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Anstifter 1, 2015 der Stiftung Liebenau

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Der Anstifter ist die Hauszeitschrift der Stiftung Liebenau mit Themen aus den Bereichen Altenhilfe, Behindertenhilfe, Bildung, Gesundheit, Familie und Dienstleistungen.

Die „Motoren“

Die „Motoren“ der Lebensräume: 20 Gemeinwesenarbeiterinnen und Gemeinwesenarbeiter moderieren in den derzeit 27 Wohnanlagen der Liebenauer Altenhilfe Deutschland im süddeutschen Raum. Foto: privat 20 Jahre Lebensräume für Jung und Alt Generationenübergreifendes Zusammenleben feiert Erfolgsgeschichte von Anne Oschwald LIEBENAU – „Lebensräume für Jung und Alt“ der Stiftung Liebenau stehen für generationenübergreifendes Zusammenleben mit dem Anreiz zum bürgerschaftlichem Engagement und zur Netzwerkarbeit. Zum 20-jährigen Jubiläum kamen Ende November zahlreiche Gäste nach Liebenau: Bürgermeister aus den Partnergemeinden feierten mit Verantwortlichen und Mitarbeitern der Stiftung Liebenau und ihrer Tochtergesellschaften. Das Konzept der Lebensräume erhielt an diesem Tag viel Lob. Die Altenhilfe Deutschland der Stiftung Liebenau betreibt inzwischen 27 solcher Wohnanlagen im süddeutschen Raum. Im vorarlbergischen Bregenz betreibt die österreichische Schwestergesellschaft eine Wohnanlage. „Die Lebensräume sind zum Markenzeichen für die Aktivierung der Selbsthilfekräfte in unserer Gesellschaft geworden“, erklärte Dr. Berthold Broll, Vorstand der Stiftung Liebenau, beim Festakt. Sein Dank galt nicht nur den Bürgermeistern, die sich schon früh auf das Konzept eingelassen haben, sondern vor allem auch den vielen Gemeinwesenarbeiterinnen und Gemeinwesenarbeitern, die das Konzept mit Leben füllen. Diesem Dank schloss sich Gerhard Schiele (Geschäftsführer der Liebenauer Altenhilfe Deutschland) an. Er war maßgeblich an der Entwicklung der Lebensräume beteiligt. Den Gästen schilderte er die Entstehungsgeschichte und gab Einblick in die Erfahrungen der vergangenen 20 Jahre. Anfang der 90er-Jahre habe es eine Aufbruchsstimmung in der Altenhilfe gegeben. In diese Zeit fiel auch die Gründung des Bereichs der Altenhilfe der Stiftung Liebenau. „In Freiheit Beziehung zu gestalten, stand damals wie heute ganz oben auf der Agenda“, erläuterte Schiele. Der Mensch sollte im Mittelpunkt stehen und soweit wie möglich selbst entscheiden. Gemeinwesenarbeit: die soziale Basis Die erste Wohnanlage in Vogt wurde kurz vor Weihnachten 1994 bezogen. Es folgten rasch weitere Wohnanlagen in Amtzell, Meckenbeuren, Kressbronn und Ravensburg. Vertraglich wird die Zusammenarbeit mit den Kommunen im sogenannten Grundlagenvertrag geregelt. „Die Fachkraft der Gemeinwesenarbeit moderiert, schafft Gelegenheiten, ist Netzwerker, um Menschen miteinander in Kontakt zu bringen“, so Schiele. Menschen sollen selbst aktiv werden. Nicht die Defizite stehen im Vordergrund, vielmehr sollen die Fähigkeiten der Einzelnen verknüpft werden. Strukturen wie Bewohnerbeirat, diverse Teams oder die Notrufkette bilden die wichtige Basis für das Zusammenleben. Die moderierte Gemeinwesenarbeit sowie der Gemeinschaftsraum in jeder Wohnanlage, der für Aktivitäten genutzt werden kann, sind daher zentrale Bestandteile des Konzeptes. Der Begriff der „sorgsamen Nachbarschaft“ wurde geprägt. Rasch wurde die Fachöffentlichkeit auf das Konzept aufmerksam: Viele Besuchergruppen interessierten sich. Einen Höhepunkt stellte 2002 der Besuch des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau dar. Im Laufe der Jahre wurde deutlich, dass ein Paradigmenwechsel gelungen war: weg von der Ver- 20 Altenhilfe

sorgungseinrichtung hin zum Selbsthilfesystem, das bei Senioren erwiesenermaßen Pflegebedürftigkeit hinauszögern, wenn nicht sogar verhindern kann. Lebensräume bilden Sozialkapital Wissenschaftlich begleitet wurde die Entwicklung durch verschiedene Forschungsprojekte unter Leitung von Prof. Dr. Sigrid Kallfaß. „Es gibt wenige Konzepte in der Altenhilfe, die so intensiv empirisch begleitet wurden wie die Lebensräume“, sagte die Leiterin der Steinbeis Transferzentren Sozialplanung, Qualifizierung und Innovation. Die Erhebungen ergaben, dass die Lebensräume Sozialkapital bilden. Das bedeutet, dass eigene Kräfte entwickelt werden, die dem Gemeinwesen zur Verfügung stehen. „Je höher das Sozialkapital in einem System ist, desto besser geht es den einzelnen Menschen“, so die Erkenntnis. Paul Locherer (Mitglied des Landtags, ehemaliger Bürgermeister von Amtzell und Aufsichtsratsmitglied) nannte die Lebensräume eine Erfolgsgeschichte, die er und seine Kollegen verschiedener Kommunen mitgestalten konnten. Für ihn sei immer wichtig gewesen, dass alte Leute „unter uns“ leben. Die Gesellschaft brauche eine Beteiligungskultur, so wie sie sich in Amtzell entwickelt habe. Wichtig sei auch, dass die präventive Arbeit anerkannt werde, was sich auch finanziell niederschlagen müsse. Die kommu- Feierten gemeinsam mit ihren Gästen 20 Jahre Lebensräume für Jung und Alt (v.l.): Dr. Berthold Broll, Vorstand Stiftung Liebenau; Dr. Joachim Senn, Aufsichtsratsvorsitzender Stiftung Liebenau; Stefanie Locher und Gerhard Schiele, Geschäftsführung der Liebenauer Altenhilfe Deutschland; Alexander Künzel, Sprecher von Netzwerk SONG; Karin Bruker, Gemeinwesenarbeiterin; Prof. Dr. Sigrid Kallfaß, Leiterin der Steinbeis Transferzentren Sozialplanung, Qualifizierung und Innovation; Dr. Markus Nachbaur, Vorstand Stiftung Liebenau; Paul Locherer, ehemaliger Bürgermeister von Amtzell, MdL, Aufsichtsratsmitglied; Monsignore Dr. h.c. Norbert Huber, ehemaliger Vorstand Stiftung Liebenau und Mitinitiator der Lebensräume und Prälat Michael H. F. Brock, Vorstand Stiftung Liebenau. Gerhard Schiele, Geschäftsführer der Liebenauer Altenhilfe, hat das Konzept der „Lebensräume für Jung und Alt“ maßgeblich mitentwickelt. Gemeinweserarbeiterin Karin Bruker (links) hat bei der Veranstaltung mit einem humoristischen Sketch die Gemeinwesenarbeit veranschaulicht. Zusammen mit der allerersten Gemeinwesenarbeiterin Christa Welle- Lebherz freuen sie sich über den Erfolg. Fotos: Oschwald nalen Kompetenzen reichten auch in die sozialen Handlungsfelder. „Wir können die Familienpolitik nicht der Landes-, Bundes- und EU-Ebene überlassen“, so Locherer. Verknüpfung von Haupt- und Ehrenamt Provokativ war der Titel des Vortrags von Alexander Künzel, Sprecher des „Netzwerk: Soziales neu gestalten (SONG)“: Wer pflegt, wenn wir alle in Rente gehen? Netzwerk SONG – ein Zusammenschluss verschiedener sozialer Träger – sucht Lösungen zu grundlegenden Fragen der Sozialpolitik. Nach seinem Lob an die Stiftung Liebenau zum Konzept der Lebensräume widmete er sich der Frage wie die Versorgung von Senioren künftig gewährleistet werden kann. Von den rund 42 Millionen Beschäftigten sind rund zehn Prozent im Gesundheitswesen tätig. Diese Zahl der Erwerbstätigen schrumpft bis zum Jahr 2023 auf 32 Millionen. Die Versorgungslücke im Gesundheitswesen wird dann deutlich spürbar. Der Rückgang auf etwa 3,2 Millionen Beschäftigte in diesem Sektor fällt außerdem mit dem Rentenalter der letzten geburtenstarken Jahrgänge zusammen. Man müsse sich von der Vorstellung verabschieden, dass Altenhilfe zu 100 Prozent von Profis geleistet werden könne. Er nahm die 60- bis 70-jährigen Senioren in den Blick, die in das soziale Leben eingebunden werden müssen. Sie hätten Zeit, seien meist fit und suchten nach Bestätigung und Sinnhaftigkeit. Es gelte Strukturen für das Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt zu schaffen. Das Netzwerk SONG leistet hier bereits Unterstützung etwa über das Qualifizierungsprojekt „Lokale Verantwortungsgemeinschaften in kleinen Lebenskreisen (kurz: LoVe)“. Altenhilfe 21

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