Mediathek der Stiftung Liebenau
Aufrufe
vor 1 Jahr

annalive 02/2010

  • Text
  • Bewohner
  • Menschen
  • Haus
  • Vorarlberg
  • Thema
  • Sozialzentrum
  • Mitarbeiter
  • Josef
  • Seniorenheim
  • Praxis
Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

6 DAS THEMA der

6 DAS THEMA der täglichen Versorgung haben sie Einblicke in das Ess- und Trinkverhalten. Sie können unterstützend bei der Nahrungsaufnahme eingreifen und ihre Beobachtungen an die Pflegeleitung weitergeben. Ziel muss es sein, die älteren und pflegebedürftigen Menschen so lange wie möglich oral zu ernähren. Um einen Mangel an Vitaminen oder Mineralstoffen zu verhindern, muss die Aufnahme von Obst und Gemüse und deren Säfte beobachtet werden. Wenn aus dieser Lebensmittelgruppe kaum etwas verzehrt wird, ist die Wahrscheinlichkeit eines Mangels natürlich größer. Sie empfehlen in Ihren Schulungen, dass Speisen auf ihren Nährwert berechnet und in einem Computerprogramm erfasst werden. Wieso? Es ist natürlich ein riesiger Aufwand, alle Rezepte und deren Bestandteile zu erfassen, aber nur so lässt sich erkennen, ob der notwendige Nährstoffgehalt erreicht wird. Meist braucht es viel Überzeugungsarbeit, denn vielfach sind sich die Kursteilnehmer sicher, dass Mangelernährung bei ihnen im Haus kein Thema ist. Die Nährstoffberechnung am Computer ist eine Sache. Wer sagt mir aber, dass die Bewohner denn auch alle Menübestandteile essen? Wenn ein Bewohner immer das Gemüse übrig lässt, dann ist es wichtig, dass die Pflegekraft dies meldet. Eine optimale Ernährungsversorgung der Heimbewohner kann nur gewährleistet werden, wenn alle Mitarbeiter in den Bereichen Küche, Pflege und Hauswirtschaft zusammenarbeiten. ❑ Zur Person Birgit Höfert ist Ernährungswissenschaftlerin, hat Ökotrophologie in Freising (Deutschland) studiert. Für „connexia“ schult sie Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen zum Thema „Richtige Ernährung im Alter“. Geboren 1969 in Deutschland, lebt und wohnt sie nun mit ihrem Mann und den drei Kindern in Bregenz. Vortrag zum Thema Im Rahmen der Vortragsreihe „Pflege im Gespräch“ hält Birgit Höfert am 10. November um 19.30 Uhr im Haus St. Josef, Gaißau, einen Vortrag über „Richtige Ernährung im Alter – worauf pflegende Angehörige achten sollten“; siehe auch Seite 19. Appetitlich angerichtet schmeckt das Essen besser Das Auge isst mit Egal, ob das Essen in einer Großküche oder in einer kleinen Küche vor Ort gekocht wird, auf dem Teller soll es optisch schön wirken. Fleisch, Beilage und Gemüse unterscheiden sich farblich; eine kleine Tomate, Petersilie oder eine Zitronenscheibe runden das Farbenspiel ab. Mit einer hübschen Serviette daneben isst und trinkt auch ein pflegebedürftiger Mensch lieber. Zerkleinert werden die Speisen erst am Tisch, denn der erste Eindruck zählt. Auch das Umfeld, in dem die Speisen serviert und gegessen werden, beeinflusst Genuss und Freude am Essen. Darauf wird in den Häusern der St. Anna- Hilfe schon bei der architektonischen Gestaltung großen Wert gelegt. In den Wohn- und Essräumen sind Böden und Wände in warmen Farbtönen gehalten. Rot, gelb und orange sind beliebt. Die Gemeinschaftsräume sind jahreszeitlich oder anlassbezogen dekoriert und strahlen Gemütlichkeit aus. Gleichzeitig bietet die Ausstattung Orientierung und Vertrautheit. Besonders konsequent wird dies in den Häusern in Gmunden, Stadl Paura und Nüziders umgesetzt. Hier gibt es keine Großküche, gekocht wird in jeder Wohngruppe. Das erinnert an die Wohnküche von früher. „Ab 10.30 Uhr ist schon der Essensduft zu riechen und das geschäftige Treiben und Töpfeklappern zu hören. Das regt den Appetit der Bewohner an“, schwärmt Hausleiter Florian Seher aus Nüziders. Den Bewohnern wird ausreichend Zeit gegeben, ihr Essen zu genießen – das ist gerade bei Beeinträchtigungen sehr wichtig. ❑ Text: Daniela Gilgen/Foto: Felix Kästle

7 DAS THEMA Was tun bei…? Mit fortschreitendem Alter kommt es zunehmend zu Veränderungen, die einen erheblichen Einfluss auf die Fähigkeit des Essens und Trinkens haben können. In weiterer Folge können sich Schwierigkeiten bei der Essens- und Flüssigkeitsaufnahme negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auswirken. Pflegefachkräfte kennen diese Probleme, aber auch mögliche Lösungsansätze. Text: Daniela Gilgen/Fotos: Felix Kästle ... Appetitmangel Wenn ein Bewohner über mehrere Tage keinen Appetit und keinen Durst hat, dann werden die Pflegefachkräfte aktiv. „Wichtig ist, dass wir die Appetitlosigkeit bemerken. Dann können wir nach den Ursachen forschen und geeignete Maßnahmen ergreifen“, sagt der Hausleiter und ausgebildete Krankenpfleger Florian Seher vom Sozialzentrum St. Vinerius in Nüziders. Als Grundlage dient ein Risikomanagement, ein engmaschiges System mit Warnhinweisen, Ursachen und einem Maßnahmenplan. Bei den Bewohnern wird regelmäßig das Körpergewicht gewogen und der Body-Mass-Index erfasst. Je kritischer die Situation, desto engmaschiger sind die Kontrollen: Wer untergewichtig ist oder stark zu- oder abnimmt, wird öfters auf die Waage gestellt. So kann rasch nach den Ursachen geforscht werden: Schluck- und Kaustörungen, nicht passende Zahnprothesen, chronische Krankheiten oder Schmerzen können ursächlich sein. Aber auch seelische Belastungen, Demenz oder Nebenwirkungen von Medikamenten können sich negativ auswirken. Als erste Maßnahme etwa wird das Ess- und Trinkverhalten über mehrere Tage genau protokolliert. „Wir sehen so, wie viel und wie oft ein Bewohner isst und trinkt. Wir werden dadurch sensibel für die Gewohnheiten. Dann bieten wir beispielsweise Lieblingsspeisen, verschiedene Getränke oder hochkalorische Nahrung an oder stellen Fingerfood bereit“, sagt Florian Seher. ... Schluckstörungen Die Schluckstörung ist häufig die Folge einer neurologischen Erkrankung wie Demenz oder Schlaganfall. Der gestörte Schluckreflex kann erhebliche Beeinträchtigungen des körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens nach sich ziehen. Die betroffenen Menschen haben manchmal Angst, sich wieder zu verschlucken oder an der Nahrung zu ersticken, und schränken daher ihr Essen und Trinken deutlich ein. „Wir schauen uns jede Situation an und entscheiden dann, wie wir helfen können. Vielleicht reicht es, wenn wir das Essen zerkleinern und dem Betroffenen beim Essen helfen“, berichtet die Hausleiterin und diplomierte Krankenschwester Jutta Unger aus ihrer langjährigen Praxis im Haus St. Josef in Schruns. Manchmal werden Speisen auch püriert und die Flüssigkeit eingedickt. „Wir pürieren auch Fleisch, Fisch und natürlich das Lieblingsessen. Das Essen hat dann immer einen anderen Geschmack“, erklärt Jutta Unger. ❑

Hier finden Sie Impulse für den Alltag

Anstifter

Anstifter 3, 2019 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2019 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2019 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2018 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2018 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2018 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2017 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2017 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2017 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2016 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2016 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2016 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2015 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2015 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2015 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2014 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2014 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2014 der Stiftung Liebenau

Jahresberichte

Jahresbericht 2016 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2015 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2014 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2013 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2012 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2011 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2010 der Stiftung Liebenau

Karriere/Akademie

Deine Ausbildung bei uns - Stiftung Liebenau
Dein FSJ/BFD bei uns - Stiftung Liebenau

Kirchliche Stellungnahmen

Die Stiftung Liebenau – eine Lebens- und Wesensäußerung von Kirche

Stiftung Liebenau Österreich

annalive 02/2018
annalive 01/2018
annalive 02/2017
annalive 01/2017
annalive 02/2016
annalive 01/2016
annalive 02/2015
annalive 01/2015
annalive 02/2014
annalive 01/2014
annalive 02/2013
annalive 01/2013
annalive 02/2012
annalive 01/2012
annalive 02/2011
annalive 01/2011
annalive 02/2010
annalive 01/2010
annalive 02/2009

Beteiligungen

BDS Flyer