Und die Mühen haben sich gelohnt. Im Oktober 2014 bestand Sven Lohrey seine Theorieprüfung. Susanne Nahrmann erinnert sich noch genau, als ihr Mitarbeiter freudestrahlend und erleichtert nach Liebenau zurückkam. Eigentlich, lacht Sven Lohrey, hätte er sich damals auch gleich auf einen Traktor setzen und seinen Kollegen entgegen fahren sollen. Menschen mit Behinderung 23

Hier finden Sie Impulse für den Alltag

Anstifter

Anstifter 3, 2019 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2019 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2019 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2018 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2018 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2018 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2017 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2017 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2017 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2016 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2016 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2016 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2015 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2015 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2015 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2014 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2014 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2014 der Stiftung Liebenau

Jahresberichte

Jahresbericht 2016 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2015 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2014 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2013 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2012 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2011 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2010 der Stiftung Liebenau

Karriere/Akademie

Deine Ausbildung bei uns - Stiftung Liebenau
Dein FSJ/BFD bei uns - Stiftung Liebenau

Kirchliche Stellungnahmen

Die Stiftung Liebenau – eine Lebens- und Wesensäußerung von Kirche

Stiftung Liebenau Österreich

annalive 02/2018
annalive 01/2018
annalive 02/2017
annalive 01/2017
annalive 02/2016
annalive 01/2016
annalive 02/2015
annalive 01/2015
annalive 02/2014
annalive 01/2014
annalive 02/2013
annalive 01/2013
annalive 02/2012
annalive 01/2012
annalive 02/2011
annalive 01/2011
annalive 02/2010
annalive 01/2010
annalive 02/2009

Beteiligungen

BDS Flyer