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annalive 02/2011

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

20 PRAXIS VORARLBERG

20 PRAXIS VORARLBERG Gruppenübungen sensibilisieren die Teilnehmer für die Bedürfnisse und Sichtweise des anderen. Wertschätzende Statements auf kleine Zettel geschrieben – dieses Abschlussritual soll das Wir-Gefühl der Gruppe festigen. WUK – Wahrnehmende Unternehmenskultur Um das Wir-Gefühl zu stärken BREGENZ – Ende Februar startete das Seniorenheim Tschermakgarten in Bregenz mit dem Projekt WUK „Wahrnehmende Unternehmenskultur“. In verschiedenen Schulungen, die sich über insgesamt drei Jahre erstrecken, wird das gesamte Personal intensiv auf ihre emotionale, soziale und fachliche Kompetenzen hin gefördert und gestärkt. Initiiert von der Hausleiterin Vesna Basagic hat es zum Ziel, das tägliche Miteinander zwischen Mitarbeitern, Bewohnern und Angehörigen zu verbessern. Text: Daniela Gilgen/Fotos: Jeanette Pamminger „Wahrnehmende Unternehmenskultur“ bedeutet eine wertschätzende Grundhaltung zwischen den Menschen und zielt vor allem auf eine achtsame Kommunikation und respektvolle Beziehung untereinander. Eingebunden sind alle 80 Mitarbeiter des Seniorenheimes, von den Mitarbeitern der Hauswirtschaft über den Hausmeister bis zu den Pflegefachkräften. In kleinen Gruppen, die sich bunt gemischt aus den verschiedenen Tätigkeitsbereichen zusammensetzen, werden die Mitarbeiter in mehrtätigen Seminaren für einen wertschätzenden Umgang sensibilisiert. Bereits nach kurzer Zeit erhielt Vesna Basagic erste positive Rückmeldungen. „So ist ihnen beispielsweise aufgefallen, dass die Gespräche zwischen den Pflegefachkräften und den Mitarbeitern der Hauswirtschaft oft auf knappe Anweisungen reduziert sind. Es war nicht böse gemeint, aber jetzt achten sie bewusster auf die Worte und den Tonfall“, schildert Vesna Basagic. Verbesserungen für alle Die Schulung des gesamten Personals soll erreichen, dass alle dieselbe Sprache sprechen und im Wir-Gefühl ihren Beitrag zum Wohle der Bewohner und deren Angehörigen, aber auch aller Mitarbeiter leisten. Das Projekt soll sich auf ein gutes Arbeitsklima niederschlagen und auch für eine qualitätvolle und individuelle Betreuung der Bewohner sorgen. „Wir wollen unseren Bewohnern soviel Individualität wie möglich geben. Das heißt beispielsweise, wenn jemand erst um 14 Uhr Mittagessen möchte, dann wollen wir ihm das ermöglichen. Wir wärmen das Essen dann einfach auf. Nicht die Bewohner passen sich unserem Arbeitsablauf an sondern wir uns ihm!“, sagt die Heimleiterin. Ständiger Prozess Initiiert und entwickelt hat das Projekt die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester und langjährige ganzheitliche Individuations-Trainerin Jeannette Pamminger. Sie begleitet das Team, die Fachhochschule Dornbirn evaluiert das Projekt wissenschaftlich. Wenn Anfang 2013 alle Schulungen und Themenmodule abgeschlossen sind, erhält das Seniorenheim Tschermakgarten das Zertifikat „Wahrnehmende Unternehmenskultur“ verliehen. ❑

21 PRAXIS VORARLBERG Ein harter Weg aus der Suchtabhängigkeit Ich war eine Alkoholikerin! 15 000 Vorarlberger gelten als alkoholkrank, 30 000 Personen als problematische Alkoholkonsumenten – das sind die nüchternen Zahlen, die das Suchtkrankenhaus Maria Ebene in Frastanz jüngst bekanntgegeben hat. Soziale und gesundheitliche Probleme mit Schädigung der Organe, der Nerven und des Gehirns sind die unausweichlichen Konsequenzen übermäßigen Alkoholkonsums. In der Folge enden Alkoholkranke oft als Pflegefälle in Alten- und Pflegeheimen. So auch Silvia R., die einen beachtlichen Weg zurückfand. In einem eindrücklichen Erfahrungsbericht blickt sie auf diese Zeit zurück. Text: Daniela Gilgen/Foto: Felix Kästle Mit Alkohol versuchte Silvia R. eine belastende Scheidung und die Trauer über den Tod ihrer einzigen Schwester und der Mutter kurz hintereinander hinterzuspülen. Es begann mit einem Gläschen Rotwein am Abend, schnell wurde es mehr. Ihre Kinder brachten sie dann in die Suchtabteilung des Krankenhauses Rankweil. Ich stieg in das Auto ein, in Rankweil angekommen, konnte ich nicht mehr laufen. Ich kann mich nicht mehr erinnern. Laut meinen Kindern saß ich circa drei Monate im Rollstuhl. In Rankweil mussten sie mich aus der Suchtabteilung abholen, weil ich zu schwach war. Danach kam ich in die Psychiatrie. Ich hatte nur noch rund 40 Kilogramm. Im Juli 2009 kam ich nach Gaißau ins Pflege- und Altenheim, da die Ärzte sagten, ich werde zu 80 Prozent bleibende Schäden behalten.* Gute zwei Monate hatte die 55-jährige in einem Dämmerzustand verbracht, bis sie allmählich wieder zu sich fand. Ich war ein Pflegefall!! Ich musste Windeln tragen, da ich den Harn und den Stuhlgang nicht mehr kontrollieren konnte. Ich war ein Wrack!! Ende Juli/Anfang August bemerkte ich erst, dass ich im Rollstuhl war! Ich bekam einen Schock. Ich war hysterisch!! Ich habe geweint, wollte immer wieder versuchen aufzustehen, aber ich fiel immer wieder hin. Mein Wille war so stark, dass ich eine Woche später wieder laufen konnte. Ich merkte jedoch, dass mein Gehirn abgestumpft war. Ich fing an zu lesen, aber ich konnte am Anfang das Gelesene nicht im Kopf aufnehmen. Ich war sehr böse zum Pflegepersonal. Bin immer wieder abgehauen. Ich hatte keine Orientierung. Allmählich besserte sich Silvia R.s Zustand. Sie ging viel spazieren und las viel, um ganz bewusst ihr Gedächtnis zu trainieren. Dann kam ein Tief. Ich wollte wieder nach Hause. Ich war sehr deprimiert. Aber ich bekam Hilfe vom Pflegepersonal. Ich hatte viele Gespräche mit allen. Danach kam bei mir ein Umdenken, ich half in der Küche Essen ausgeben oder den Tisch decken. Ich fühlte mich wieder gebraucht. Was niemand zu hoffen wagte, erreichte sie mit ihrem starken Willen und der Unterstützung des Pflegepersonals – ein Jahr nach ihrem Zusammenbruch konnte Silvia R. wieder nach Hause gehen. „Ich war alkoholkrank. Ich möchte nie wieder in so eine Situation kommen!!“ Ich weiß, es spielt sich alles im Kopf ab. Es ist mir bewusst, ein Schluck und es fängt wieder von Neuem an. Ich habe gelernt, damit umzugehen. Ich kann bei jeder Feier mitmachen, auch ohne Alkohol! Ich bin auf der Hut, aber ohne Angst. Wenn? Ich weiß wohin, das ist wichtig! Ich habe alles meinen Kindern und dem Pflegepersonal in Gaißau und natürlich meinem „Kampf“ zu verdanken! ❑ * Auszüge aus den handschriftlichen Unterlagen von Silvia R., die sie der Hausleitung zur Verfügung stellte.

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