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annalive 02/2011

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

6 DAS THEMA fallen. Für

6 DAS THEMA fallen. Für viele an Demenz erkrankte Menschen ist Sexualität die einzige und letzte Möglichkeit, positive Gefühle zu erleben. Wie sollten sich Heimleitung und Pflegekräfte verhalten, wenn Heimbewohner sich verlieben, ihre Gefühle zum Ausdruck bringen oder engere Beziehungen untereinander aufnehmen möchten? Heime sollten Beziehungen unter Bewohnerinnen und Bewohnern unterstützen und durch entsprechende Wohnmöglichkeiten auch enttabuisiert ermöglichen. Das Personal sollte entsprechend geschult sein, um die Situation nicht durch negative oder verniedlichende Aussagen zu entwerten. Was tun, wenn Bewohner sich in Liebesdingen einsam fühlen oder „Hauthunger“ verspüren? Man sollte eventuelle Möglichkeiten, das sexuelle Grundbedürfnis zu stillen, im Gespräch mit den Angehörigen abklären. Dazu gehören etwa Besuche von Prostituierten oder Sexualassistenten. Wie gut sind Pflegekräfte im Umgang mit Fragen zur Sexualität geschult? Welche Fortbildungsmöglichkeiten gibt es in diesem Bereich? Zwar werden das Sich-als-Frau-oder-Mann-Fühlen und der Umgang mit Sexualität im Heim bereits in der Ausbildung zum Pflegeberuf vermittelt, doch wird der Genitalbereich danach oft auf seine Ausscheidungsfunktion und die damit einhergehende Pflege reduziert. Insofern erscheint es notwendig, im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen oder durch Supervision den Themenbereich Sexualität zu vertiefen. Dazu gehört auch, die eigene Sexualität, Tabus, Werte und Einstellungen zu reflektieren und die Projektion eigener sexueller Probleme bei Pflegehandlungen zu vermeiden. Vielen Dank, Herr Dr. Gatterer! ❑ *Die Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) sind Teil eines ganzheitlichen Pflegemodells. Das gängige Modell nach Liliane Juchli umfasst die folgenden zwölf ATLs: wach sein und schlafen, sich bewegen, sich waschen und kleiden, essen und trinken, ausscheiden, Körpertemperatur regulieren, atmen, für Sicherheit sorgen, sich beschäftigen, kommunizieren, Sinn finden im Werden, Sein, Vergehen und Kind, Frau, Mann sein.

7 DAS THEMA Tatsachen im Überblick Eine Welt der Frauen In den Pflegeheimen für ältere Menschen dominieren die Frauen. Die Zahl der weiblichen Bewohner übersteigt die der männlichen um das Doppelte bis Dreifache. Auch bei den Pflegenden überwiegt der weibliche Anteil eindeutig und liegt bei 82 Prozent. Pflege ist unbestritten weiblich – dabei haben Männer in Bezug auf Krankheiten, Kommunikation oder Lebensweisen ihre eigenen Besonderheiten und Bedürfnisse. Hier die geschlechterspezifischen Tendenzen in Zahlen. Text: Elke Benicke/Zahlen: Dennis Roth/Foto: Felix Kästle Der hohe Anteil an weiblichen Pflegekräften liegt in der traditionellen Frauenrolle selbst begründet. Immer schon war es Aufgabe der Frauen, sich um Kinder, ältere oder kranke Menschen zu kümmern. Auch die St. Anna-Hilfe spiegelt den österreichischen Durchschnitt wider: Unter den rund 364 Pflegekräften finden sich nur 32 männliche. Hauptgrund für die höhere Zahl pflegebedürftiger Frauen wiederum ist deren höhere Lebenserwartung: Im Schnitt leben Frauen in Österreich etwa sechs Jahre länger als Männer. Während sich bis zum Alter von rund 70 Jahren die beiden Geschlechter in etwa die Waage halten, nimmt der Frauenanteil in den darauffolgenden zwanzig Jahren stetig zu und beträgt im Alter von 90 Jahren 70 Prozent. Wie geht es nun den wenigen männlichen Bewohnern in dieser Welt der Frauen? Brauchen sie überhaupt eine eigene, geschlechterspezifische Pflege? Krankheit und Kommunikation Ja, denn Männer möchten nicht nur in ihrem männlichen Rollenverständnis akzeptiert werden, sondern haben zum Teil ganz andere gesundheitliche Probleme als Frauen. Dazu gehört, dass sie beispielsweise mehr als doppelt so häufig an Herzinfarkt sterben oder öfter an Hörstörungen leiden. Da Männer Unwohlsein und Schmerzen weniger kommunizieren als Frauen, besteht die Gefahr, dass ihre Krankheitssymptome nicht oder nicht rechtzeitig erkannt werden und einen schwereren Verlauf nehmen als nötig. Frauen hingegen sind rund sechs Mal häufiger von Osteoporose betroffen, neigen eher zu Wirbelsäulenbeschwerden, Migränen, Depressionen und Angstzuständen. Sie haben zudem weniger Hemmungen, negative wie positive Emotionen anschaulich zu schildern. Auch wenn Männer weniger anfällig für diese eher weiblichen Krankheiten sind, müssen sie doch mit den von ihren Mitbewohnerinnen geäußerten Symptomen leben. Tendenzen, keine Stereotypen Männer und Frauen unterscheiden sich des Weiteren in den von ihnen bevorzugten Konsum- und Lebensweisen. Besonders auffallend ist, dass es auch unter den Älteren fast doppelt so viele Raucher wie Raucherinnen gibt. Insgesamt interessieren sich Frauen eher für gesundheitsbewusste Lebensweisen und halten Therapien genauer ein. Andererseits tendieren sie zur Medikamentenabhängigkeit. Während Frauen auf Stress oder belastende Ereignisse mit Verstimmung oder Grübeln reagieren, neigen Männer dazu, sich mit Alkohol oder Bewegung abzulenken. Männer sind risikofreudiger, aber auch unfallgefährdeter. – Diese Aufzählung lässt sich sicher noch fortsetzen. Nichtsdestotrotz sollten statistische Erhebungen keine Vorlage für Stereotypen sein, sondern ständig hinterfragt werden. Denn im Mittelpunkt jeder guten Pflege steht, ob als Frau oder Mann, schließlich doch der einzelne Mensch. ❑ Quellen: - Statistik Austria - „Frauenbericht 2010“ des Bundeskanzleramts Österreich - „Österreichische Pflegezeitschrift“, 10/04, Seiten 10-14

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