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annalive 02/2011

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

12 DAS THEMA Sexualität

12 DAS THEMA Sexualität im Heim Ohne Tabus zu mehr Lebensqualität Ob und wie ein älterer Mensch im Heim eine Beziehung leben kann, ob seine Intimsphäre gewahrt wird oder seine sexuellen Wünsche erfüllt werden, hängt wesentlich von der Offenheit der Pflegenden ab. Jede Pflegekraft sollte sich auskennen mit den körperlichen oder psychologischen Aspekten von Sexualität im Alter, sollte tolerant und einfühlsam sein. Ebenso wichtig ist jedoch, dass sie die Bedürfnisse der Bewohner im Team kommuniziert und in Fort- oder Weiterbildungen reflektiert. Text: Doris Kollar/Foto: Inge Streif Immer noch wird älteren Menschen in Pflegeheimen das Ausleben ihrer Sexualität abgesprochen oder untersagt. Oft müssen Händchenhalten und andere „harmlose“ Zärtlichkeiten genügen – wer mehr will, gilt unter Umständen auch heute noch als verhaltensgestört. Für einen toleranteren Umgang mit den sexuellen Bedürfnissen der Bewohner fehlt es den Pflegekräften nicht selten an Wissen und Schulung. Manchmal sind sie auch gehemmt durch eigene Moralvorstellungen, eigene sexuelle Probleme oder Ekel. Erst seit kurzem wird in der Öffentlichkeit über das Liebesleben im Alter diskutiert – seit Andreas Dresen im Jahr 2008 mit seinem Film „Wolke 9“ das Tabu zum Thema machte oder Elfriede Vavrek mit ihrem 2010 erschienenen Buch „Nacktbadestrand“ viele Leser zu Diskussionen anregte. „Die natürlichste Sache der Welt“ Zu Recht. Denn entgegen der überwiegend von Jüngeren gehegten Vorstellung, dass die Sexualität mit dem Alter stark nachlasse, kann man in wissenschaftlichen Arbeiten lesen, dass von den 51- bis 60-jährigen Paaren noch rund 90 Prozent ihre Sexualität leben. Bei den Paaren, die über 80 Jahre alt sind, geben immerhin noch mehr als 30 Prozent der Männer und 25 Prozent der Frauen an, sexuell aktiv zu sein – während die Singles dieser Altersgruppe nur zu rund sieben Prozent am Sexualleben teilnehmen. Viele dieser Alleinstehenden wohnen im Heim, wo sie nach wie vor jedes Recht haben, ihre sexuellen Bedürfnisse auszuleben. Denn zu einer hohen Lebensqualität gehört auch Sexualität – so viel und so lange sie beide Partner genießen. Nicht einmal Demenz führt zwangsläufig zum Erliegen sexueller Bedürfnisse. „Sie zu leben, ist die natürlichste Sache der Welt“, schreibt Michael Ganß in der Zeitschrift „demenz.Leben“, Ausgabe 04-2010. Vor allem bei fortgeschrittener Demenz ist die Berührung eine wichtige, oft die einzige noch übrig gebliebene Form der Kommunikation. Viele Menschen werden in der Demenz zärtlicher und genießen es, sich anzuschmiegen, verlieren zum Teil aber auch alle Hemmungen. Jeder Mensch ist anders; bei jedem sind diese Empfindungen unterschiedlich ausgeprägt. Die Pflegenden sollten deshalb beachten, dass durch ein Zuviel ein angenehmer Reiz schnell in einen unangenehmen umschlagen kann. Über alles reden dürfen und können Aufgabe des Trägers und der Hausleitung ist es, ein Klima der Offenheit zu schaffen. Dazu gehört nicht nur, dass die Wünsche der Bewohner gehört werden, sondern dass auch Mitarbeiterinnen, die sich durch verbale oder handgreifliche Anzüglichkeiten belästigt fühlen, einen Ansprechpartner haben, der hilft, eine konstruktive Lösung zu finden. Neben dem Austausch im Team bewirken Schulungen und Weiterbildungen im Bereich der geriatrischen und gerontopsychiatrischen Pflege ein neues Verständnis für die Alterssexualität. Pflegende lernen Gefühle wie Wut, Scham oder Lust bei älteren Menschen richtig zu interpretieren, trainieren kritische oder übergriffige Situationen professionell zu lösen, erfahren etwas über Formen gelebter Sexualität im Heim oder die würdige Gestaltung von Begegnungen und Beziehungen. ❑ Literaturtipps: • Erich Grond: Sexualität im Alter – (K)ein Tabu in der Pflege. Brigitte Kunz Verlag, Hagen 2001, ISBN 3-89495-159-1. • Hermann Berberich, Elmar Brähler: Sexualität und Partnerschaft in der zweiten Lebenshälfte. Psychosozial Verlag, Gießen 2001, ISBN 3-89806-067-5.

13 ANNA FORUM Mitarbeiterbefragung stiftungsweit und in der St. Anna-Hilfe Arbeitsbedingungen haben sich verbessert Die Ergebnisse der im Oktober letzten Jahres durchgeführten Mitarbeiterbefragung zu den Themen Vorgesetzte, Kollegen, Betriebsrat, Gesundheit und Arbeitsbedingungen liegen vor. Erfreulich ist, dass sich die St. Anna-Hilfe im Vergleich zur letzten Befragung im Jahr 2007 in einigen Bereichen sogar verbessert hat. Denn schon damals fiel die Befragung sehr positiv aus. Viele Kollegen empfinden zum Beispiel die physischen wie psychischen Arbeitsbedingungen noch angenehmer als vor drei Jahren. Text: Elke Benicke „Die Angestellten haben ihren Vorgesetzten und ihren Arbeitsbedingungen in der St. Anna-Hilfe ein gutes Zeugnis ausgestellt“, freut sich Verwaltungsleiter Winfried Grath. „Die Ergebnisse sind nicht nur gut, sie zeigen auch, dass die St. Anna-Hilfe die im Jahr 2007 aufgezeigten Verbesserungsmöglichkeiten ernst genommen hat. Wichtig ist, dass wir uns nun nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, sondern so weitermachen.“ Die Kollegen honorieren die seither stattgefundenen raumfördernden Um- und Neubauten und fühlen sich deutlich weniger durch Leistungs-, Zeit- oder Termindruck und große Arbeitsmengen beeinträchtigt (siehe Grafik). Positive Tendenz mit Wermutstropfen Weiter verbessert haben sich auch die „arbeitsorganisatorischen Bedingungen“. Über 70 Prozent der Mitarbeiter sind laut Umfrage motiviert bei der Arbeit und zufrieden mit der „Koordination und Planung“ – jeweils neun Prozent mehr als 2007. Im Vergleich zu 2007 fühlen sich rund 17 Prozent weniger Mitarbeiter durch Personalmangel überlastet (2007: 59 Prozent; 2010: 42 Prozent). Gleichzeitig ist die „Beeinträchtigung durch ständigen Wechsel der Mitarbeiter“ um fünf Prozent gestiegen (2007: 30 Prozent; 2010: 35 Prozent). „Der anhaltende Fachkräftemangel zwingt uns, zumindest zum Teil auf Leasingkräfte zurückzugreifen, die dann nur kurzfristig im Team sind“, erklärt Winfried Grath diese beiden Ergebnisse. Repräsentative Rücklaufquote Wie vor drei Jahren erfolgte die anonyme Umfrage im Verbund der gesamten Stiftung Liebenau, die die deutsche Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) mit der Durchführung beauftragte. Die Rücklaufquote der Fragebögen aus der St. Anna-Hilfe ist um zwei Prozent höher als vor drei Jahren und beträgt 46 Prozent. Damit liegt sie im Durchschnitt anderer Mitarbeiterbefragungen und ist repräsentativ. ❑ Im Vergleich zu den Aussagen im Jahr 2007 fühlen sich jeweils zehn bis 15 Prozent weniger Mitarbeiter durch „hohe psychische Belastung“, „Leistungsdruck und Erfolgszwang“, „Zeit- und Termindruck“ oder „große Arbeitsmengen“ beeinträchtigt. Quelle: Ergebnispräsentation der Mitarbeiterbefragung BU: Im Vergleich zu den Aussagen im Jahr 2007 fühlen sich jeweils zehn bis 15 Prozent weniger Mitarbeiter durch „hohe psychische Belastung“, „Leistungsdruck und Erfolgszwang“,

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